Bildungspolitik Winfried Kretschmann eckt an
StZ, 09.06.2011 07:12 Uhr
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 Foto: Horst Rudel
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Stuttgart - Witzig, schlagfertig und nüchtern - so haben viele Zuhörer den neuen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann beim StZ-Gespräch empfunden. Doch bei einigen Aussagen zur Bildunspolitik eckte der Politiker an. Mit Kretschmanns Äußerungen, dass der Trend unter der neuen Landesregierung eher zu Gemeinschaftschulen gehe und Hauptschulen keine Zukunft hätten, waren einige Zuhörer nicht zufrieden. Sie sehe keinen Grund, das gut funktionierende Schulsystem zu ändern, so eine Besucherin im Saal. Auch der Lehrer Jürgen Sauter vermisste in dieser Hinsicht konkretere Überlegungen. "Es gibt da Unstimmigkeiten, die mich nicht überzeugen." Überzeugend sei hingegen die Person Kretschmann gewesen. "Was die menschliche Komponente angeht, macht er einen sehr guten Eindruck."

"Ich hätte ihn mir grün-radikaler erwartet"

Dementsprechend äußerte sich auch Athanasios Dimitriadis aus Stuttgart. "Ich hätte ihn mir grün-radikaler erwartet, aber er ist Realist und sieht die Dinge nüchtern." Kretschmann habe sich hervorragend geschlagen und auch kritische Fragen beantwortet. Lob erhielt Kretschmann auch von Helmut Jahn aus Stuttgart. Obwohl er kein Grüner sei, müsse er einräumen, dass Kretschmann eine gute Figur gemacht habe. "Er erscheint mir integer und sachlich." Stuttgarterin Zeynep Özel sah es genauso. Kretschmann sei kein Klischee-Grüner; er habe seine eigene Art zu überzeugen. "Aber man darf auch keinen Popstar aus ihm machen." Sie glaubt an seine Vermittlerqualitäten. "Das Gute ist, dass er mit allen Parteien kann."

Auf eine versöhnende Wirkung Kretschmanns hofft auch Stefanie Krug aus Stuttgart. "Ich glaube, dass er den Konflikt um Stuttgart 21 zu einem guten Ende bringen kann. Er schafft es, radikale Positionen zu versöhnen." Vermisst habe sie in der Diskussion soziale Themen, ansonsten sei das Profil des Ministerpräsidenten sehr gut. "Ihm geht jede Maskenhaftigkeit ab, das schafft Authentizität." Auch Henning Heumann aus Stuttgart lobte Kretschmanns Auftritt. "Ich fand ihn sehr sympathisch und schlagfertig." Vom neuen Landeschef dürfe man aber nicht zu viel erwarten. "Ich hoffe, dass er an den Erwartungen nicht scheitert. Es ist ein schweres Erbe, das er antritt."

Kommentare (30)
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JUN
30
Tübinger Skeptiker, 01:35 Uhr

@ Stz: Eine weitere Zumutung; @ Klein, @ Ingenieur: Sie sprechen mir aus der Seele!

