Bildung Werkreallehrer fordern bessere Karrierechancen

Von czi 

Werkrealschulen sind ein Auslaufmodell, deshalb hat dort bereits die Lehrerflucht begonnen. Die Lehrergewerkschaft sieht jene im Karriereaus, die die Schüler bis zum Abschluss begleiten und dann das Licht ausmachen müssen.

Wie hier bei den Proben zu „Living in a Box“ legen Werkrealschulen großen Wert auf individuelle Förderung und die Zusammenarbeit mit anderen Schulen. Foto: Petra Mostbacher-Dix
Wie hier bei den Proben zu „Living in a Box“ legen Werkrealschulen großen Wert auf individuelle Förderung und die Zusammenarbeit mit anderen Schulen. Foto: Petra Mostbacher-Dix

Stuttgart - Im Schuljahr 2015/2016 haben sich nur noch 256 Viertklässler (fünf Prozent) aus der Landeshauptstadt für eine Werkrealschule entschieden. Im laufenden Schuljahr haben deshalb nur noch sieben Schulen den Werkrealschulbetrieb aufrecht erhalten. Die anderen Schulen haben sich zu Gemeinschaftsschulen entwickelt, einige Schulstandorte werden geschlossen und die Schüler auf die bestehenden Realschulen verwiesen.

Lehrer fühlen sich vergessen

„Für die Werkrealschullehrkräfte gibt es keine Perspektive für eine Personalentwicklung“, sorgt sich nun die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Die Kreisvorsitzende Annemarie Raab verweist auf den Kabinettsbeschluss vom März diesen Jahres, womit „die Ungleichbehandlung der Werkrealschulkräfte fortgesetzt“ werde. Aufstiegslehrgänge gebe es nur für Kollegen, die im Schuljahr 2017/18 an Realschulen, Sonderschulen oder Gemeinschaftsschulen abbeordert sind. „Erfahrene Kräfte, die ihre Schüler an der Werkrealschule noch zum Abschluss begleiten, sind vergessen von Politik und Gesellschaft“, so Raab.

Die GEW fordert die Landesregierung auf, auch Lehrer weiterzuqualifizieren, die bis zuletzt an den Werkrealschulen verbleiben, und zwar in der unterrichtsfreien Zeit. Dann soll ihnen dieselbe Bezahlung gewährt werden wie den wechselnden Lehrkräften, die am neuen Einsatzort nach A13/ E13 bezahlt werden.