Bayerns Landeshauptstadt München
Top in Sachen Lebensqualität
Mirko Weber,
28.06.2010 06:37 Uhr
Im Biergarten sind alle gleich: unter Kastanien stellt das exklusive München seine zünftigen Seiten zur Schau. Foto: dpa
""Es herrscht ein general feeling of Gemütlichkeit.""
Das Magazin "Monocle" über München
Beide wohnen mit ihren Familien in München, jedenfalls für eine Zeit lang, wie sie sagen. Der Erfolg hat ihre Gesichtszüge geprägt. Sie haben richtig Geld, sind rum gekommen in der Welt, reden gerne drüber - und bilden ansonsten gerade ein Herz und eine Freundschaftsseele über einem Teller Obatzten und zwei Maß Bier. Wären das jetzt am Ende "Monocle"-Leser, oder Abonnenten der "International Herald Tribune", fragt man sich selber leise? "Schon möglich", flüstert die innere Stimme zurück.
Es ist nämlich nicht so, dass der Korrespondent seinen Lieblingsbiergarten am Haidhauser Wiener Platz aufgesucht hätte, um arbeitstagsendlich zu chillen, sondern vielmehr, um sich unter den Kastanien darüber klar zu werden, was die oben genannte Londoner Zeitschrift "Monocle" und eben die "Tribune" bewogen haben könnte, München, wie gerade geschehen, als "lebenswerteste Metropole der Welt" zu küren. Vor Kopenhagen (2), Zürich (3), Paris (7), Wien (8), ah ja, Berlin (11) und noch vor Sydney (12).
Entschieden mit Bauch und Herz
Nun sind Superlativrankings ja oft so wohlfeil wie abgefeimt, und wer wollte schon etwas derart Flüchtiges und wesentlich Unsubstanzielles messen oder wägen wie - seltsam unschönes Wort eigentlich: Lebensqualität? Die Jurys haben teils objektiv Qualitäten addiert (öffentlicher Nahverkehr, Grünflächen, Flughafenanbindung, öffentliche Sicherheit, Wohnverhältnisse), aber dann auch Herz und Bauch sprechen lassen. Ansonsten wären Beirut, Neapel, Rio und Taipeh - die allesamt als "coole" Städte eingerechnet werden - vermutlich nicht ganz so gut weggekommen.
München dagegen: cool ist die Stadt ja nun mal definitiv nicht. Also cool im Sinne von Beirut. "It's a quiet place!", sagt der Engländer, während gerade die Achtzehner-Tram vorm Biergarten, sich alle Zeit der Welt nehmend, zum Stehen kommt, um dann ganz gemächlich gen Effnerplatz zu ruckeln. "General feeling of Gemütlichkeit...", schreibt "Monocle", was schön klingt, so lange der Gedanke an eine dieser bitterbösen Zeilen von Karl Kraus verdrängt werden kann - allerdings auf Wien bezogen. Er verlange von seiner Stadt nur, dass sie ihn korrekt mit Kanalisation und Elektrizität versorge, schrieb Kraus, gemütlich sei er selber (was nicht stimmte, aber natürlich gut klang).
Was aber stimmt: wenn man tags zuvor noch durchs, sagen wir, Hamburger Schanzenviertel mit seinem, um das Mindeste zu sagen, sehr autonomen Charme gegangen ist (oder im Osten Berlins unterwegs war) und schlägt wenig später wieder in München auf, dann ist diese Landung eine vergleichsweise weiche. Zumindest, so lange man im weiteren Umkreis des Zentrums bleibt, das sich eine durchgehende, lebendige Musealität erhalten hat.
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Paradebeispiel für die Kurzsichtigkeit der S21-Jubler
der "G a u c k l e r" schrieb 28.06.2010): "deswegen brauchen wir S 21 . Damit jeder möglichst schnell nach München fahren kann und Stuttgart nicht länger ein Hindernis ist . In München macht der Kopfbahnhof Sinn. Denn in München will man aussteigen" Es ist doch immer wieder unfasslich, wie kurz die S21 Jubler denken, und wie lässig sie sich dann entlarven (man sollte schon fast von "Entblößung" sprechen): Gaukler offenbart, dass er es für sinnvoll hält, wenn man zukünftig an Stuttgart vorbei und durch und drunter weg fährt. Bloss nicht hier aussteigen, und etwa zum Arbeiten oder Shoppen oder Kunst-Geniessen in die Stadt wollen. Ist es das was mit S21 bezweckt werden soll? Alles gleich weiter nach München oder Frankfurt oder Paris oder Budapest? Bisher dachte ich man will den Reisenden die Stadt Stuttgart einfach nicht mehr zeigen, weil es nur noch durch Tunnels geht. Nein Gaukler klärt uns auf, die Reisenden sollen noch nicht mal mehr aussteigen. Eigentor für "Gaukler", Eigentor für die S21-Jubler. Eigentor für das Stadtmarketing, Eigentor für die Stadt und die Region! Oder war es ein Satire - Beitrag von Gaukler? Dann nehm ich es für ihn zurück, aber das Eigentor für die anderen bleibt. Siehe auch Beitrag vom Wochenende über den Bericht der "BNN-SONNTAG" über die schönsten Bahnhöfe.
Nein, will man nicht.
Nein, will man nicht.
deswegen brauchen wir S 21 .
Damit jeder möglichst schnell nach München fahren kann und Stuttgart nicht länger ein Hindernis ist . In München macht der Kopfbahnhof Sinn. Denn in München will man aussteigen.