Blizzard an US-Ostküste Mehrere Tote bei Schneesturm

Von red/dpa 

Ein schwerer Schneesturm hat die amerikanische Ostküste getroffen. Zehntausende Menschen waren ohne Strom, der Verkehr kam vielerorts zum Erliegen. Bei zahllosen Unfällen starben mehrere Menschen.

Die Räumkräfte hatten alle Hände voll zu tun. Foto: dpa 12 Bilder
Die Räumkräfte hatten alle Hände voll zu tun.Foto: dpa

Washington -Einer der schwersten Schneestürme seit Jahren hat weite Teile des Ostens der USA lahmgelegt und mindestens acht Menschen das Leben gekostet. Es gab Hunderte Verkehrsunfälle, Autofahrer strandeten auf den Straßen, auf vielen Flughäfen ging nichts mehr, über 160 000 Menschen waren am Samstagvormittag ohne Strom. In der Bundeshauptstadt Washington kam das öffentliche Leben völlig zum Stillstand, und auch die Großstädte New York, Baltimore und Philadelphia waren besonders schwer betroffen.

Zu den heftigen Schneefällen kamen insbesondere in den küstennahen Gebieten schwere Stürme mit extrem schlechter Sicht. So wurden für weite Regionen mit insgesamt 30 Millionen Einwohnern Blizzard-Warnungen ausgegeben, elf Bundesstaaten von Georgia bis New York sowie die Stadt Washington riefen den Notstand aus. In New Jersey peitschten Sturmböen außerdem hohe Wellen an Land, und es kam zu Überschwemmungen. Die Schneefront hatte sich am Freitag von Georgia über Kentucky und North Carolina nordwärts ausgebreitet, in zahlreichen Gebieten musste sich die Bevölkerung auf 36 Stunden ununterbrochenen Schneewirbel einstellen. So wurden in Washington bereits am Samstagmorgen bis zu 40 Zentimeter Schnee gemessen - Meteorologen hielten es für möglich, dass bis Samstagnacht mehr als 30 Zentimeter hinzukommen.

Zahllose Unfälle mit mehreren Toten

Regierungsbehörden und Schulen hatten bereits am Freitag geschlossen. Auch der öffentliche Nahverkehr im Großraum Washington wurde bis Sonntag eingestellt - das hatte es in dieser Form bisher noch nicht gegeben. Auch in New York schneite es heftig - stärker, als zunächst vom Nationalen Wetterdienst vorausgesagt. Bis zum Sonntagmorgen musste sich die Bevölkerung auf bis zu 40 Zentimeter Schnee einstellen. „Es gibt keinen Grund, auf den Straßen zu sein, außer in einem echten Notfall“, warnte denn auch der Gouverneur des Bundesstaates New York, Andrew Cuomo. „Mir ist egal, wie zäh wir als New Yorker sind, mir ist egal, wie groß das Auto mit Allradantrieb ist, die Straßen sind sehr gefährlich.“ Bereits in der Nacht zum Samstag waren in der Millionenmetropole mehr als 2300 Fahrzeuge der Stadtreinigung unterwegs, um Schnee zu räumen und Salz zu streuen. Nach Angaben von Bürgermeister Bill de Blasio standen 300 000 Tonnen Salz bereit, auch 600 Nationalgardisten und 16 Notunterkünfte wurden für den Ernstfall vorbereitet. Allein an den Flughäfen in New York und New Jersey wurden nach Zählung der Website Flightaware.com rund 1000 Flüge gestrichen. Der Sender CNN sprach von insgesamt mehr als 9400 Flugausfällen bis Sonntag.

Menschen stecken 20 Stunden in ihren Autos fest

Auf den winterlichen Straßen brach vielerorts der Verkehr zusammen. Rund 1000 Unfälle meldete die Polizei allein in Virginia, wie CNN berichtete. Ein Mensch kam dort ums Leben. Sieben weitere Tote gab es in den Bundesstaaten Kentucky und North Carolina. Auf einer Autobahn in Kentucky saßen Tausende Menschen teils mehr als 20 Stunden in ihren Fahrzeugen fest. Nach US-Fernsehberichten stauten sich die Autos zeitweise auf einer Länge von mehr als 50 Kilometern. Weil die Schlechtwetterfront am Samstag vor der Küste über dem Atlantik auftankte, erwarteten Meteorologen, dass zunehmend nasser und schwerer Schnee fällt - und damit die Gefahr wächst, dass Bäume unter der Last umstürzen und Stromleitungen heruntergerissen werden. Nach der Misere von Freitag und Samstag wurde für Sonntag strahlender Sonnenschein bei Minusgraden vorausgesagt: ideales Wetter für Wintersportler, Familien und Ausflügler.