Brandschutz bei Stuttgart 21 Brandschutzkonzept erst 2014

Von Thomas Braun 

Auch die überarbeitete Version des Brandschutzkonzepts für Stuttgart 21 stellt die Stuttgarter Branddirektion nicht zufrieden. Unter anderem bei der Entrauchung und Evakuierung der Bahnhofshalle im Brandfall muss die Bahn nachbessern.

Der Brand
Brandschutz im S-21-Tiefbahnhof  bleibt ein heißes Eisen – hier ein Bild von einer Übung im City-Tunnel in Leipzig. Foto: dpa 35 Bilder
Der Brand Brandschutz im S-21-Tiefbahnhof bleibt ein heißes Eisen – hier ein Bild von einer Übung im City-Tunnel in Leipzig.Foto: dpa

Stuttgart - Die Stuttgarter Feuerwehr ist nach Recherchen der Stuttgarter Zeitung auch mit dem überarbeiteten Brandschutzkonzept für den geplanten Stuttgarter Tiefbahnhof nicht zufrieden und hat erneut gravierende Bedenken formuliert. Insbesondere bei den Themen Brandmeldeanlagen, Entrauchung und Evakuierung der Bahnhofshalle im Brandfall sieht die Brand­direktion Nachbesserungsbedarf. Das Löschen eines Brandes in der Bahnhofshalle sei nur schwer möglich, und die Rettungsmöglichkeiten seien eingeschränkt, heißt es aus Kreisen der Brandschützer.

Wie berichtet, hatten die Schweizer Brandschutzexperten der Gruner AG im vorigen Jahr nach einer Überprüfung des vom Düsseldorfer Experten Wolfgang Klingsch für den Bahnhofsarchitekten Christoph Ingenhoven erstellten vorläufigen Brandschutzkonzepts den Evakuierungsplänen gravierende Mängel attestiert und sie als „derzeit nicht genehmigungsfähig“ klassifiziert. Die Prüfung war von der Bahn selbst beauftragt worden.Unter anderem hatte die Gruner-Expertise dem Klingsch-Konzept viel zu lange Evakuierungszeiten sowie nicht ausreichend dimensionierte Fluchtwege bescheinigt.

Gravierende Mängel im ursprünglichen Konzept

Auch der technische Brandschutz, vor allem zur Branderkennung, genüge den Anforderungen nicht, hieß es damals. Fazit der Experten: die Gefährdung von Menschenleben im Evakuierungsfall sei nicht auszuschließen. Die Bahn hatte daraufhin das Büro Klingsch mit der Überarbeitung des Konzepts beauftragt und dieses im März der Branddirektion sowie dem Regierungspräsidium Stuttgart (RP) zur Stellungnahme vorgelegt.

Nach StZ-Informationen haben sowohl das RP als auch die Stuttgarter Feuerwehr weiterhin Bedenken: So werde etwa die Länge der Fluchtwege nach wie vor als problematisch eingeschätzt. Auch die im Bahn-Gutachten noch als unkritisch angenommene Anzahl von bis zu acht Personen pro Quadratmeter bei der Simulation einer Evakuierung des Tiefbahnhofs sehen die Brandschützer als zu hoch an. Schon bei einer geringeren Personendichte könnte es Stauungen an Aufzügen, Treppen und Ausgängen geben, so die Einschätzung der Stuttgarter Feuerwehr.