Bewegungsaktionstag für Kinder Immer in Bewegung bleiben

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Fast 1000 Kinder balancieren, turnen, springen und rennen beim siebten Bewegungsaktionstag des SV Vaihingen. Manche der Disziplinen sind allerdings gar nicht so einfach.

Auf dem Airtrack springen die Kinder über Hindernisse. Foto: Sandra Hintermayr
Auf dem Airtrack springen die Kinder über Hindernisse. Foto: Sandra Hintermayr

Vaihingen - Energisch hebt Paul den Oberkörper in Richtung seiner Knie. Nochmal und nochmal und nochmal – Sit-ups sind für den Jungen kein Problem. Doch Michaela Netzer-Voit mahnt zur Besonnenheit: „Mach lieber langsam. Nicht, dass du bei den Temperaturen noch zusammenklappst“, sagt die Leiterin der Turnabteilung und Organisatorin des Bewegungsaktionstags beim Sportverein Vaihingen (SVV). Am Donnerstagmorgen turnen, balancieren, springen und rennen 978 Kinder über das Gelände des SV am Schwarzbach. Sie kommen aus der Pestalozzischule, der Schönbuchschule und der Österfeldschule sowie aus insgesamt acht Kindertagesstätten in Vaihingen. Unter den Teilnehmern sind auch Flüchtlingskinder, die an zwei der Grundschulen gehen, sowie eine Außenklasse der Margarete-Steiff-Schule.

Gummibärchen gegen kleine Wehwehchen

Bei der Masse an Kindern ist es gar nicht so einfach, den Überblick zu bewahren. „Das kann einer alleine gar nicht leisten“, sagt Netzer-Voit. Sie bekommt an diesem Tag Unterstützung von 50 Ehrenamtlichen, die die insgesamt sechs Stationen betreuen, die Urkunden ausfüllen, Apfel und Müsliriegel verteilen oder beim Auffüllen der Getränkeflaschen helfen. Gerade das ist bei den sommerlichen Temperaturen bereits am Vormittag wichtig. „Wir achten darauf, dass die Kinder ausreichend Wasser trinken und sich nicht übernehmen“, sagt die Organisatorin. Sollte doch etwas sein, stehen die Helfer vom Roten Kreuz bereit. „Aber meistens reicht die Dose Gummibärchen für die Wehwehchen der Kinder“, berichtet Netzer-Voit und lacht.

Seit 2010 gehört der Bewegungsaktionstag zum Jahresprogramm der Turnabteilung des SV Vaihingen. „Die Kinder können ihre Geschicklichkeit, Ausdauer oder ihre Sprungkraft testen, von allen Bewegungsformen ist etwas dabei“, erklärt Netzer-Voit. Für die Kindergartenkinder und Schüler geht es darum, beim „Vaihinger Kindertest“ in den einzelnen Disziplinen möglichst viele Punkte zu sammeln. Die Aufgaben sind vielfältig: 15 Meter mit dem Pedalo geradeaus fahren, Weitsprung aus dem Stand, ein kurzer Sprint mit Wendung und zurücksprinten, Sit-ups, einbeinig balancieren auf der Slackline oder über Hindernisse springen auf dem Airtrack, einem mit Luft befüllten Kissen.

Freude an Bewegung an der frischen Luft

Die vermeintlich einfachste Disziplin, das Pedalofahren, ist für manche Kinder gar nicht so leicht. „Viele machen das heute zum ersten Mal“, sagt Netzer-Voit. Denn Bewegung an der frischen Luft ist für Kinder nicht mehr so selbstverständlich wie vor zwanzig Jahren. „Es gibt schon noch Kinder, die Mitglied in Sportvereinen sind und keine Probleme mit unseren Aufgaben haben. Aber es gibt eben auch die Couchkartoffeln“, sagt die Organisatorin. Dazu komme, dass viele Kinder den ganzen Tag in der Schule oder in der Kita sind. Für Sport bleibe da oft nur noch wenig Zeit. „Gerade diesen Kindern wollen wir mit dem Aktionstag zeigen, wie toll Sport und Bewegung an der frischen Luft sein können“, so Netzer-Voit. Auch, wenn es am Ende Medaillen und Urkunden gibt, soll der Wettkampf nicht im Vordergrund stehen. „Die Kinder sollen einfach Spaß haben.“ Den haben die kleinen Teilnehmer in jedem Fall. Besonders der Airtrack kommt gut an. Das Gedrängel in der Schlange ist groß. Jeder möchte so schnell wie möglich auf die Luftmatte und über die Hindernisse springen.

Wem die sportlichen Wettkämpfe noch nicht genug der Bewegung sind, der kann sich im Anschluss daran weiter mit Slackline, Pedalo und Co. beschäftigen. Oder aber sportlich um die Welt toben. Denn die Kinderturnstiftung Baden-Württemberg hat mit dem Kinderturnmobil Stationen aufgebaut, bei denen die Kinder wie ein Känguru springen, wie eine Katze balancieren oder wie ein Bär durch Tunnel kriechen können. „Es ist schön, wie voll es ist. Es sind so viele Kinder auf dem Sportplatz“, sagt die Organisatorin Michaela Netzer-Voit und blickt zufrieden auf die fast 1000 Kinder, die lautstark über den Platz wuseln.

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