Baustelle Stadt
Graue Rampen, hässliche Plätze
Thomas Faltin,
20.06.2010 09:13 Uhr
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Der Bahnhofsvorplatz in Münster ist verwahrlost – die Baupläne liegen auf Eis. Foto: Frank
""Es wäre schon viel geholfen, wenn die Garagen mal wieder einen neuen Anstrich bekämen""
Günther Seyffert hat hässliche Garagen vor der Haustür
Der StZ-Leser Heinrich Schwers mahnt für seinen Stadtbezirk Zuffenhausen eine ganz grundlegende Veränderung an: Noch immer zerschneide die hässliche B27 auf brachiale Weise den gesamten Stadtteil. Von den Folgen für die Menschen ganz abgesehen, zeitige dies auch viele negative städtebauliche Akzente. So sei die Auffahrtrampe an der Friedrichswahl seit Jahrzehnten ein Torso - wegen der 360-Grad-Drehung würden die Autos dort täglich 4000Kilometer zusätzlich fahren. Und auch die Unterführung der Bundesstraße in der Frankenstraße sei furchtbar: grauer Beton und kaum Licht. Zumindest an der Friedrichswahl gibt es einen Hoffnungsschimmer. Die Rampe soll abgerissen und die Heilbronner Straße direkt an die B10/27 angeschlossen werden. Selbst bei optimistischer Schätzung wird dies aber nicht vor 2016 geschehen.
Campingwagen vor dem Bahnhof
Alexander Frank hat auf das deprimierende Aussehen des Bahnhofsvorplatzes in Münster hingewiesen: Der Platz sei seit Jahren heruntergekommen, er werde als wilder Parkplatz sogar für Campingwagen genutzt, und immer wieder liege reichlich Müll herum - ein trauriges Bild für eine der Visitenkarten des Ortes. "Dabei hält hier noch der Zug von Untertürkheim nach Kornwestheim, und auch die Buslinie 56 endet hier." Eine Bürgerinitiative, der auch Alexander Frank angehört, versucht mittlerweile, etwas an dieser unhaltbaren Situation zu verändern. Die Deutsche BahnAG hat das Gebäude samt Vorplatz an eine Tochtergesellschaft abgegeben; geplant war, auf dem Gelände Reihenhäuser zu errichten und den öffentlichen Platz herzurichten. Im Moment fehlen aber gewisse Genehmigungen, so dass die Pläne ruhen - der Schandfleck bleibt.
Günter Seyfferth aus Birkach stellt in seinem Beitrag die hässlichen Garagenfronten vor, die es in seinem Stadtteil gibt: Bei Bauprojekten in den 60er Jahren sei es oft üblich gewesen, die Autogaragen vor die Häuser zu setzen. Jetzt bilden sie die an sich schon triste Begrenzung der Wohnstraßen und verdecken die Häuser mit ihren häufig schönen Gärten. Vor allem aber nagt an vielen Garagen auch der Zahn der Zeit. Günter Seyfferth hat vor einiger Zeit Kontakt mit der Stadtverwaltung aufgenommen, um in einem Pilotprojekt einige der Garagen zu sanieren - quasi als positives Beispiel für die vielen anderen Eigentümer. "Es wäre schon viel geholfen, wenn die Garagen mal wieder einen neuen Anstrich bekämen", so Seyfferth.
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