Bergers
Preise im Keller mit Ambiente
Matthias Ring,
10.01.2010 16:38 Uhr
Neue gute Kellergeister: Ardian Selmanaj (links) und Rainer Baumgartner vom Restaurant Bergers Foto: Zweygarth
Stuttgart - Wegen Problemen mit einer Baufirma hat sich die Eröffnung des Bergers um gut ein halbes Jahr verzögert. Was lange währt, wird endlich gut? Ja, schon - wenn auch längst nicht so gut wie im Gui, das zuletzt im Gewölbekeller in der Sophienstraße weilte. Das muss aber nichts Schlechtes heißen, denn wie der Nachfolger Ardian Selmanaj sagt: "Wir wollen, dass die Leute einmal im Monat kommen und nicht einmal im Jahr." Dementsprechend ist die Preispolitik im Bergers im Vergleich zum etwas überambitionierten Gui eine eher reelle.
Die Einrichtung ist dieselbe, die Ausrichtung eine andere: österreichisch, denn am Herd steht als zweiter Geschäftsführer mit Rainer Baumgartner eben ein Österreicher.
Drei Jahre lang war er Betriebsleiter in der Alten Kanzlei, wo er auch Selmanaj kennen gelernt hat. Nun also haben die beiden Junggastronomen den Sprung in die Selbstständigkeit gewagt und mit dem Gewölbekeller schon mal einen guten Trumpf in der Hand. Ein Raum ist hinzugekommen, über dessen Nutzung noch nachgedacht wird. Wichtig aber ist vor allem, dass es im Sommer eine Terrasse mit 70 Plätzen geben wird. Eine weitere Neuheit ist ein Aufzug, mit dem Gehbehinderte bequem in den Gewölbekeller kommen - die Toilette ist allerdings noch eine Treppe tiefer.
Und was kommt auf den Tisch? Vorneweg erst einmal edle Salze, Olivenöl und Brot. Von der kleinen Karte, die alle paar Wochen wechselt, wählen wir die Kürbiskernsuppe (5,60 Euro), die von der Konsistenz her zwar ungewöhnlich dünn ist, aber dennoch fruchtig-herzhaft schmeckt. Außerdem Ziegenkäse-Brulée auf Birnencarpaccio (10,80 Euro), hauchdünne Scheibchen also - eine nette Idee. Etwas dünner hatten wir uns auch den Tafelspitz mit Wurzelgemüse, Röstkartoffeln und Semmelkren (18,80 Euro) vorgestellt. Trotzdem ist das Rindfleisch nicht zäh und die Portion üppig. Natürlich hätten wir auch gerne das Wiener Schnitzel vom Kalb (17,90 Euro) probiert, haben uns aber der Ausgewogenheit halber für den Fisch entschieden. Die zwei Zanderfilets auf Gemüsebett (16,30Euro) sind schön kross, nur mehr Entschlossenheit bei der geschmacklichen Abstimmung hätte gut getan.
Bei den Weinen erweist sich Ardian Selmanaj als entgegenkommend und öffnet alles, was der Keller so hergibt. Und das sind neben hiesigen Klassikern von Schnaitmann und Aldinger natürlich lohnenswerte Österreicher wie der würzige grüne Veltliner namens Federspiel (3,10 Euro das Achtel). Ans Herz gelegt wird uns auch der Volcano, eine kräftige Cuvée aus dem Burgenland, die etwas Zeit zum Atmen braucht, uns dann aber beeindruckt - auch preislich: 8,20 Euro für 0,2. Abschließend nehmen wir ein Dessertduo (7,60 Euro) zu zweit, das, weil es gut schmeckt, trotzdem noch reinpasst: Kaiserschmarrn und Birne Helene mit zweierlei Mousse - hapüh! Vielleicht probieren wir demnächst den kleinen Mittagstisch, den es ab sofort gibt ...
http://www.bergers-restaurant.de »
Küche: ***
Service: ****
Ambiente:****
***** = herausragend, **** = überdurchschnittlich, *** = gut, ** = Luft nach oben, * = viel zu verbessern
Die Beurteilung berücksichtigt auch das Preis-/Leistungsverhältnis. Das günstige Lokal um die Ecke wird nach anderen Kriterien bewertet als ein Sternerestaurant. Der Test gibt Aufschluss über die Tagesform der Küche.
Drei Jahre lang war er Betriebsleiter in der Alten Kanzlei, wo er auch Selmanaj kennen gelernt hat. Nun also haben die beiden Junggastronomen den Sprung in die Selbstständigkeit gewagt und mit dem Gewölbekeller schon mal einen guten Trumpf in der Hand. Ein Raum ist hinzugekommen, über dessen Nutzung noch nachgedacht wird. Wichtig aber ist vor allem, dass es im Sommer eine Terrasse mit 70 Plätzen geben wird. Eine weitere Neuheit ist ein Aufzug, mit dem Gehbehinderte bequem in den Gewölbekeller kommen - die Toilette ist allerdings noch eine Treppe tiefer.
