Bruno Mars
Bequeme Musik für die Massen
Carolin Leins,
07.02.2011 06:54 Uhr
Bruno Mars bastelt an seiner Karriere, seit er laufen kann. Foto: dpa
Stuttgart - Würde Bruno Mars in der Castingshow "Deutschland sucht den Superstar" (DSDS) vorsingen, könnte er sogar den gefürchteten Richter zähmen. Der Chefjuror und Hitkomponist Dieter Bohlen würde ganz genau hinsehen und dann in seinem säuseligen Ton sagen: "Bist ’n schnuckeliger Kerl. Siehst gut aus. Hast ’ne tolle Stimme. Kommst lässig rüber..." Bruno Mars, 25, Filzhut, Ray-Ban-Sonnenbrille, wäre genau Bohlens Typ. Mit seiner warmen, souligen Stimme würde er perfekt ins Konzept passen: nett anzusehen, eingängige Melodien. Auf so einen wartet das Mainstreampublikum.
Doch mit DSDS und dessen geformten "Stars" hat Mars nichts zu tun. Gleichwohl hat er den kommerziellen Erfolg. Sein gerade erschienenes erstes Album "Doo-wops & Hooligans" ist auf Platz eins in die deutschen Charts eingestiegen. Radiosender, Musikkanäle und Kaufhäuser beschallen uns mit seinen Singles "Just the way you are" » und "Grenade" ».
Bruno Mars in aller Ohren. Und dann kommt heraus: der Amerikaner ist nicht nur Sänger, sondern auch Songschreiber und Produzent und hat hinter den Kulissen an dem ein oder anderen Hit mitgewirkt. Dem jungen Mann entkommt man kaum. Und man fragt sich: wo kommt der plötzlich her, wenn nicht aus einer Castingsendung?
Dabei ist er weder Wunderkind noch Senkrechtstarter, sondern, wie die "Welt" richtig schreibt », ein "Poparbeiter": Er hat sich im wahrsten Sinn hochgearbeitet. Im Grunde fing er an, an seiner Karriere zu basteln, als er gerade laufen konnte. Es war Ende der achtziger Jahre, als der kleine Bruno, geboren als Peter Gene Hernandez, zum ersten Mal auf der Bühne stand.
Seine etwas durchgeknallte Musikerfamilie organisierte zuhause in Honolulu eine Art Las-Vegas-Revue für Touristen. Bruno war vier Jahre alt, und wer auf Youtube die Videos seiner Auftritte von damals sieht, ist entzückt.
Der Bub mit den dunklen Kulleraugen raunt "You ain’t nothin’ but a Hound Dog cryin’ all the Time" ins Mikrofon, während er mit dem rechten Arm rudert und an seinem schmalen Leib ein "American Eagle Jumpsuit", ein weißer Schlaghosenanzug, glitzert. Dazu: laszive Miene, Tolle, Hüftschwung. Die perfekte Elvis-Pose.
Eine Stimme aus dem Off stellt den Zwerg als König des Rock’n’Roll von morgen vor und als jüngsten Elvis-Imitator aller Zeiten. Später, im Interview, erzählt Bruno, dass er wie der King singt und tanzt, seit er zwei war. Auf die Frage, ob er dabei nervös sei oder es genieße, sagt er ganz abgeklärt: "I enjoy it." Schließlich bescheinigt sein Onkel, der auf Hawaii einen Elvis-Memorabilien-Laden betreibt, dem Jungen Talent.
In einem anderen Video schmachtet Bruno "I can’t help falling in Love with you", diesmal im blauen Jumpsuit. Es ist eine kurze Szene aus dem Hollywoodfilm "Honeymoon in Vegas" von 1992 mit Nicolas Cage und Sarah Jessica Parker, in dem das Kind als Mini-Elvis auftritt.
So ist Bruno Mars groß geworden. Er hat früh gelernt, was Show ist. Mit 17, nach der High School, ging er nach Los Angeles und gründete zusammen mit zwei Kompagnons The Smeezingtons – eine Hitfabrik, wie sich bald herausstellte. Unter diesem Namen schreibt und produziert er seither Songs für zum Teil gestandene Sänger und Bands wie Brandy oder die Sugababes. Jetzt singt er seine Lieder selbst.
Im Februar 2011, mit 25 Jahren, weist Bruno Mars eine Handvoll Nummer-eins-Hits vor, ein eigenes Nummer-eins-Album und ein halbes Dutzend Nominierungen für die Grammys, die am Sonntagabend in Los Angeles verliehen werden. Erfolg und Dauerpräsenz stehen aber ja nicht zwangsläufig für Qualität oder Originalität. Denn eigentlich macht der Hawaiianer nichts weiter als belanglosen Pop mit ein bisschen Reggae, Soul und Rock. In das Debütalbum hat er so viele Stilformen gepresst, als wolle er damit auch die Vielfalt seines Gesamtkunstwerks betonen.
Mal klingt er sommerleicht wie Jason Mraz, mal klagend wie R. Kelly. Einige Songs erinnern an Produktionen des legendären Motown-Labels, andere sind nur Schmalz und Herzschmerz. Dank der großzügig gestreuten Wörter "Baby", "Girl" und "Princess" gehen Mars’ Texte nicht viel tiefer als die von Justin Bieber. Nur: der ist erst sechzehn. Trotzdem ist Bruno Mars clever genug, bekömmliche, bequeme Musik für die Massen auf den Markt zu werfen. Das mag man gut oder schlecht finden, bemerkenswert ist es in jedem Fall. Und ein kleines bisschen so wie bei Dieter Bohlen, dem deutschen Hitmacher.
