| Zeitungsgruppe Stuttgart |Samstag, 11. Februar 2012
Stuttgart 21
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Bauarbeiten "S-Bahn-Takt völlig zerstört"

Wolfgang Schulz-Braunschmidt, vom 06.07.2010 15:49 Uhr
Nach Meinung des Verkehrsclubs Deutschland hat Stuttgart 21 den S-Bahn-Takt und damit das Rückgrat des öffentlichen Nahverkehrs im Großraum Stuttgart zerstört. Foto: Steinert
Nach Meinung des Verkehrsclubs Deutschland hat Stuttgart 21 den S-Bahn-Takt und damit das Rückgrat des öffentlichen Nahverkehrs im Großraum Stuttgart zerstört. Foto: Steinert
Stuttgart - Nach Ansicht des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) hat Stuttgart 21 den S-Bahn-Takt und damit das Rückgrat des öffentlichen Nahverkehrs im Großraum Stuttgart bereits so zerstört, "dass Verbesserungen beim S-Bahn-Betrieb unter den aktuellen Voraussetzungen kaum realistisch sind". Diese Kritik findet sich in einem offenen Brief des VCD-Landesvorsitzenden Matthias Lieb an den Verband Region Stuttgart (VRS). Darin fordert Lieb den "Aufgabenträger für die S-Bahn" zum Handeln auf. Der Verband müsse die "Wiederherstellung des vor dem 2. Februar 2010 (Beginn der Umbauarbeiten auf dem Gleisvorfeld) gültigen S-Bahn-Fahrplans" fordern, so Lieb. Außerdem verlangt der VCD einen "Baustopp für Stuttgart 21". Nur so seien weitere Beschädigungen bei der S-Bahn zu vermeiden.

Die Pläne für das umstrittene Schienenprojekt müssten zudem "durch unabhängige Ingenieure und Institutionen, die bisher nicht in die Planung und Begutachtung von Stuttgart 21 involviert waren", überprüft werden. In der Vergangenheit hätten die Erfinder des Schienenprojekts ihre eigenen Vorschläge begutachtet. Für den VCD-Vorsitzenden steht fest, dass wegen der mangelhaften Planung der Deutschen Bahn die infrastrukturellen Voraussetzungen für den 15-Minuten-Takt bei der S-Bahn entfallen sind. Dabei wolle der VRS-Verkehrsausschuss am Mittwoch Verbesserungen im Stuttgarter S-Bahn-Netz, vor allem die Ausweitung des 15-Minuten-Taktes, erörtern.

Es zeichnet sich im Moment keine rasche Lösung ab


Laut Lieb ist "nach den unsachgemäßen Umbauten im Gleisvorfeld ein neues Nadelöhr im Schienennetz entstanden". Demnächst solle dieser Abschnitt sogar auf einen eingleisigen Betrieb zurückgebaut werden. Das werde die Leistungsfähigkeit der S-Bahn weiter einschränken, warnt Lieb. "Mit dem Baubeginn für das am besten geplante Bahnprojekt hat die Bahn das ausgeklügelte S-Bahn-System zum Einsturz gebracht." Eine Lösung sei nicht erkennbar. "Die Operation am offenen Herzen Europas ist misslungen."

Kommentare (69)
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JUL
13
11:20 Uhr, geschrieben von Micha
Boykott? Find ich gut!
Ich find's gut, daß immer mehr Leute DB, VVS und SSB boykottieren wollen, ihre Zeitkarten zurückgeben und/oder nicht erneuern werden. "Kein Geld mehr" ist die einzige Sprache, die diese Möchtegern-Manager verstehen. Es ist jetzt schon abzusehen, daß die Fahrpreise dann eben zum Jahreswechsel doppelt angehoben werden, was aber nur wieder zum weiteren Kundenschwund führen wird. Die Deutsche Bahn und auch die Stuttgarter Verkehrsbetriebe sind einfach auf beiden Augen blind und erkennen nicht, daß ihr größtes Kapital die Menschen sind, die sie grad vergraulen. Ich mache inzwischen um ganz Stuttgart einen großen Bogen und meide ganz bewußt den Stuttgarter Einzelhandel. Eingekauft wird schon seit einiger Zeit nur noch außerhalb von Stuttgart. In der letzten Zeit hab ich auch schon mehrere andere Leute getroffen, die lieber einen Umweg ins Umland in Kauf nehmen, als in Stuttgart auch nur einen Euro liegen zu lassen. Es gibt also schon genug Menschen, die von Stuttgart die Schnauze voll haben. Sollen in Stuttgart in den nächsten Jahren meinetwegen die Geschäfte reihenweise zu machen. Bedanken dürfen sich die Geschäftsleute beim Cleverle Schuster.
JUL
13
11:01 Uhr, geschrieben von Dragut
Fahrgastverweigerung
Es freut mich, dass wohl einige aufgrund der im Zusammenhang mit S21 stehenden chaotischen Verhältnisse nun ihre Zeitkarten nicht mehr erneuern, bzw. zurückgeben wollen. Auch ich habe mich entschlossen, selbst als eingefleischter S-Bahnfahrer, dieses Spiel nicht länger mit zu machen und mich als Fahrgast zu verweigern. Es ist eine Unverschämtheit, was uns als Fahr"GÄSTEN" von den Betreibern zugemutet wird und die Einschränkungen haben gerade erst begonnen. Nicht erst durch S21 verursacht, sondern durch die jahrelange Vogel-Straus-Politik und nicht zuletzt durch die Privatisierung der Bahn kollabiert nun ein marodes System. Meine 1.142,- €, die der Banh zukünftig jährlich fehlen werden, sind sicher nur ein Tropfen auf den heißen Stein, aber das Ganze mal tausend genommen ist immerhin schon ein ordentlicher Betrag. Ich hoffe, dass sich noch viele zur "Fahgastverweigerung" entschließen und sich damit gegen diese Unverschämtheit zur Wehr setzen.
JUL
12
12:48 Uhr, geschrieben von SEPP
Ganz schön viele Unterstellungen Herr/Frau JAKUTZI
Macht nicht gerade Lust, mit Ihnen zu diskutieren. Aber um mal sachlich zu bleiben: wieso höre ich immer wieder, wenn es um Zeitverkürzungen geht, den Bahnhof Flughafen? Ich gebe zu, die Errichtung dieses wird dem Flughafen samt der Messe und Bernhausen Vorteile bringen. Wobei ich auch gehört habe, dass der Fernbahnhof recht weit vom Flughafen liegen soll. Auch die Verbindung zur Region TÜ/RT soll sich verkürzen. Aber ist dass alles? Was ist mit Backnang, Remstal, LB, Filstal? Und bitte von STUTTGART aus. Des weiteren habe ich Zweifel ob die Fahrzeit das alleinige Merkmal für die Attraktivität der Bahn ist. Ob da nicht weitere Faktoren wie die Taktfrequenz, die Weiterreise und letztendlich der Preis eine Rolle spielen könnte? Und genau da sehe ich die Gefahr der Verschlechterung aufgrund steigenden Trassenpreise und fehlenden Mitteln des Landes. Und wenn auch noch mit der Pünktlichkeit nicht klappt und im Bahnhof regelmäßig zu Gedränge kommt, dann werden die Leute wohl wieder aufs Auto steigen. Nein ich glaube nicht an den positiven Effekt aufgrund Fahrtzeitverkürzungen einiger weniger Verbindungen. Ein bisschen mager für über 4 Mia.
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