Brandkatastrophe in Backnang Die Lösung liegt unter Schutt

Von Harald Beck 

Die Suche nach der Ursache der tödlichen Feuers, bei dem am Wochenende in Backnang acht Menschen umgekommen waren, ist schwierig. „Das Ergebnis wird auch übermorgen noch nicht vorliegen“, sagt der Kriminaltechniker Ernst Rücker.

Die Suche nach der Ursache der Brandkatastrophe in Backnang mit acht Toten gestaltet sich schwierig. Foto: www.7aktuell.de | Oskar Eyb (103 Fotos) 37 Bilder
Die Suche nach der Ursache der Brandkatastrophe in Backnang mit acht Toten gestaltet sich schwierig.Foto: www.7aktuell.de | Oskar Eyb (103 Fotos)

Backnang - In der Türkei geht man offenbar davon aus, dass der Brand in einem Haus in Backnang am vergangenen Wochenende, der acht Menschen das Leben gekostet hat, ein Unglück gewesen ist. Vier vom türkischen Innenministerium nach Deutschland geschickte Experten hätten festgestellt, dass es keine Hinweise auf Brandstiftung oder einen Anschlag von Neonazis gebe, berichtete laut Agenturmeldungen die türkische Tageszeitung „Hürriyet“ am Freitag. Das sei das vorläufige Ergebnis einer Untersuchung. Die Delegation sei wie die deutschen Ermittler der Auffassung, dass ein technischer Defekt als Ursache wahrscheinlich sei. Für den Zeitungsbericht gab es keine offizielle Bestätigung.

Die Waiblinger Polizei hingegen hält sich mit Angaben zu Brandursache zurück. Die Auswertung von Spuren und Proben brauche ihre Zeit. Die Öffentlichkeit muss sich gedulden, weil die Beamten vorschnelle Spekulationen vermeiden wollen. Dies war im Kern die Botschaft der Polizei, die am Freitag über die Suche nach der Ursache der Brandkatastrophe in Backnang informiert hat. Laut Ralf Michelfelder, dem Leiter der Waiblinger Polizei, wollte man damit erklären, warum im Fall des Unglücks, bei dem eine türkische Mutter und sieben ihrer Kinder das Leben verloren, der Aus­löser des Feuers nicht im Handumdrehen bestimmt werden kann.

Schäufelchen für Schäufelchen wird der Schutt abgetragen

Die Analyse müsse in akribischer Kleinarbeit erfolgen. Es lasse sich noch nicht sagen, wann die abschließenden Ergebnisse der Untersuchungen vorlägen, sagte Ernst Rücker, der stellvertretende Direktor des Kriminaltechnischen Instituts beim Stuttgarter Landeskriminalamt. Die Behörde ist mit mehreren Gutachtern vor Ort und analysiert Proben vom Brandort im eigenen Labor. „Ich kann ihnen nur mit Sicherheit sagen, dass das Ergebnis übermorgen noch nicht vorliegen wird“, sagte Rücker.

Zunächst, so erläuterte der Kriminaltechniker Bernd Epple, stelle sich die Frage, was die Ermittler an Brandstellen überhaupt noch vorfinden könnten. „Sie müssen sich das so vorstellen: dort ist zunächst einmal alles schwarz, es herrscht völlige Dunkelheit, das Licht ist wie weggeschluckt.“ Dazu kämen der nasse Brandschutt, der sich in den Räumen türme, und giftige Gase, die Schutzkleidung erforderlich machten und den Aufenthalt, die Dokumentation und die Arbeit erschwerten. „Und unter dem Schutt liegt die Geschichte, die uns den Brand erklären kann.“

Entsprechend werde in sorgfältiger Handarbeit Schäufelchen für Schäufelchen alles abgetragen und untersucht. „Wir hinterlassen den Ort des Feuers in der Regel praktisch besenrein.“ Schließlich gehe es bei den Dingen, die auf Brandursachen hinweisen, oft um nur zentimetergroße Teile. Ein von einem Lichtbogen zerschmolzenes Kupferkabel etwa, das sonst die Brandtemperaturen unbeschadet überstanden habe. Das Fundstück habe nach akribischer Arbeit der Ermittler bei einem Feuer in einer Lagerhalle in Alfdorf den Kabelbruch an der Batterie eines Gabelstaplers als Brandursache identifiziert, nannte Epple ein Beispiel aus der Vergangenheit.

Weiter keine Hinweise auf Brandbeschleuniger

Das Grundprinzip bei der Brandursachenermittlung sei das sogenannte Ausschlussverfahren. Technische und natürliche Ursachen kämen dabei in Betracht, aber auch vorsätzliche oder fahrlässige Brandstiftung. Natürliche Brandursachen wie Blitzschlag oder eine Selbstentzündung, wie sie etwa in Heuschobern vorkomme, könne man beim Backnanger Unglück ausschließen. Außerdem, ergänzte Thomas Schöllhammer, der Chef der Waiblinger Kripo, sei es eine gesicherte Erkenntnis, dass die Haustür verschlossen gewesen sei, so dass Brandstiftung unwahrscheinlich sei. Die auf Brandbeschleuniger geschulten Spürhunde waren trotzdem im Einsatz, sie fanden nichts. „Wir haben keine Hinweise darauf, dass Brandbeschleuniger benutzt wurde“, sagt Schöllhammer.