Doch mit DSDS und dessen geformten "Stars" hat Mars nichts zu tun. Gleichwohl hat er den kommerziellen Erfolg. Sein gerade erschienenes erstes Album "Doo-wops & Hooligans" ist auf Platz eins in die deutschen Charts eingestiegen. Radiosender, Musikkanäle und Kaufhäuser beschallen uns mit seinen Singles "Just the way you are" » und "Grenade" ».
Bruno Mars in aller Ohren. Und dann kommt heraus: der Amerikaner ist nicht nur Sänger, sondern auch Songschreiber und Produzent und hat hinter den Kulissen an dem ein oder anderen Hit mitgewirkt. Dem jungen Mann entkommt man kaum. Und man fragt sich: wo kommt der plötzlich her, wenn nicht aus einer Castingsendung?
Eine etwas durchgeknallte Musikerfamilie
Dabei ist er weder Wunderkind noch Senkrechtstarter, sondern, wie die "Welt" richtig schreibt », ein "Poparbeiter": Er hat sich im wahrsten Sinn hochgearbeitet. Im Grunde fing er an, an seiner Karriere zu basteln, als er gerade laufen konnte. Es war Ende der achtziger Jahre, als der kleine Bruno, geboren als Peter Gene Hernandez, zum ersten Mal auf der Bühne stand.
Seine etwas durchgeknallte Musikerfamilie organisierte zuhause in Honolulu eine Art Las-Vegas-Revue für Touristen. Bruno war vier Jahre alt, und wer auf Youtube die Videos seiner Auftritte von damals sieht, ist entzückt.
Der Bub mit den dunklen Kulleraugen raunt "You ain’t nothin’ but a Hound Dog cryin’ all the Time" ins Mikrofon, während er mit dem rechten Arm rudert und an seinem schmalen Leib ein "American Eagle Jumpsuit", ein weißer Schlaghosenanzug, glitzert. Dazu: laszive Miene, Tolle, Hüftschwung. Die perfekte Elvis-Pose.
Eine Stimme aus dem Off stellt den Zwerg als König des Rock’n’Roll von morgen vor und als jüngsten Elvis-Imitator aller Zeiten. Später, im Interview, erzählt Bruno, dass er wie der King singt und tanzt, seit er zwei war. Auf die Frage, ob er dabei nervös sei oder es genieße, sagt er ganz abgeklärt: "I enjoy it." Schließlich bescheinigt sein Onkel, der auf Hawaii einen Elvis-Memorabilien-Laden betreibt, dem Jungen Talent.
In einem anderen Video schmachtet Bruno "I can’t help falling in Love with you", diesmal im blauen Jumpsuit. Es ist eine kurze Szene aus dem Hollywoodfilm "Honeymoon in Vegas" von 1992 mit Nicolas Cage und Sarah Jessica Parker, in dem das Kind als Mini-Elvis auftritt.
So ist Bruno Mars groß geworden. Er hat früh gelernt, was Show ist. Mit 17, nach der High School, ging er nach Los Angeles und gründete zusammen mit zwei Kompagnons The Smeezingtons – eine Hitfabrik, wie sich bald herausstellte. Unter diesem Namen schreibt und produziert er seither Songs für zum Teil gestandene Sänger und Bands wie Brandy oder die Sugababes. Jetzt singt er seine Lieder selbst.
Im Februar 2011, mit 25 Jahren, weist Bruno Mars eine Handvoll Nummer-eins-Hits vor, ein eigenes Nummer-eins-Album und ein halbes Dutzend Nominierungen für die Grammys, die am Sonntagabend in Los Angeles verliehen werden. Erfolg und Dauerpräsenz stehen aber ja nicht zwangsläufig für Qualität oder Originalität. Denn eigentlich macht der Hawaiianer nichts weiter als belanglosen Pop mit ein bisschen Reggae, Soul und Rock. In das Debütalbum hat er so viele Stilformen gepresst, als wolle er damit auch die Vielfalt seines Gesamtkunstwerks betonen.
Mal klingt er sommerleicht wie Jason Mraz, mal klagend wie R. Kelly. Einige Songs erinnern an Produktionen des legendären Motown-Labels, andere sind nur Schmalz und Herzschmerz. Dank der großzügig gestreuten Wörter "Baby", "Girl" und "Princess" gehen Mars’ Texte nicht viel tiefer als die von Justin Bieber. Nur: der ist erst sechzehn. Trotzdem ist Bruno Mars clever genug, bekömmliche, bequeme Musik für die Massen auf den Markt zu werfen. Das mag man gut oder schlecht finden, bemerkenswert ist es in jedem Fall. Und ein kleines bisschen so wie bei Dieter Bohlen, dem deutschen Hitmacher.
Tour
Bruno Mars spielt fünf Konzerte in Deutschland. Die Stuttgarter Show am 7.März wurde wegen der großen Nachfrage von der Röhre ins LKA verlegt – und ist ausverkauft.
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