Biografie von Joschka Fischer
Erinnerung an heftige Zeiten
Bernhard Walker,
18.02.2011 15:06 Uhr
Der frühere Außenminister Joschka Fischer stellt sein neues Buch "I am not convinced" vor. Foto: dpa
Berlin - Dass die Medien sich immer nur für Personalfragen interessierten und die sachlichen Aufgaben der Politik viel zu wenig beleuchteten - diese unter Politikern beliebte Klage hat auch Joschka Fischer in seiner Amtszeit oft erhoben. Aus seinem Mund klang die Medienkritik allerdings immer etwas seltsam. Schließlich gab es eine Zeit, in der der Vizekanzler und Außenminister der Bundesrepublik Deutschland die Öffentlichkeit mit Freuden an seiner Person teilhaben ließ. Von all seinen Büchern verkaufte sich keines so gut wie "Mein langer Lauf zu mir selbst", in dem er seine Metamorphose vom "wandelnden Fass" (Fischer über den beleibten Fischer) zum schlanken Marathonläufer beschrieb.
Inzwischen ist der 63 Jahre alte Fischer als Berater tätig und auch wieder rundlicher um die Hüfte. Und seinen Frieden mit den einst so geschmähten Medien hat er auch gemacht. Jedenfalls streute er reichlich Urteile über abgetretenes wie amtierendes Personal der Bundespolitik ein, als er am Donnerstag den zweiten Teil seiner Autobiografie vorstellte. Gerhard Schröder und er seien keineswegs "liebreizende Chorknaben", sondern "robuste Charaktere und ein Stück weit egomanisch". Und obwohl es zu rot-grünen Zeiten zwischen Kanzler und Vizekanzler "heftige Zeiten" (will sagen: handfeste Kräche) gegeben hätte, zögerte Fischer nicht, Schröder als "ganz großen Kanzler" zu titulieren. Lob hielt er auch für Finanzminister Schäuble bereit. Der sei im Kabinett Merkel der einzige überzeugte Europäer: "Schäuble spielt eine einsame Rolle, was ihn ehrt, aber seine Einsamkeit gibt mir zu denken."
Einmal in Fahrt gekommen, fügte Fischer sogleich an, dass alle Parteien es versäumten, über die Rolle Deutschlands in einer sich rasant wandelnden Welt nachzudenken. Dabei bekäme der Politik eine kleine Dosis historischer Perspektive sicher mehr als gut. Die ist, jedenfalls was die jüngste Zeitgeschichte anbelangt, im neuen Buch zu finden. Zur Genese des Irakkriegs, zur Lage in Nahost, in Iran und in der Türkei schreibt er in erhellender Tiefenschärfe. Und wie er mit Blick auf die aktuellen Autorennöte des Freiherrn zu Guttenberg anfügte, verfahre er dabei handwerklich tadellos: "Ich habe alles selbst geschrieben, vom ersten bis zum letzten Anschlag."
Inzwischen ist der 63 Jahre alte Fischer als Berater tätig und auch wieder rundlicher um die Hüfte. Und seinen Frieden mit den einst so geschmähten Medien hat er auch gemacht. Jedenfalls streute er reichlich Urteile über abgetretenes wie amtierendes Personal der Bundespolitik ein, als er am Donnerstag den zweiten Teil seiner Autobiografie vorstellte. Gerhard Schröder und er seien keineswegs "liebreizende Chorknaben", sondern "robuste Charaktere und ein Stück weit egomanisch". Und obwohl es zu rot-grünen Zeiten zwischen Kanzler und Vizekanzler "heftige Zeiten" (will sagen: handfeste Kräche) gegeben hätte, zögerte Fischer nicht, Schröder als "ganz großen Kanzler" zu titulieren. Lob hielt er auch für Finanzminister Schäuble bereit. Der sei im Kabinett Merkel der einzige überzeugte Europäer: "Schäuble spielt eine einsame Rolle, was ihn ehrt, aber seine Einsamkeit gibt mir zu denken."
Der Politik fehle die historische Perspektive
Einmal in Fahrt gekommen, fügte Fischer sogleich an, dass alle Parteien es versäumten, über die Rolle Deutschlands in einer sich rasant wandelnden Welt nachzudenken. Dabei bekäme der Politik eine kleine Dosis historischer Perspektive sicher mehr als gut. Die ist, jedenfalls was die jüngste Zeitgeschichte anbelangt, im neuen Buch zu finden. Zur Genese des Irakkriegs, zur Lage in Nahost, in Iran und in der Türkei schreibt er in erhellender Tiefenschärfe. Und wie er mit Blick auf die aktuellen Autorennöte des Freiherrn zu Guttenberg anfügte, verfahre er dabei handwerklich tadellos: "Ich habe alles selbst geschrieben, vom ersten bis zum letzten Anschlag."
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er sollte sich schämen,..
Dieser Herr, der seine ehemaligen Ideale verraten und verkauft hat, so wie uns alle, sollte schweigen und verschwinden, er hat unserem Land genug geschadet. Noch lange werden wir an seinen Entscheidungen bezahlen müssen,... Wer will dem seine Biografie lesen,...?...