Baumhaus geräumt
Polizei untersucht Zwischenfall
Marc Hippler,
08.09.2010 09:40 Uhr
Foto: dpa
Stuttgart - Ein Zwischenfall am Rande der Räumung des Baumhauses » im Schlossgarten beschäftigt die Polizei jetzt auch intern. Ein Film » des Nachrichtensenders NTV zeigt, wie ein Polizist einer Frau, die offensichtlich gerade mit ihm im Gespräch ist, möglicherweise ins Gesicht schlägt, zumindest aber in Richtung ihres Kopfes zielt.
Wodurch genau der Polizist provoziert wurde, ist noch unklar. Aber auch für die Polizei steht fest, dass es "eine unangemesse Reaktion des Beamten" war, wie Polizeisprecher Olef Petersen erklärt. Den Beamten werde man dazu noch befragen. Kei Andrews, Sprecherin bei Robin Wood erklärt den Vorfall so: "Es gab eine Diskussion darüber, die Motoren der Einsatzwagen endlich abzuschalten", sagt sie, "das war alles". Eine Provokation habe es seitens der Demonstranten nicht gegeben.
Für Andrews ist der Zwischenfall nur ein Erlebnis einer ereignisreichen Nacht. Aus ihrer Stimme könnte man Morgen danach alles Mögliche heraushören. Resignation zum Beispiel, aber auch Wut, Trauer und Entsetzen. Aber eigentlich ist sie einfach nur sehr sehr müde. Kei Andrews hat nicht geschlafen. In der Nacht haben Polizisten eines Sodereinsatzkommandos das Baumhaus in einer Platane im Schlossgarten geräumt » und anschließend niedergerissen. Erst am Freitag hatte Robin Wood das "Widerstandsbaumhaus" errichtet, um gegen das Abholzen von Bäumen für Stuttgart 21 zu demonstrieren. » Ein paar Stunden nach der Räumung herrscht Katerstimmung bei Robin Wood und bei den Parkschützern ». Aufgeben wollen sie aber nicht. Jetzt erst recht nicht. "Wir machen weiter", sagt Kei Andrews. Müde, aber entschlossen.
Für die Polizei ist das, was bis in den frühen Dienstagmorgen hinein im Schlossgarten passiert ist, ein nüchterner Vorgang, aber keine alltägliche Aktion. Mit 100 Polizisten aus Stuttgart und vom SEK Göppingen rückte sie um Mitternacht an. 30 Demonstranten bildeten spontan eine Menschenkette um den Baumstamm, hielten ihre Arme verschränkt. Die Nachricht vom Polizeieinsatz verbreitete sich schnell unter den Stuttgart-21-Gegnern. Bald waren um die 100 Demonstranten am Baum, die lautstark gegen den Polizeieinsatz demonstrierten.
Elf Demonstranten, die den Einsatz aufhalten wollten, wurden von Polizisten weggetragen, nach Aussagen von Parkschützern sollen die Beamten dabei ziemlich rüde vorgegangen sein. Manche Parkschützer berichten gar von Schlagstockeinsätzen. Polizeisprecher Olef Petersen kann Schlagstockeinsatz nicht bestätigen. Dass so eine Räumung aber durchaus ruppig ablaufe und nichts mit den Blockdade-Übungen der Demonstranten zu tun habe, liege in der Natur der Sache.
Gegen ein Uhr kletterten Spezialkräfte des LKA in den Baum, 25 Minuten später hatten sie die Aktivisten von Robin Wood eingeholt und gesichert, weitere 25 Minuten später kam der erste Aktivist mit einem Hubsteiger auf dem Boden an. Anders als zunächst berichtet, ketteten sich die Aktivisten nicht an den Baum. "Oben bleiben" - im Baumhaus hat das nicht funktioniert.
