Filder-Zeitung
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Das riecht aber herrlich", sagt die Frau, die gemeinsam mit ihrem Mann bei der Vorführung des mobilen Brennholzspaltautomats zuschaut. Sie begeistert offenbar der Duft des Waldes, der an diesem Sonntagvormittag den Kirchheimer Marktplatz umfängt. Ihr Mann ist, so scheint es, mehr von der Maschine fasziniert, die wahre Wunder vollbringt. Auf der einen Seite fährt ein kompletter Stamm hinein, auf der anderen kommen die fertigen, ofengerechten Holzscheite heraus. Möglicherweise sinniert der Gatte auch über den gewaltigen Muskelkater, den er sich beim vergangenen Brennholzspalten von Hand eingefangen hatte.
Die Innenstadt hat sich an diesem Tag in einen Forst verwandelt. Zu sehen ist aber nicht nur wie Brennholz muskelkaterfrei gespalten werden kann. Nein, gezeigt wird die gesamte Palette der Forstwirtschaft. Vor dem Marktbrunnen ist ein Baumstamm in der Halterung festgeklemmt, in der normalerweise der Kirchheimer Mai- und Weihnachtsbaum verankert wird. Lange steht der rund sechs Meter hohe Stamm allerdings nicht, denn Mitarbeiter des Kirchheimer Forstreviers zeigen, wie dieser fachgerecht in die gewünschte Richtung gefällt wird. Über die unbedingt einzuhaltenden Sicherheitsstandards bei der Arbeit mit der Kettensäge klärt der Revierleiter Daniel Rittler das Publikum ebenso auf wie über die für das zielgerichtete Fällen erforderliche Technik.
Moderne Maschinen der Holzverarbeitung demonstrieren ihre Leistungsfähigkeit, der Hackschnitzelhaufen unter dem Förderband des riesigen sogenannten Hackers wird mit jeder Minute höher. Doch auch Nostalgiker kommen voll auf ihre Kosten. Etwa an der fahrbaren Bandsäge, die bereits im Jahr 1921 in der Backnanger Motorenfabrik Carl Kaelble gefertigt wurde, und die dank der Hege und Pflege der Schlepperfreunde Ötlingen-Lindorf noch immer voll funktionsfähig ist.
Vor einem Fachwerkhaus , an dessen Fassade demnächst mit einer gründlichen Restaurierung begonnen wird, hat eine Kirchheimer Zimmerei ihren Stand aufgebaut. Die Experten zeigen wie sie die Balken, die sie für eine fachgerechte Sanierung benötigen, mit der Axt zurecht geschlagen werden. Auch für die kleinen Besucher lohnt sich der Ausflug mit den Eltern. Für sie hat der Waldkindergarten einen Barfußpfad aufgebaut, und bei einem Quiz lernen sie allerhand über die Bedeutung des heimischen Waldes.
Die Veranstaltung, die der City Ring, die Stadtverwaltung und das Forstrevier Kirchheim anlässlich des Jahres der Wälder gemeinsam organisiert haben, bringt den Wald in die Stadt. Dem Revierleiter Daniel Rittler bietet das große Forstmuseum auf dem Marktplatz die Möglichkeit, "den Menschen das Thema näher zu bringen". Gerade Bürger, die den Wald nicht gerne besuchten, erhielten so einen Eindruck, wie in der Holzwirtschaft nachhaltig gearbeitet werde. Aber auch regelmäßige Waldbesucher hätten nicht unbedingt die Gelegenheit, beispielsweise beim Baumfällen zuzuschauen, denn der Platz rund um diese Arbeiten werde weiträumig abgesperrt.



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