Schweizer und Finnen helfen bei der Suche

Bei der Brandermittlung werde stets versucht, anhand der vorgefundenen Spuren und im Abgleich mit den Aussagen von Zeugen den Brandverlauf nachzuvollziehen und schließlich den primären Brandherd zu identifizieren, erläuterte Epple. So weit ist man im Backnanger Fall allerdings noch nicht. An der Unglücksstelle sind inzwischen aber sämtliche Untersuchungsarbeiten abgeschlossen, die Ergebnisse werden nun analysiert.

Parallel zu den eigenen Ermittlungen, sagte Ernst Rücker vom Landeskriminalamt, seien Schweizer Experten herangezogen worden. Zusammen mit den baden-württembergischen Ermittlern und einem finnischen Institut zählten sie bei der Aufklärung solcher Fälle zur europäischen Spitze. „Wir wollten in diesem hochsensiblen Fall eine fundierte Zweitmeinung zu unseren Ergebnissen haben“, sagt Rücker.

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11 KommentareKommentar schreiben

@sprachlos - welches Miteinander?: Ich finde ihren Kommentar toll und frage Sie trotzdem ganz naiv:'Welches Miteinander?' Wir werden hier doch nur noch verschaukelt. Sorry, aber schon allein gestern Abend den Jauch geschaut hat das, was ich schon die ganze Zeit fühle, bestätigt! Die Tatsache, dass es Opfer gab, finde ich fürchterlich. Wiederum aber die Tatsache, dass die Türkei nochmal nachforscht, bestätigt mir doch ganz klar, dass kein Vertrauen in die Deutschen gesteckt wird. Damit ist doch ein gesundes Miteinander so machbar, wie einer verkorksten Ehe nochmal eine Chance zu geben.

Miteinander: fragt sich nur ob hier nicht mit zweierlei Maß gemessen wird, ob irgendeinem zahlender deutscher Bürger solche Untersuchungen zuteil würden, wenn der Verdacht andersrum wäre und es Tote gäbe ist doch wohl sehr fraglich. Das die Verstorbenen in der Türkei nochmals untersucht wurden ist der Angehörigen ihre Sache, oder der Kultur doch das nun auch noch Spezialisten aus anderen Ländern einreisen mußten, die 'auch' von meinen Steuergeldern bezahlt werden müssen, nur um vorschnelle Beschuldigungen und Spekulationen anderer Angehöriger und deren Landsleute entkräften zu können. Und wenn es wieder mal irgendwo brennen sollte, wo türkische Leute wohnen geht es doch gleich wieder los .Als erstes kommt immer gleich 'fremdenfeindlicher Anschlag' und nun kommt immer mehr raus, Reparaturen und Instandhaltungsarbeiten (fachmänisch?) und und und. Das ist sehr gut für ein Miteinander !

alte Leitungen: da Heizkosten nicht zum Regelbedarf gehören, kann ich ja im Winter in jedes Zimmer einen Heizlüfter stellen. Als Sozialhifeempfänger kann ich dann für jedes Kind bis zu 60% Mehrbedarf geltend machen. Ob die alten Leitungen das aushalten... (muss in diesem Fall ja nicht zutreffen)

Die Lösung liegt unter Schutt: es sollte so langsman mal tacherles geredet werden. Der Hausbesitzter der anscheinend im Ausland verweilt, und dessen nationalität unbekann ist, ist in Wahrheit Türke. Es kann auch sein das in der Wohnung eigenmächtig 'Renoviert' wurde und das z.b. auch Stromleitungen geändert wurde. oder das ganze Wände die eigentlich tragend sind, entfernt worden, und dabei auch Leitungen entfernt wurde. Oder das auch Leitungen unfachmännisch geflickt worden sind. Desweiteren ist die getötete Ehefrau, aus der ersten Ehe 4 Kinder haben, und 6 weitere Kinder von einem Lebenspartner. Vor 6 Monaten würde das letzte Kind geboren. Aber die Frau gilt als Alleinerziehend Es wundert mich auch das die Oma ein Tag nach so einem Ungklück solsche schwere Vorwürfe gegen die Behörden machen kann, andere Personen währen nach so einen Vorfall in der Pyschatrie.

Wen interessiert hier ein Haus?: Hier sind unsere Nachbarn qualvoll gestorben. Verdammt nach zwei, es ist unser aller Wunsch und eine bindende Pflicht hierfür zu sorgen, dass der kleinste Winkel und die dünnste Spur untersucht wird. Es sind Menschenkinder und eine Mutter, die wie egal von welcher Nation, dafür unter Schmerzen dazu beigetragen hat, dass Kinder, zur Welt kamen. Auf welche Weise sie alle von uns gingen, hat zu interessieren und zwar alle. Ob es Murks an der Instandhaltung, oder diese Mangels Investition erst recht fehlte, oder wie auch immer.......................es muss aufgeklärt werden und zwar lückenlos! Das will ich und muss ich als Deutscher Bürger wissen.

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