Brandstiftung in Waiblingen Kurzer Prozess zum Bürgerzentrums-Brand

Von wei 

Nach einer Viertelstunde war der zweite Tag des Prozesses gegen den jungen Mann, der das Bürgerzentrum Waiblingen angezündet haben soll, schon vorbei. Das psychiatrische Gutachten ist immer noch nicht fertig.

Der mutmaßliche Täter war auf Überwachungsvideos zu sehen – beim nächste Termin könnte er aussagen. Foto: Polizei
Der mutmaßliche Täter war auf Überwachungsvideos zu sehen – beim nächste Termin könnte er aussagen. Foto: Polizei

Waiblingen/Stuttgart - Der Prozess gegen den jungen Mann, der Ende März das Bürgerzentrum in Waiblingen in Brand gesteckt haben soll, kommt noch immer nicht voran. Nach einer Viertelstunde war der Verhandlungstag am Mittwoch schon wieder vorbei: Das schon beim letzten Termin mit Spannung erwartete psychiatrische Gutachten über den 22-Jährigen ist noch immer nicht fertig. Warum, blieb unklar. Das Gutachten ist wichtig: Die Staatsanwaltschaft hat angedeutet, der mutmaßliche Brandstifter könnte möglicherweise nicht schuldfähig sein.

Um dennoch „zumindest ein wenig Substanz“ in den Prozesstag zu bekommen, wie der Vorsitzende Richter formulierte, verlas er die Vorstrafen des Angeklagten. Im Jahr 2013 wurde er – damals als Heranwachsender – vom Amtsgericht Nürtingen wegen gemeinschädlicher Sachbeschädigung und vorsätzlicher Brandstiftung zu Arbeitsstunden verurteilt. Drei Jahre später verurteilte das Amtsgericht Waiblingen ihn zu 60 Tagessätzen von je zehn Euro – diesmal wegen Fahrerflucht und Fahrens ohne Führerschein.

Richter: „Nichts hinterm Berg halten, capito?“

Gegenüber der Polizei hatte er bereits ein Geständnis abgelegt. Ob es dabei bleibt, könnte sich am nächsten Prozesstag, dem 24. Oktober, zeigen. „Dann dürfen sie aber nichts hinter dem Berg halten, capito?“, mahnte der Richter den Angeklagten. Der zierliche Mann mit den kurz geschorenen Haaren nickte.

In der Nacht auf den 28. März war im Waiblinger Bürgerzentrum, das der Stadt unter anderem als Veranstaltungsfläche dient, ein Großbrand ausgebrochen. Der Schaden wird derzeit auf bis zu zwei Millionen Euro geschätzt. Die Feuerwehr brauchte bis zum Nachmittag, um das Feuer unter Kontrolle zu bekommen. Der mutmaßliche Täter war bereits am Tag nach dem Brand festgenommen worden.

In den vergangenen Monaten hat es im Rems-Murr-Kreis immer wieder gebrannt: