Behördenfehler Freiburgs angeblicher Wahlbetrug

Von Christoph Donauer 

Am Wochenende sorgte das Freiburger Wahlamt für Verwirrung. Nutzer, die mit dem Smartphone auf den Seiten der Stadt unterwegs waren, konnten scheinbar in die Zukunft sehen. Denn der Behörde war ein peinlicher Fehler unterlaufen.  

Zu einer „peinlichen Panne“ war es am Freitag im Wahlamt in Freiburg im Breisgau gekommen. Foto: dpa
Zu einer „peinlichen Panne“ war es am Freitag im Wahlamt in Freiburg im Breisgau gekommen. Foto: dpa

Stuttgart/Freiburg - Eine Welle von Verschwörungstheorien entbrannte am Samstag vor den Landtagswahlen in Baden-Württemberg. In den sozialen Netzwerken war von „Wahlfälschung“ und „Wahlbetrug“ die Rede. Mitten in der Kritik: Das Wahlamt der Stadt Freiburg im Breisgau.

Im Regelfall werde offline getestet

Der Behörde war ein Fehler unterlaufen: Schon am Freitag konnte man über das Smartphone angeblich die Ergebnisse der Landtagswahlen abrufen, für ganz Baden-Württemberg. „Das ist eine sehr peinliche Panne“, entschuldigt sich der Pressesprecher der Stadt Freiburg, Toni Klein.

Er beschreibt das Auftauchen der fiktiven Ergebnisse als Missgeschick. So habe man testen wollen, ob die Namen der Kanidaten auf Smartphones gut lesbar seien. Dazu habe man Daten der Landtagswahlen von 2006 verwendet.

Das alles mache man offline. Ein Mitarbeiter aus dem Statistikamt habe die veralteten Ergebnisse allerdings testweise online geschaltet. „Wenn da dann was schief geht, merken wir das normalerweise sofort. Diesmal haben wir es aber nicht gemerkt“, erklärt Klein.

Stadtsprecher: „Jeder kann sich seinen Teil dazu denken.“

Scheinbar hatte der Mitarbeiter vergessen, die Daten für die mobile Webseite wieder herauszunehmen. „Es meldete sich irgendwann ein Journalist, der die Seite gefunden hat“, so Klein. Fast 24 Stunden lang konnten Nutzer die fiktiven Ergebnisse über ihr Handy abrufen.

Den Vorwurf, in Freiburg wurden Ergebnisse gefälscht, kann der Stadtsprecher verstehen: „Jeder kann sich seinen Teil dazu denken. Wir schelten die Leute nicht, wenn sie so etwas glauben, denn wir haben den Fehler ja begangen.“

Dennoch arbeite man daran, den Wählern größtmögliche Transparenz zu bieten, auch in den sozialen Medien. Um diese zu gewährleisten, kämen einzelne Menschen mit sehr großen Datenmengen in Berührung, erklärt Klein. Und dass es dabei zu diesem Fehler gekommen ist, sei einmalig. „Diese Art von Panne wird uns die nächsten zehn Wahlgänge nicht mehr passieren“, fügt er lachend hinzu.

Auf Twitter reagierten einige Nutzer verwirrt. Andere machten sich über den Fehler der Behörde lustig oder unterstellten gar Wahlbetrug. Da half auch die frühe Stellungnahme der Stadt nichts: