BMW Bayerisches Einmaleins
Frank Wald, 16.09.2011 12:47 Uhr
Der neue 1er-BMW bleibt mit flacher Karosserie und Heckantrieb seinem Konzept treu. Foto: Hersteller
Der neue 1er-BMW bleibt mit flacher Karosserie und Heckantrieb seinem Konzept treu. Foto: Hersteller
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Sein Name ist Programm. Mit dem 1er legte BWW 2004 einen Traumstart in der Kompaktklasse hin, holte sich Bestnoten bei Käufern und Kritikern – und das Auto entpuppte sich mit Fünf- und Dreitürer, Coupé und Cabrio zur Bestseller-Baureihe der Bayern. Mittlerweile wird der 1er in 130 Ländern verkauft, bislang mehr als 1,2 Millionen Mal. Und was BMW-Vorstand Harald Krüger fast noch mehr freut: „70 Prozent der 1er-Fahrer hatten zuvor ein Fahrzeug einer andere Marke.“ Einmal einen 1er fahren, lautete wohl das Motiv vieler Käufer.

Nun ist das mit dieser „Eroberungsmaschine“ (Krüger) so eine Sache. Sitzen die neuen Anhänger erst mal hinter dem Lenkrad mit dem blau-weißen Markenlogo, sollen sie im übertragenen Sinn dort auch möglichst bleiben. Die zweite Generation des Wagens wechselt also die Position und wird zum Verteidiger. Doch auch diese Aufgabe meistert der bayrische Klassen-Streber, der am 17.September zum Händler rollt, mit technischem Können und sportlicher Lässigkeit.

Optisch wurde er auf die neue BMW-Linie gebracht, ohne die Karosserieform mit langem Vorderwagen und Kombiheck grundlegend zu ändern, ebenso wenig die ikonografischen Design-Merkmale wie den sogenannten Hofmeister-Knick in der C-Säule oder die Doppelniere im Kühler. Die allerdings wurde noch stärker modelliert und wird nun von zwei spitz zulaufenden Scheinwerfern eingerahmt. Dazu trägt die Karosse die inzwischen üblichen Kontur- und Lichtlinien im Blech. Insgesamt wirkt der 1er nun etwas wuchtiger. Mit 4,32 Metern ist er fast neun Zentimeter länger, ging mit 1,77 Meter um 1,7 Zentimeter in die Breite, hielt aber seine 1,42 Meter Höhe. Auch der Radstand streckte sich um drei Zentimeter auf 2,69 Meter. Entsprechend entspannter bewegen sich die Insassen. Selbst im Fond können dank der zusätzlichen Zentimeter Beinfreiheit nun zwei Erwachsene sitzen. Der Mittelplatz bleibt jedoch durch den hohen Kardantunnel nach wie vor verschenkt. Dafür übertrifft der 360 Liter große Kofferraum jetzt sogar den Klassenprimus Golf um zehn Liter.

Das Cockpit ist BMW-typisch dem Fahrer zugeneigt, mit dreidimensional gezeichneten Instrumenten, übersichtlich geordnet und intuitiv zu bedienen. Auch Materialien und Verarbeitung machen einen gewohnt hochwertigen Eindruck. Sehr schick: Über der Mittelkonsole thront ein fest stehender Flachbildschirm, auf dem Fahrzeug-, Audio- und Navigationsdaten abzulesen sind. Kostet allerdings 2390 Euro Aufpreis.

Beste BMW-Tugenden zeigt der neue 1er auch unterwegs. Fünflenker-Hinterachse, bocksteife Karosserie mit ausbalancierter Gewichtsverteilung sowie eine präzise Lenkung machen den Wagen zum Kurvenkünstler. Serienmäßig verbaut ist der sogenannte Fahrerlebnisschalter, mit dem der Fahrer über den iDrive-Knopf im Mitteltunnel zwischen Comfort, Sport, Sport+ oder auch in den EcoPro-Modus wechseln kann. Dann werden Sitzheizung und Klimaanlage runtergefahren, die Gasannahme wird träge, und das System gibt dem Fahrer Tipps für eine effizientere Fahrweise. Bis zu 20 Prozent Sprit sollen so eingespart werden, verspricht BMW.

Vorausgesetzt, die Hinterräder werden vom passenden Motor angetrieben. Zwei Benziner und drei Diesel, allesamt aufgeladene Vierzylinder mit Start-Stopp-System und Leistungen zwischen 100 und 135 kW (136 und 184 PS) stehen zunächst zur Wahl. Und eine ausgezeichnete ist hier ganz sicher der 118i, dessen 1,6-Liter-Turbodirekteinspritzer 125 kW (170 PS) mobilisiert. Beim Diesel-Topmodell 120d pendelte sich bei ersten Testfahrten die Verbrauchsanzeige im Bordcomputer bei 6,5 Liter ein. Was immer noch einen guten Wert darstellt, wenn man den 135 kW (184 PS) starken Selbstzünder in Aktion erlebt. Bullige 380 Nm zwischen 1750 und 2750 Umdrehungen sorgen für starken Durchzug. Ungewöhnlich jedoch und auf Dauer nervend ist das laute Nageln unter der Haube, das auch in der Kompaktklasse nicht mehr zum guten Ton gehört. Eine bessere Dämmung wäre hier wünschenswert.

Die Gesichtszüge der Insassen entspannen dagegen bei der neuen Achtgang-Automatik, die erstmals in dieser Klasse angeboten wird und den 1er sehr schnell, sehr soft und ohne merkliche Unterbrechung wie am Gummiband nach vorn zieht. Allerdings ist sie mit 2150 Euro auch nicht ganz billig. Doch das ist das ganze Auto nicht.

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