Bildungsplan-Gegner in Stuttgart Polizei muss Demonstration sichern

Von che/dpa 

Unter dem Motto "Ehe und Familie vor“ haben sich laut Schätzungen der Polizei am Sonntag rund 1200 Bildungsplangegner in Stuttgart versammelt. Auch Gegendemonstranten reisten an. Die Polizei war mit mehreren hundert Beamten im Einsatz.

Nach Polizeiangaben rund 1200 Gegner des Bildungsplans haben sich am Sonntag auf dem Schillerplatz in Stuttgart versammelt. Auch Gegendemonstranten zogen auf. Die Polizei war mit mehreren hundert Beamten im Einsatz. Foto: www.7aktuell.de | Florian Gerlach 27 Bilder
Nach Polizeiangaben rund 1200 Gegner des Bildungsplans haben sich am Sonntag auf dem Schillerplatz in Stuttgart versammelt. Auch Gegendemonstranten zogen auf. Die Polizei war mit mehreren hundert Beamten im Einsatz.Foto: www.7aktuell.de | Florian Gerlach

Stuttgart - Das Thema sexuelle Vielfalt im Unterricht hat am Sonntag erneut Gegner des Bildungsplans der Landesregierung auf die Straße gelockt. Laut Polizei zogen am Sonntagnachmittag etwa 1200 Demonstranten in Stuttgart vom Schillerplatz zum Staatstheater. Ein Großaufgebot von Polizisten trennte die Teilnehmer von etwa 200 Gegendemonstranten. Es gab vereinzelt Rangeleien. Nach eigenen Angaben erteilte die Polizei Mitgliedern linker Gruppen sechs Platzverweise und stellte mehrere Gegenstände sicher, darunter Textilien zur Vermummung.

Die Bildungsplangegner zogen mit der Parole „Vater, Mutter, Kinder – Familie voran“ auch über die Hauptstätter Straße, die dafür kurz für den Verkehr gesperrt werden musste. Zuvor hatten Redner des Aktionsbündnisses „Demo für alle“ bei der Kundgebung „Auswüchse der Gender-Ideologie“ kritisiert. Man spreche sich gegen eine Sexualisierung der Schule aus.

Die Landes-Grünen kritisieren indes, dass zum Bündnis auch CDU-Kreisverbände, der Arbeitskreis „Christdemokraten für das Leben“ und die AfD zählten. Das Kultusministerium wehrte sich gegen Vorwürfe, es strebe mit dem Bildungsplan eine „Sexualisierung der Schule“ an oder wolle Familien zerstören. „Die Initiatoren spielen bewusst mit den Ängsten von Eltern, um ihrer Ideologie zu entsprechen und ihre Anhänger anzuheizen“, sagte ein Sprecher von Ressortchef Andreas Stoch (SPD). Vielmehr sei der Wert von Ehe und Familie einer der Grundpfeiler des Bildungsplans.

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15 KommentareKommentar schreiben

@Bernd Wächter: Es hat niemand was gegen Diskussion. Selbstverständlich kann man Bildungspläne diskutieren. Aber bitte an der Sache entlang und nicht mit Parolen wie Sexualisierung der Kinder oder ähnliche Hetze. Das hat nichts mit der Sache zu tun sondern ist reine Demagogie.

Rainer Begander, 13:27 Uhr: Blöd, wenn einem jetzt plötzlich die gleichen Fragen gestellt werden. Ich hätte erwartet, dass Sie etwas gelassener reagieren. Apropos "Hansele" ... es sind Montags immer noch deutlich Mehr Menschen auf den Demos als bei dieser bizarren Vorstellung.

Friedhelm Diehl, 09:51 Uhr: Da sehen Sie mal, wie es ist wenn einem plötzlich solch komischen und absurden Fragen gestellt werden,wie z.B. nach den Polizeikosten. Es sind exakt dieselben Fragen, die sich auch die S21 Gegner ständig anhören mussten. Eventuell erinnert sich der ein oder andere Tiefbahnhofsfetischist und Bildungsgegener daran, wenn er mal wieder verbal gegen die S21 Demonstranten wettert.

Gegenfrage: wer bezahlt die unsinnigen K21-Demos dieser paar Hansele?: Da heißt es auch immer, das Recht auf Demo sei ein Grundrecht. Also was für K21 recht ist, kann bei den Bildungsplangegnern nur billig sein.

Ziemlich bräunlicher Haufen: Es riecht heute in Stuttgart immer noch unangenehm nach "vorgestern" und rechtem Gedankengut. Muffig, intolerant und nach Vorurteilen.

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