Betrug mit Kunstwerken
Tausend gefälschte Giacomettis
Anja Tröster,
03.09.2010 10:12 Uhr
Bereits Mitte 2009 fand das Landeskriminalamt Baden-Württemberg die gefältschen Skulpturen. Foto: dpa
Stuttgart - Am 3. Februar hat eine Bronzefigur des Künstlers Alberto Giacometti bei einer Auktion von Sotheby's in London für umgerechnet 78 Millionen Euro den Besitzer gewechselt. Zwei Tage zuvor war ein Böblinger Geschäftsmann am Stuttgarter Landgericht zu vier Jahren und neun Monaten Haft verurteilt worden, weil er nach der Überzeugung der Richter falsche Giacometti-Skulpturen hatte verkaufen wollen. Sein Komplize, ein Mainzer Kunsthändler, wurde zu zwei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt.
Nun klagt die Stuttgarter Staatsanwaltschaft den 62-jährigen Mainzer das zweite Mal an. Dieses Mal geht es um einen aufsehenerregenden Fund, den das Landeskriminalamt vor einem Jahr gemacht hat. Damals habe man in einem geheimen Mainzer Lager des Händlers mehr als tausend gefälschte Giacometti-Skulpturen gefunden, teilen die Ermittler mit. Diese Fälschungen seien zum Verkauf im In- und Ausland bestimmt gewesen. In den sechs Jahren vor seiner Festnahme im August 2009, so der Vorwurf der Ankläger, habe der Händler mehr als neun Millionen Euro erwirtschaftet, indem er gefälschte Kunstwerke verkauft habe. Deshalb muss er sich zusammen mit seiner 60-jährigen Frau und einem 59-jährigen Komplizen wegen bandenmäßigen Betrugs und Urkundenfälschung verantworten. Die Kunstwerke werden juristisch wie Urkunden gewertet.
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft habe sich der 59-jährige Kompagnon als Reichsgraf ausgegeben und sei als Verkäufer aufgetreten. Den Kunden habe er suggeriert, die Skulpturen stammten aus einem geheimen Fundus Diego Giacomettis, dem jüngeren Bruder des Künstlers. Der 59-Jährige behauptete, als enger Vertrauter habe der Bruder ihm die Skulpturen überlassen. Zum Beweis soll er den Kunden sein Buch "Diegos Rache" sowie gefälschte Zertifikate vorgelegt haben.
Außer dem Trio sind zwei weitere Helfer mit angeklagt. Die 55 und 69 Jahre alten Männer sollen am Druck jenes Buches und an der Vermittlung der Verkäufe beteiligt gewesen sein. Im Gegensatz zu dem 62-jährigen Händler und dem 59-jährigen angeblichen Verwalter des "geheimen Fundus" sind diese beiden aber nicht in Untersuchungshaft. Die zwei Hauptangeklagten dagegen sitzen seit mehr als einem Jahr im Gefängnis. Es ist deshalb denkbar, dass der Prozess so terminiert wird, dass er vor dem nächsten Haftprüfungstermin beginnt.
Nun klagt die Stuttgarter Staatsanwaltschaft den 62-jährigen Mainzer das zweite Mal an. Dieses Mal geht es um einen aufsehenerregenden Fund, den das Landeskriminalamt vor einem Jahr gemacht hat. Damals habe man in einem geheimen Mainzer Lager des Händlers mehr als tausend gefälschte Giacometti-Skulpturen gefunden, teilen die Ermittler mit. Diese Fälschungen seien zum Verkauf im In- und Ausland bestimmt gewesen. In den sechs Jahren vor seiner Festnahme im August 2009, so der Vorwurf der Ankläger, habe der Händler mehr als neun Millionen Euro erwirtschaftet, indem er gefälschte Kunstwerke verkauft habe. Deshalb muss er sich zusammen mit seiner 60-jährigen Frau und einem 59-jährigen Komplizen wegen bandenmäßigen Betrugs und Urkundenfälschung verantworten. Die Kunstwerke werden juristisch wie Urkunden gewertet.
Der Angeklagte gab sich als Adliger aus
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft habe sich der 59-jährige Kompagnon als Reichsgraf ausgegeben und sei als Verkäufer aufgetreten. Den Kunden habe er suggeriert, die Skulpturen stammten aus einem geheimen Fundus Diego Giacomettis, dem jüngeren Bruder des Künstlers. Der 59-Jährige behauptete, als enger Vertrauter habe der Bruder ihm die Skulpturen überlassen. Zum Beweis soll er den Kunden sein Buch "Diegos Rache" sowie gefälschte Zertifikate vorgelegt haben.
Außer dem Trio sind zwei weitere Helfer mit angeklagt. Die 55 und 69 Jahre alten Männer sollen am Druck jenes Buches und an der Vermittlung der Verkäufe beteiligt gewesen sein. Im Gegensatz zu dem 62-jährigen Händler und dem 59-jährigen angeblichen Verwalter des "geheimen Fundus" sind diese beiden aber nicht in Untersuchungshaft. Die zwei Hauptangeklagten dagegen sitzen seit mehr als einem Jahr im Gefängnis. Es ist deshalb denkbar, dass der Prozess so terminiert wird, dass er vor dem nächsten Haftprüfungstermin beginnt.
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