|
|
Bild 1 von 106 |
|
Stuttgart - Plötzlich ist der Ausgleich ganz nahe gewesen. Der Münchner Verteidiger Daniel van Buyten hatte den Ball Richtung Torwart zurückgeköpft, der eingewechselte VfB-Stürmer Cacau hatte es geahnt und stand in dieser 80. Minute allein vor Manuel Neuer. Doch der Schuss des Nationalstürmers ging knapp drüber – und vorbei war damit die große Gelegenheit, sich mit zehn Mann noch einen Punkt gegen den Rekordmeister zu sichern.
Mit 1:2 (1:1) unterlag der VfB den Bayern, nachdem die Stuttgarter zunächst in Führung gegangen waren und Cristian Molinaro durch einen Platzverweis verloren hatten. Es war ein verdienter Sieg für die Münchner, die den Gastgebern vor allem in spielerischer Hinsicht klar überlegen waren. „Es ist sehr schade, dass wir für unseren Mut am Ende nicht belohnt wurden“, sagte der VfB-Trainer Bruno Labbadia, der nach 70 Minuten trotz Unterzahl neben Cacau auch noch dessen Sturmkollegen Pawel Pogrebnjak eingewechselt hatte.
Anstelle von Cacau läuft Julian Schieber auf
Im letzten Bundesliga-Heimspiel vor Weihnachten hatte Labbadia zwei VfB-Profis zu ihrem Startelfdebüt in dieser Saison verholfen: Timo Gebhart spielte im linken Mittelfeld für Shinji Okazaki (und bot eine sehr ordentliche Vorstellung); und als einzige Spitze lief anstelle von Cacau der monatelang verletzte Julian Schieber auf (und konnte sich auch aufgrund der fehlenden Spielpraxis kaum in Szene setzen).
Das Spiel in der ausverkauften Mercedes-Benz-Arena begann mit einer kuriosen Szene: Arjen Robben, wie Cacau zuletzt im Mittelpunkt einer Egoismus-Debatte, umkurvte den VfB-Keeper Sven Ulreich und passte uneigennützig von rechts in die Mitte. Aus unerfindlichen Gründen jedoch rutschte der Ball durch die Beine von Mario Gomez, der sich vergeblich darüber beklagte, von hinten geschubst worden zu sein (5.).
Bayern agieren hoch überlegen
Im Gegenzug kam der VfB mit seiner ersten Chance zur Führung: Eine Flanke von Molinaro legte Martin Harnik per Kopf nach hinten ab – Christian Gentner traf mit einer beherzten Direktabnahme. Für den Mittelfeldspieler, der die Mannschaft als Kapitän anführte, war es das dritte Tor hintereinander, nachdem er zuletzt beim 2:2 gegen Köln zweimal getroffen hatte.
Es war allerdings für lange Zeit das letzte Mal, dass Labbadias Team gefährlich vor dem Bayern-Tor auftauchte. Der VfB zog sich weit zurück und überließ den Bayern fast das ganze Spiel. Die Folge: der Tabellenführer ließ den Ball gekonnt in den eigenen Reihen zirkulieren und kam immer wieder zu Chancen. Eine davon nutzte Gomez, der sich nach einer Hereingabe von Rafinha gegen Serdar Tasci durchsetzte und Ulreich mit dem Außenrist zum 1:1 überwand (13.). Hoch überlegen waren die Münchner, während sich Molinaro ein Foul zu viel erlaubte und Gelb-Rot sah (29.).
Hält der Abwehrriegel?
Das Spiel wurde dadurch noch einseitiger. Der VfB baute sich mit zwei Viererketten vor dem eigenen Tor auf und stemmte sich den Münchnern leidenschaftlich entgegen. Die große Frage war: Hält dieser VfB-Abwehrriegel, oder können ihn die Bayern irgendwann überwinden? Nach 57 Minuten wurde sie zu Gunsten des Gastes beantwortet. Philipp Lahm passte den Ball klug von links in den Rücken der Abwehr, wo erneut Gomez zur Stelle war.
Mit einem Flachschuss traf der Stürmer bei der Rückkehr an die alten Wirkungsstätte zum 2:1. In den vergangenen vier Spielen gegen seinen Ex-Club hat Gomez nunmehr sieben Tore erzielt – und war hinterher trotzdem nicht restlos zufrieden: „Wir haben zwar 70 Minuten richtig guten Fußball gespielt, es ist aber ärgerlich, dass wir danach aufgehört haben. Das darf uns nicht passieren.“
Tatsächlich ließen es die Bayern nach der Führung gemächlicher angehen und verzichteten darauf, konsequent die endgültige Entscheidung zu suchen. Dadurch kam der VfB zurück ins Spiel – und beinahe noch zum Ausgleich. „Es ist bitter, dass ich nicht getroffen habe“, sagte Cacau.
VfB Stuttgart: Ulreich – Boka, Tasci, Maza, Molinaro – Kvist, Gentner (70. Cacau) – Harnik, Hajnal (87. Niedermeier), Gebhart – Schieber (70. Pogrebnjak).
Bayern München: Neuer – Rafinha, van Buyten, Badstuber, Lahm – Tymoschtschuk, Kroos – Robben (85. Boateng), Müller (79. Luiz Gustavo), Ribery (79. Alaba) – Gomez.
Schiedsrichter: Gräfe (Berlin).
Zuschauer: 60.469.
Tore: 1:0 Gentner (6.), 1:1 Gomez (13.), 1:2 M. Gomez (57.).
Gelb-Rote Karte: Molinaro (29.).


In den kommenden 4 Wochen stellen wir Ihnen alle 23 Stuttgarter Stadtbezirke näher vor >>
spiel am sonntag
hi ich kann nur schreiben, mit dem trainer sind wir verloren. es tut sich einfach nichts,die spielweise man sieht einfach keine veränderung. immer der selbe grotten kick. keine absprachen wer läuft wo hin. hühnerhaufen pur und das beste, es wird immer im schwabenland alles schön geredet. wann wacht das präsidum auf. wenn es so weiter geht, spielen wir am ende um den abstieg. alles andere ist wunsch denken
@ GerryM und andere aufgebrachte Fans
Die Pfiffe gegen Robben waren nicht gerechtfertigt. Wer die Szenen des Spiels später in aller Ruhe im Fersehen gesehen hat, wird mir zustimmen, dass die rote Karte gegen Molinaro absolut in Ordnung geht. Muss man einen wirklich korrekten, absolut neutralen Schiedsrichter zum Sündenbock machen und der Trainer sich an der Aktion beteiligen? Muss man dazu noch die Sieger als "Umfalltruppe" beschimpfen, die es in Europa auf misteriöse Weise so weit gebracht hat? Das nenne ich Fankultur von der übelsten Sorte.
@Viech Ulla
"Wie hatten die StN vor ein paar Wochen noch getitelt? Der VfB ist auf dem besten Wege, eine Top-Mannschaft zu werden..! " hallo Ulla, das ist doch ein klassischer Tippfehler. Da fehlt an der entscheidenden Stelle ein "f", Topf-Mannschaft muss es heißen, dann macht der Satz auch Sinn. Eintopfen, gießen und bis zum Saison-Ende vergessen.