Als alle Aktivisten und SEK-Beamte unten waren, begann die Polizei mit Kettensägen und Seilen das Baumhaus abzureißen. Ob es ein neues geben wird, wollen derzeit weder Robin Wood noch Parkschützer sagen. Dass ihr Widerstand damit aber nicht gebrochen ist, daran lässt Matthias von Herrmann, Sprecher der Parkschützer, aber keinen Zweifel: "Wir verstehen die Aktion der Polizei als Provokation", sagt er und: "wir werden nun eine härtere Gangart einlegen". Was das genau heißen soll, lässt der Mann, der Aktivist bei Greenpeace war, offen. Nur so viel: gewaltfrei soll der Protest auch weiterhin bleiben. Obwohl es zunehmend schwer falle, auf die Wut der Gegner deeskalierend einzuwirken, gibt von Herrmann zu.
Die vier Aktivisten aus dem Baumhaus konnten, nachdem ihre Personalien festgestellt worden sind, gehen. Allerdings haben sie einen Platzverweis für den Park bekommen und müssen nun mit Anzeigen und Geldstrafen rechnen.
Wodurch genau der Polizist provoziert wurde, ist noch unklar. Aber auch für die Polizei steht fest, dass es "eine unangemesse Reaktion des Beamten" war, wie Polizeisprecher Olef Petersen erklärt. Den Beamten werde man dazu noch befragen. Kei Andrews, Sprecherin bei Robin Wood erklärt den Vorfall so: "Es gab eine Diskussion darüber, die Motoren der Einsatzwagen endlich abzuschalten", sagt sie, "das war alles". Eine Provokation habe es seitens der Demonstranten nicht gegeben.
Für Andrews ist der Zwischenfall nur ein Erlebnis einer ereignisreichen Nacht. Aus ihrer Stimme könnte man Morgen danach alles Mögliche heraushören. Resignation zum Beispiel, aber auch Wut, Trauer und Entsetzen. Aber eigentlich ist sie einfach nur sehr sehr müde. Kei Andrews hat nicht geschlafen. In der Nacht haben Polizisten eines Sodereinsatzkommandos das Baumhaus in einer Platane im Schlossgarten geräumt » und anschließend niedergerissen. Erst am Freitag hatte Robin Wood das "Widerstandsbaumhaus" errichtet, um gegen das Abholzen von Bäumen für Stuttgart 21 zu demonstrieren. » Ein paar Stunden nach der Räumung herrscht Katerstimmung bei Robin Wood und bei den Parkschützern ». Aufgeben wollen sie aber nicht. Jetzt erst recht nicht. "Wir machen weiter", sagt Kei Andrews. Müde, aber entschlossen.
Einsatz begann um Mitternacht
Für die Polizei ist das, was bis in den frühen Dienstagmorgen hinein im Schlossgarten passiert ist, ein nüchterner Vorgang, aber keine alltägliche Aktion. Mit 100 Polizisten aus Stuttgart und vom SEK Göppingen rückte sie um Mitternacht an. 30 Demonstranten bildeten spontan eine Menschenkette um den Baumstamm, hielten ihre Arme verschränkt. Die Nachricht vom Polizeieinsatz verbreitete sich schnell unter den Stuttgart-21-Gegnern. Bald waren um die 100 Demonstranten am Baum, die lautstark gegen den Polizeieinsatz demonstrierten.
Elf Demonstranten, die den Einsatz aufhalten wollten, wurden von Polizisten weggetragen, nach Aussagen von Parkschützern sollen die Beamten dabei ziemlich rüde vorgegangen sein. Manche Parkschützer berichten gar von Schlagstockeinsätzen. Polizeisprecher Olef Petersen kann Schlagstockeinsatz nicht bestätigen. Dass so eine Räumung aber durchaus ruppig ablaufe und nichts mit den Blockdade-Übungen der Demonstranten zu tun habe, liege in der Natur der Sache.
Mit Kettensägen und Seilen
Gegen ein Uhr kletterten Spezialkräfte des LKA in den Baum, 25 Minuten später hatten sie die Aktivisten von Robin Wood eingeholt und gesichert, weitere 25 Minuten später kam der erste Aktivist mit einem Hubsteiger auf dem Boden an. Anders als zunächst berichtet, ketteten sich die Aktivisten nicht an den Baum. "Oben bleiben" - im Baumhaus hat das nicht funktioniert.
Als alle Aktivisten und SEK-Beamte unten waren, begann die Polizei mit Kettensägen und Seilen das Baumhaus abzureißen. Ob es ein neues geben wird, wollen derzeit weder Robin Wood noch Parkschützer sagen. Dass ihr Widerstand damit aber nicht gebrochen ist, daran lässt Matthias von Herrmann, Sprecher der Parkschützer, aber keinen Zweifel: "Wir verstehen die Aktion der Polizei als Provokation", sagt er und: "wir werden nun eine härtere Gangart einlegen". Was das genau heißen soll, lässt der Mann, der Aktivist bei Greenpeace war, offen. Nur so viel: gewaltfrei soll der Protest auch weiterhin bleiben. Obwohl es zunehmend schwer falle, auf die Wut der Gegner deeskalierend einzuwirken, gibt von Herrmann zu.
Die vier Aktivisten aus dem Baumhaus konnten, nachdem ihre Personalien festgestellt worden sind, gehen. Allerdings haben sie einen Platzverweis für den Park bekommen und müssen nun mit Anzeigen und Geldstrafen rechnen.
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Video
In dem video schlägt der Polizist die Frau einfach ohne vorwahnung ?! Das is deeskalierend ? http://www.kritische-polizisten.de/stuttgart_21/pressemitteilung_stuttgart-21_2010-10-03.pdf Gruß Paul
Was wohl?
@Beführworter. Sie haben recht, mich interressiert weder die Rente ab 67 noch irgendwelche anderen Sachen. Im Moment interressiert mich nur, dass ich nicht die nächsten 15 Jahre zu Spät zur Schule komme. Okay, ich habe nur noch zwei Jahre zur Schule zu gehen, aber was machen dann meine kleinen Brüder, die ebenfalls auf die S-Bahn angewiesen sind? Außerdem, was ist An diesem Projekt "grün", wenn 2400 Lkws pro Tag durch Stuttgart fahren müssen, teilweise mit roter Plakette?
@ Montagsdemonstrantin
.... vielen Dank für die Info! Dann weiß ich jetzt wann ich einen großen Überfall zu planen hab, da ja die ganze Polizei in Stgt mit euch beschäftigt ist! Oder besser gesagt wann man dringenst Stuttgart verlassen muss, ohne von euch überrollt zu werden, oder die Züge, wegen manchen tollen Gegnern nicht mehr fahren können. Ich habe grundsätzlich nichts gegen Demonstrationen, aber denkt ihr nicht es gäbe weitaus sinnvollere Themen zu Streiken, in Frankreich streiken sie gegen Rente ab 62, bei uns streikt keiner obwohl wir bis 67! arbeiten müssen, oder daran dass Massenmörder nicht mehr in Sicherheitsverwahrung müssen (das sei ja Menschenunwürdig) oder man denke nur mal an die ganzen Abtreibungen jedes Jahr, denkt da mal einer an diese ungeborenen Kinder? Nein die tollen Deutsche denken an irgendwelche Bäume und Gebäude die in 100 Jahren eh keinen mehr interessieren! Und ihr tollen Demonstranten, von Euch kann ich es nicht mehr hören wegen den Kosten, klar es sind hohe Kosten. Aber dank euch gehen die Kosten ins unermessliche, die wir der Steuerbezahler decken können. Oder denkt ihr etwa ein Sondereinsatzkomando nachts ist kostenlos? Und habt ihr schon mal was davon gehört, dass wegen euren Streiks viele Einzelhändler in Stgt Mitte geringere Einnahmen haben, weil viele Menschen nicht mehr nach Stgt kommen z.Bsp. am Freitag geht ja nicht da blokiert ihr ja die ganze Straße!