Vorab eine weitere Rüge an die Stuttgarter Zeitung wegen einer weiteren tendenzösen Überschrift ("Kretschmann eckt an"). Wenn man dann den Artikel bis zum Ende durchliest, wäre es doch wesentlich sachgerechter, die Überschrift "Kretschmann kommt gut an" zu wählen. Des weiteren verweise ich auf meinem gestern geposteten Beitrag zum unsäglichen Kommentar eines Herrn Wörner zu VM Hermann mit der Überschrift "Tricksen und täuschen". Die StZ setzt sich ein weiteres Mal dem Verdacht aus, als "Kampfblatt" der abgewählten Landesregierung zu agieren. Lieber "Klein", lieber "Ingenieur", Ihre Beiträge bringen das S-21-Problem auf den Punkt! Ich selbst bin ausgebildeter Naturwissenschaftler, und arbeite freiberuflich (Beratender Ingenieur) als Gutachter in planerischen Fragestellungen. Vielfach auch bei Verkehrs-Infrastrukturvorhaben. Abgesehen vom Hang zur Gigantomanie (z.B. möglichst viele, teure Tunnelrohre auf Kosten des Steuerzahlers verlegen, anstatt "smarte" Lösungen anzustreben) besteht das Hauptproblem der Deutschen Bahn AG darin, dass sie komplett darin versagt, ein auf gegenseitiger Wertschätzung beruhendes Verhältnis zu ihren Lieferanten (Bauunternehmen, Gutachter) herzustellen. Das Ausschreibungsgebaren der DB AG ist rein preislich und nicht qualitätsorientiert, weshalb man sich nicht wundern muss, dass in der Praxis so viel daneben geht. Hinter vorgehaltener Hand stöhnen alle mir bekannten Ingenieurbüros in BW über ein äußerst schwieriges Arbeitsverhältnis mit der DB AG. Zumal massiver Druck auf den Inhalt gutachterlicher Aussagen ausgeübt wird ("wes Brot ich esse"). Ich bin sehr gespannt, wie die mit der Evaluierung des Stresstests zu S-21 beauftragte Firma SMA damit umgeht... Ein bekanntermaßen äußerst seriöses Schweizer Unternehmen, in dessen Chefetage man wohl gerade intensiv über eine langfristig angelegte Unternehmenspolitik diskutieren wird. Wenn man sich dann noch den in der neuen Online-Zeitschrift "Kontext-Wochenzeitung" veröffentlichten, handschriftlichen Kostenvoranschlag des DB-Chefingenieurs Kefer für Bauzeiten-Verzögerungen anschaut ( http://www.kontextwochenzeitung.de/fileadmin/user_upload/2011/6/2906/Kefer-Brief-Hermann-1-4.pdf ), bekommt man schon einen dicken Hals. Eine derart rotzfreches Geschäftsgebaren kann sich nur ein Monopolist leisten, der es auf "geniale" Weise verstanden hat, die vorigen Landesregierungen in BW vertraglich über den Tisch zu ziehen. Und genau das ist das Problem der neuen Landesregierung, uns sonst gar nichts. Und peinlich ist es, dass die sogenannten "Leitmedien" in BW nicht die personelle und intellektuele Kraft aufbringen (wollen bzw. können), den Finger in genau diese Wunde zu legen. P.S. Als recht außergewöhnlich empfinde ich die Angewohnheit von Herrn Kefer, eine Million mit dem Kürzel "'" zu kennzeichnen. Es sieht rein optisch ja praktisch nach "nix" aus, wenn man von 1' anstatt von 1.000.000 € oder von 1.000 T€ (so würde es die BW BANK machen) spricht. Auch hier besteht der Verdacht auf "Größenwahn". Die

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JUN
15
u.pahl, 08:35 Uhr

grün/rot

@ 15:31 Uhr, geschrieben von Hässner hier irrst du: rot-grün es muss heissen: GRÜN-rot; wenn schon denn schon!!!

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JUN
15
U.Pahl, 08:33 Uhr

Kretschmann

Kretschmann schillert heute schon! Es heisst, Merkels Kehrtwende war mutig. Nur weil die CDU den Atomausstieg beschlossen hat, ist sie dadurch nicht der präferierte Partner der Grünen für die Bundestagswahl, meint die rheinland-pfälzische Ministerin Eveline Lemke - und widerspricht damit Parteifreund Kretschmann. Und hier hat Lemke zu 100 % Recht. Es ist kaum nachvollziehbar, dass Kretschmann bereits jetzt Wahlkampf in Baden Württemberg macht und sich bei Merkel prostituiert und einschleimt!!! Wer den Opportunismus des Hosenanzug nicht erkennen will, hat wirklich Hühnermist auf den Augen. Und zwar von Hühnern aus Legebatterien.

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