Bierbrauerei
Jeder braut sein eigenes Süppchen
Philipp Scheffbuch,
30.07.2010 07:29 Uhr
Mehr Luft für das Weißbier: die Hauptgärung findet bei Schneider in Kelheim im offenen Bottich statt. Foto: StZ
Kelheim - Georg der Sechste sitzt im Schatten - an einem Tisch in seinem Biergarten, mitten im niederbayrischen Kelheim nahe Regensburg. Die Bedienung eilt herbei. "Was möchten S' trinken, Herr Schneider?" Der Brauereiinhaber kneift die Augen zusammen, schaut zur sengenden Sonne und sagt: "Für mich ein großes Wasser." Es ist heiß, 35 Grad im Schatten. Schneider verzichtet deshalb auf seine Hausspezialität, das Schneider Weisse, ein Weizenvollbier mit 5,4 Prozent Alkohol und 12,8 Prozent Stammwürze. Er scheint dessen mögliche Nebenwirkungen zu kennen. Es ist früh am Nachmittag. Schneider verhält sich wie ein typischer Verbraucher.
Die Deutschen verzichten immer öfter auf Gerstensaft. Mal ist es zu kalt dafür, dann viel zu warm und jetzt wieder kühl. Die Brauer erleben ein merkwürdiges Jahr. Bis Mai ging der Absatz von Bier in Deutschland um 4,5 Prozent zurück. Dann kam die WM und die Hitze. Im Juni schluckten die Deutschen laut Statistischem Bundesamt 8,8 Prozent mehr Bier als im Vorjahresmonat. Bei normalen sommerlichen Temperaturen wäre der Zuwachs größer gewesen. So bleibt fürs erste Halbjahr - trotz WM-Euphorie - ein Minus von 2,1 Prozent.
Schneider trinkt einen Schluck Wasser und schaut einem fröhlich in die Augen. Dem 44-Jährigen geht es gut. Er ist zufrieden. "Wir können doch nicht erst über das schlechte Wetter klagen und uns jetzt bei Hitze schon wieder beschweren." Mit dieser Haltung unterscheidet er sich von vielen seiner Kollegen. Schneider geht davon aus, in diesem Jahr 4,5 Prozent weniger Weißbier als im Vorjahr zu verkaufen: "Es werden am Ende des Jahres wohl 285.000 Hektoliter sein." Das entspricht einem Fünftel der Menge der Firma Erdinger.
Der Vergleich bietet sich an. Wer Schneider einordnen möchte, muss von Kelheim aus 100 Kilometer gen Süden nach Erding schauen. "Herr Brombach ist doch nicht Herr Brombach, er ist der größte Weißbierbrauer der Welt", antwortet Schneider süffisant, wird er auf den 71-jährigen Eigentümer der Konkurrenz angesprochen. In der Tat: Erdinger Weißbräu ist weltweit Marktführer. Werner Brombach legt auch Wert darauf. Er will unbedingt Marktführer bleiben. Deshalb schimpft der Erdinger-Chef regelmäßig über billiges Weizenbier von Krombacher und besonders von Oettinger, die einen Kasten Weizenbier für nur zehn beziehungsweise sechs Euro anbieten.
Die Deutschen verzichten immer öfter auf Gerstensaft. Mal ist es zu kalt dafür, dann viel zu warm und jetzt wieder kühl. Die Brauer erleben ein merkwürdiges Jahr. Bis Mai ging der Absatz von Bier in Deutschland um 4,5 Prozent zurück. Dann kam die WM und die Hitze. Im Juni schluckten die Deutschen laut Statistischem Bundesamt 8,8 Prozent mehr Bier als im Vorjahresmonat. Bei normalen sommerlichen Temperaturen wäre der Zuwachs größer gewesen. So bleibt fürs erste Halbjahr - trotz WM-Euphorie - ein Minus von 2,1 Prozent.
Schneider trinkt einen Schluck Wasser und schaut einem fröhlich in die Augen. Dem 44-Jährigen geht es gut. Er ist zufrieden. "Wir können doch nicht erst über das schlechte Wetter klagen und uns jetzt bei Hitze schon wieder beschweren." Mit dieser Haltung unterscheidet er sich von vielen seiner Kollegen. Schneider geht davon aus, in diesem Jahr 4,5 Prozent weniger Weißbier als im Vorjahr zu verkaufen: "Es werden am Ende des Jahres wohl 285.000 Hektoliter sein." Das entspricht einem Fünftel der Menge der Firma Erdinger.
Der Vergleich bietet sich an. Wer Schneider einordnen möchte, muss von Kelheim aus 100 Kilometer gen Süden nach Erding schauen. "Herr Brombach ist doch nicht Herr Brombach, er ist der größte Weißbierbrauer der Welt", antwortet Schneider süffisant, wird er auf den 71-jährigen Eigentümer der Konkurrenz angesprochen. In der Tat: Erdinger Weißbräu ist weltweit Marktführer. Werner Brombach legt auch Wert darauf. Er will unbedingt Marktführer bleiben. Deshalb schimpft der Erdinger-Chef regelmäßig über billiges Weizenbier von Krombacher und besonders von Oettinger, die einen Kasten Weizenbier für nur zehn beziehungsweise sechs Euro anbieten.
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