Beck-Kolumne
Zwischen korrekt und korrupt
Oskar Beck,
29.10.2010 07:39 Uhr
Foto: dpa
Stuttgart - In einem Interview hat Sepp Blatter einmal erklärt: "Ich bin nicht bestechlich, da können Sie mir beide Hände abhacken." Er hat sie noch, beide. Und das ist auch gut so, denn der Fifa-Präsident braucht sie dringend, um all die Dinge in die Hand zu nehmen, die der moderne Fußball in puncto Moral und Anstand von einem modernen Verband verlangt.
Mit der linken Hand hat Blatter eine Säuberungsrunde mit dem anspruchsvollen Namen "Ethikkommission" gegründet; und mit der rechten Hand haut er allen Strolchen eine runter, die krumme Dinger drehen und als Entscheidungsträger ihre Stimmen verkaufen wollen wie jene Exekutivmitglieder des Weltverbandes Fifa, die er vergangene Woche hat suspendieren müssen.
"Ein trauriger Tag", sagte Blatter.Und schon droht der nächste, diesmal der Uefa. Wenn es sich bei dem zyprischen Altfunktionär, der sich dieser Tage mit hässlichen Thesen meldete, um keinen verlogenen Schwätzer handelt, ist auch der europäische Verband unterwandert von profitlichen Schurken, die auf die bestechende Eigenschaft des Geldes schwören und dessen unbezahlbare Wirkung anlässlich der Vergabe der EM 2012 an Polen und die Ukraine bewiesen haben.
Sie soll, auf Kosten der arglosen Italiener, kurzerhand gekauft worden sein. Spyros Marangos heißt der Überbringer des schier unaussprechlichen Verdachts, und er spricht vom "größten Skandal der Fußballgeschichte". Für die Stimmen von fünf Stinkstiefeln soll als Schmiermittel die betörende Summe von elf Millionen Euro geflossen sein.
Die gute Nachricht: noch ist niemand verhaftet worden. Denn während Blatter sofort das Fifa-Ehrengericht seiner Ethikkommission zusammengetrommelt und das Urteil gegen seine Schandbeutel noch an Ort und Stelle standrechtlich vollstreckt hat, bevor die ihre Stimmen im Dezember bei der Vergabe der Weltmeisterschaften 2018 und 2022 verscherbeln, agiert Michel Platini defensiver.
Er vertraut darauf, dass seine Funktionäre unbestechlich sind. Platinis Uefa, bemängelt aber der Sportsfreund Spyros, bremse ihn seit zwei Jahren ungehört aus - in der Hoffnung womöglich, dass einer den dehnbaren Begriff der Bestechung endlich einmal zuverlässig definiert? Was ist Bestechung? Die Meinungen driften weit auseinander, und Platinis zögerliches Handeln ließe sich beispielsweise prima erklären mit der Geschichte vom Präsidenten einer mittelamerikanischen Bananenrepublik.
Mit der linken Hand hat Blatter eine Säuberungsrunde mit dem anspruchsvollen Namen "Ethikkommission" gegründet; und mit der rechten Hand haut er allen Strolchen eine runter, die krumme Dinger drehen und als Entscheidungsträger ihre Stimmen verkaufen wollen wie jene Exekutivmitglieder des Weltverbandes Fifa, die er vergangene Woche hat suspendieren müssen.
"Ein trauriger Tag", sagte Blatter.Und schon droht der nächste, diesmal der Uefa. Wenn es sich bei dem zyprischen Altfunktionär, der sich dieser Tage mit hässlichen Thesen meldete, um keinen verlogenen Schwätzer handelt, ist auch der europäische Verband unterwandert von profitlichen Schurken, die auf die bestechende Eigenschaft des Geldes schwören und dessen unbezahlbare Wirkung anlässlich der Vergabe der EM 2012 an Polen und die Ukraine bewiesen haben.
Elf Millionen Euro Schmiergeld
Sie soll, auf Kosten der arglosen Italiener, kurzerhand gekauft worden sein. Spyros Marangos heißt der Überbringer des schier unaussprechlichen Verdachts, und er spricht vom "größten Skandal der Fußballgeschichte". Für die Stimmen von fünf Stinkstiefeln soll als Schmiermittel die betörende Summe von elf Millionen Euro geflossen sein.
Die gute Nachricht: noch ist niemand verhaftet worden. Denn während Blatter sofort das Fifa-Ehrengericht seiner Ethikkommission zusammengetrommelt und das Urteil gegen seine Schandbeutel noch an Ort und Stelle standrechtlich vollstreckt hat, bevor die ihre Stimmen im Dezember bei der Vergabe der Weltmeisterschaften 2018 und 2022 verscherbeln, agiert Michel Platini defensiver.
Er vertraut darauf, dass seine Funktionäre unbestechlich sind. Platinis Uefa, bemängelt aber der Sportsfreund Spyros, bremse ihn seit zwei Jahren ungehört aus - in der Hoffnung womöglich, dass einer den dehnbaren Begriff der Bestechung endlich einmal zuverlässig definiert? Was ist Bestechung? Die Meinungen driften weit auseinander, und Platinis zögerliches Handeln ließe sich beispielsweise prima erklären mit der Geschichte vom Präsidenten einer mittelamerikanischen Bananenrepublik.
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