Bierhoff zur Kapitänsfrage "Kein Kapitänsgerangel"
dpa, 31.12.2010 17:10 Uhr
Oliver Bierhoff spürt, dass die deutsche Nationalelf heiß auf einen Titel ist. Foto: AP
Oliver Bierhoff spürt, dass die deutsche Nationalelf heiß auf einen Titel ist. Foto: AP
""Er hatte enormes Pech.""
Oliver Bierhoff über Michael Ballack

Frankfurt (Main) - Oliver Bierhoff verspürt bei der deutschen Fußball-Nationalmannschaft und ihren Fans wachsende Sehnsucht nach einem Titelgewinn. "Man wird von zweiten oder dritten Plätzen nicht satt", sagte der DFB-Teammanager. Nach dem knappen Scheitern bei den WM-Turnieren 2006 und 2010 (jeweils Dritter) sowie der EM-Endrunde 2008 (Niederlage im Finale) sei "eine Ungeduld da, einen Titel zu holen. Gerade mit dieser jungen Mannschaft, die so viel Mut gemacht hat und in der so viel Qualität steckt."

Ob Michael Ballack die vielgelobte Boygroup um Jungstars wie Mesut Özil und Thomas Müller nochmals als Kapitän zur EM-Endrunde 2012 führen wird, ist eine der spannendsten Fragen, die sich schon 2011 klären könnte. Bierhoff glaubt an ein Comeback des 34-Jährigen und warnt zugleich vor Machtkämpfen. "Es wird im Miteinander auch wichtig sein zu zeigen, dass es nicht um ein Kapitänsgerangel geht", sagte Bierhoff zum Kampf um die Spielführerbinde zwischen Ballack und dessen derzeitigem Vertreter Philipp Lahm.

Balacks 100. Spiel ist für Bierhoff sicher


"Aufgrund seiner Persönlichkeit und seines Namens wird es bei Michael Ballack aber immer wieder Diskussionen geben, ob er Kapitän ist oder nicht", prophezeite Bierhoff: "Er steht immer im Fokus." Seinen ehemaligen Mitspieler Ballack betrachtet der einstige DFB-Kapitän "auf gar kein Fall" als Verlierer des Jahres. "Er hatte enormes Pech", meinte der Manager angesichts der zwei schweren Verletzungen des Bundesligarückkehrers. Bierhoff erwartet, dass sich der 98-malige Nationalspieler 2011 "wieder herankämpfen" wird und zumindest noch die 100 Länderspiele vollmachen wird: "Davon bin ich überzeugt!"

Für Ballack dürfte es jedoch schwer werden, seinen Stammplatz zurückzuerobern. "Im defensiven Mittelfeld haben Bastian Schweinsteiger und Sami Khedira gespielt, teilweise auch Toni Kroos. Auch Simon Rolfes kommt zurück", sagt Bierhoff. Der Konkurrenzkampf sei leistungsmäßig "für alle von Vorteil", müsse aber "zum Wohl des Teams kanalisiert werden".
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