Östereichische Klassiker und gute Weine
Und was kommt auf den Tisch? Vorneweg erst einmal edle Salze, Olivenöl und Brot. Von der kleinen Karte, die alle paar Wochen wechselt, wählen wir die Kürbiskernsuppe (5,60 Euro), die von der Konsistenz her zwar ungewöhnlich dünn ist, aber dennoch fruchtig-herzhaft schmeckt. Außerdem Ziegenkäse-Brulée auf Birnencarpaccio (10,80 Euro), hauchdünne Scheibchen also - eine nette Idee. Etwas dünner hatten wir uns auch den Tafelspitz mit Wurzelgemüse, Röstkartoffeln und Semmelkren (18,80 Euro) vorgestellt. Trotzdem ist das Rindfleisch nicht zäh und die Portion üppig. Natürlich hätten wir auch gerne das Wiener Schnitzel vom Kalb (17,90 Euro) probiert, haben uns aber der Ausgewogenheit halber für den Fisch entschieden. Die zwei Zanderfilets auf Gemüsebett (16,30Euro) sind schön kross, nur mehr Entschlossenheit bei der geschmacklichen Abstimmung hätte gut getan.
Bei den Weinen erweist sich Ardian Selmanaj als entgegenkommend und öffnet alles, was der Keller so hergibt. Und das sind neben hiesigen Klassikern von Schnaitmann und Aldinger natürlich lohnenswerte Österreicher wie der würzige grüne Veltliner namens Federspiel (3,10 Euro das Achtel). Ans Herz gelegt wird uns auch der Volcano, eine kräftige Cuvée aus dem Burgenland, die etwas Zeit zum Atmen braucht, uns dann aber beeindruckt - auch preislich: 8,20 Euro für 0,2. Abschließend nehmen wir ein Dessertduo (7,60 Euro) zu zweit, das, weil es gut schmeckt, trotzdem noch reinpasst: Kaiserschmarrn und Birne Helene mit zweierlei Mousse - hapüh! Vielleicht probieren wir demnächst den kleinen Mittagstisch, den es ab sofort gibt ...
Bergers, Sophienstraße 3, 70180 Stuttgart, Telefon 0711 / 518 72 466. Geöffnet von Montag bis Samstag 11.30 bis 14 Uhr und ab 18 Uhr, Küche bis 22.30 Uhr.
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Die Bewertung
Küche: ***
Service: ****
Ambiente:****
Legende
***** = herausragend, **** = überdurchschnittlich, *** = gut, ** = Luft nach oben, * = viel zu verbessern
Die Beurteilung berücksichtigt auch das Preis-/Leistungsverhältnis. Das günstige Lokal um die Ecke wird nach anderen Kriterien bewertet als ein Sternerestaurant. Der Test gibt Aufschluss über die Tagesform der Küche.
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Und noch immer ist auch diesem Artikel eine der wichtigsten Infos nicht zu entnehmen: Muß ich bündelweise bar bezahlen oder werden Karten (welche?) akzeptiert
Federspiel
Also, dass die Bezeichnungen munter durcheinanderpurzeln sollte dann doch nicht der lokalkritischen Presse passieren. Man sollte schon wissen, wovon man spricht, wenn man Bewertungen abgibt. Federspiel IST nun mal kein Name, sondern definitiv eine Qualitätsstufe in der Wachau mit einem Klosterneuburger Mostgewicht von mindestens 17°. Damit liegt die Qualität unterhalb einer deutschen Spätlese, aber über dem Kabinett. Die nächste Stufe ist dann der Smaragd. Mein Mitleser hat recht, der Fehler lässt sehr an der Qualifikation zweifeln des Mitarbeiters alias Restauranttesters zweifeln.
Federspiel
Richtig. Federspiel ist eine Qualitätsbezeichnung für Weine aus der Wachau und nicht der Name eines einzigen Weines. Dennoch kann man sagen, ich trinke einen Federspiel wie auch einen Kabinett oder einen Sangiovese, oder haben Sie den Schnaitmann schon probiert? Die (Kunst-)Namen von Qualitätsbezeichnungen, Winzern, Rebsorten oder Anbaugebieten purzeln im Sprachgebrauch tatsächlich munter durcheinander. Der Winzer des erwähnten Federspiels heißt übrigens Emmerich Knoll, und der mit dem Volcano Hans Igler ...