Stuttgart - Selten einmal haben sich in den vergangenen Jahren auf einmal so viele Kräne in Stuttgart gedreht wie in dieser Zeit. Großbaustellen gibt es dabei längst nicht nur im engeren Bereich der City, sondern auch an deren Rand oder ganz außerhalb in den Stadtbezirken. Eine Übersicht:
Killesberg
Seit einigen Jahren schon residiert die Stuttgarter Messe auf den Fildern direkt beim Flughafen. Derweil nimmt mittlerweile auch die Neuordnung des früheren Ausstellungsgeländes auf dem Killesberg immer deutlichere Konturen an. Im Juli ist dort der Grundstein für das neue Stadtteilzentrum am Kochenhof gelegt worden. Rund 160 Millionen Euro lässt sich der Investor Franz Fürst das Quartier kosten, in dem bis Ende des Jahres Büros, Geschäfte, Restaurants, ein Ärztezentrum und 80 hochwertige, zum Park hin orientierte Eigentumswohnungen entstehen. Auch eine Kindertagesstätte soll dort Platz finden. Der Killesberg sei ein herausragender Ort, sagt Oberbürgermeister Wolfgang Schuster (CDU): „Daher war es uns wichtig, hier eine außergewöhnliche städtebauliche und architektonische Qualität zu erreichen. Das ist uns gelungen.“
Kurz vor dem Baubeginn steht offenbar auch das in direkter Nachbarschaft ebenfalls von Franz Fürst geplante Dienstleistungszentrum Scenario. Statt der ursprünglich geplanten Modemeile sollen in dem auf rund 50 Millionen Euro taxierten Neubau nun Anbieter aus den Branchen Mode, Design und Wellness unterkommen. Als Ankermieter im Gespräch ist eine Tochter des Schweizer Handelskonzerns Migros, die am Killesberg ein großes Fitness- und Wellnesszentrum realisieren will.
Unabhängig davon investiert übrigens die Stadt weitere sieben Millionen Euro, um die sogenannte Grüne Fuge auszubauen. Diese soll künftig den Höhenpark mit der Feuerbacher Heide verbinden.
Schulzentrum
Im Sommer dieses Jahres ist zwischen Heilbronner Straße und Nordbahnhof der Grundstein für ein ganz neues berufliches Bildungszentrum gelegt worden. Seither wächst neben den Wagenhallen ein Gebäudekomplex aus dem Boden, der einmal Schulen für Gesundheit und Pflege sowie für Ernährung und Sozialwesen beherbergen soll. 3000 Schüler und rund 200 Lehrer werden dort wohl von Sommer 2013 an ihr Domizil haben.
Es handelt sich dabei um das größte Schulbauprojekt Stuttgarts seit langer Zeit. Rund 62 Millionen Euro werden investiert, um den Siegerentwurf der Stuttgarter Architekten Glück und Partner mit Kubus 360 sowie der bayrischen Baufirma Bögl zu realisieren. Deren Pläne, sagt OB Wolfgang Schuster (CDU), hätten sowohl aus architektonischer als auch aus funktionaler Sicht überzeugt. Weil in unmittelbarer Nähe bereits das Schulzentrum Heilbronner Straße liegt, an dem die Neckarrealschule zurzeit einen Neubau erhält, entwickle sich das Gebiet im Stuttgart-Nord insgesamt zu einem „Bildungsballungsraum“, heißt es im Rathaus.
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Neckarpark
Das frühere Güterbahnhofsareal in Bad Cannstatt gilt als größte Brachfläche in Stuttgart. Vor rund zehn Jahren hat die Landeshauptstadt das 22 Hektar große Areal erstanden und im Blick auf die damals aktuelle Olympiabewerbung große Pläne gehegt. Inzwischen ist dort der Neubau des Stadtarchivs entstanden. Die weitere Aufsiedlung allerdings lässt auf sich warten. Unter anderem sind Hotels vorgesehen. Zudem sieht ein Gemeinderatsbeschluss zwischen Bahngleisen und Mercedesstraße mehrere Hundert Wohnungen vor. Auch die Ansiedlung von Ikea war zwischenzeitlich im Gespräch, fand aber politisch keine Mehrheit.
Seepark
Rund ein Jahr lang ging auf der größten Wohnungsbaustelle in Stuttgart nichts – und zwar im Möhringer Seepark. Die Häussler-Gruppe, die das ehemalige Neoplan-Gelände erworben hatte, war in finanzielle Schieflage geraten, weshalb die Arbeiten lange Zeit ruhten. Nach einem Eigentümerwechsel soll es nun aber im Frühjahr weitergehen. Insgesamt ist an der Vaihinger Straße in drei Bauabschnitten die Realisierung von 467 Wohnungen in 24 Gebäuden vorgesehen. Auch 515 Tiefgaragenstellplätze und eine Kindertagesstätte soll es geben. Die Gesellschaft für Wohnungs- und Gewerbebau (GWG) wird im ersten Bauabschnitt wohl von März an 183 Mietwohnungen fertig bauen und im dritten Bauabschnitt 169 Miet- und Eigentumswohnungen errichten. Für den zweiten Bauabschnitt mit 115 gehobenen Eigentumswohnungen zeichnet die Bietigheimer Wohnbau verantwortlich.


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Größenwahn in Stuttgart -
mit welchem Ziel und für wen? Brauchen wir wirklich weitere Abschreibungsprojekte? Wann hört dieser Wahn endlich auf?
Killesberg
Es wird interessant sein zu beobachten, wie die zukünftigen Besucher und die Bewohner von K7 miteinander zurecht kommen. Nicht jedem Bewohner der teuren Wohnungen werden die Spaziergänger auf den "Schlenderwegen" gefallen und nicht jeder Besucher wird dem Zickzack-Kurs der Wege folgen. Aber OB Schuster hat ja in weiser Voraussicht schon mal die Zahl der Parkplätze drastisch reduziert, sodaß sich die Zahl der Killesberg-Besucher wohl schon dadurch veringert.