Buchhandel in Stuttgart Aufs Jubiläum folgt das Aus

Von vv 

Noch ein Buchladen weniger: die Buchhandlung am Bubenbad schließt an Silvester. Zuvor war bekannt geworden, dass sich die Nachfolgersuche in der Buchhandlung Lindemanns sehr schwierig gestaltet.

Auch der Versandbuchhandel macht eingesessenen Geschäften das Leben schwer. Foto: dpa
Auch der Versandbuchhandel macht eingesessenen Geschäften das Leben schwer. Foto: dpa

Stuttgart - Stuttgart verliert eine weitere Buchhandlung: In der Dienstagsausgabe hat die Stuttgarter Zeitung berichtet, dass der Inhaber der Buchhandlung Lindemanns Anfang nächsten Jahres in den ­Ruhestand geht und sich die Suche nach einem Nachfolger schwierig gestaltet. Nun hat sich die Inhaberin der Buchhandlung am Bubenbad gemeldet. „Auch mich zwingen eine hohe Ladenmiete und das veränderte Kaufverhalten der Kunden, meine Buchhandlung zu schließen“, berichtet Sonja Greiner-Goeser. Sie werde das Geschäft an der Gänsheidestraße am 31. Dezember zum letzten Mal öffnen.

Vor 65 Jahren – am 16. Oktober 1947 – war die Buchhandlung von Fritz Ifland, einem Mitbegründer der Stuttgarter Buchwochen, eröffnet worden. Der Autor Veit Heinichen und der frühere stellvertretende Chefredakteur und Lokalchef der Stuttgarter Zeitung, Martin Honecker, hatten in der Buchhandlung einst gelernt.

Im Mai 1996 hat Sonja Greiner-Goeser die Buchhandlung übernommen. Lange Jahre sei es für sie möglich gewesen, die hohe Miete und drei Mitarbeiter zu bezahlen. Doch seit zwei Jahren habe sie sich mit dem Gedanken getragen aufzugeben, sagt die Buchhändlerin. Im Februar sei ihr letzter Lehrling mit der Ausbildung fertig geworden, seit Mai habe sie gar keine Mitarbeiter mehr. „Die Leute sind nicht mehr so geschäftsgebunden“, bedauert die Buchhändlerin. Von älteren ehemaligen Kunden höre sie oft: „Wir kaufen nichts mehr, der Schrank ist voll.“ Die Jüngeren wiederum bestellten im Internet bei Amazon. „Das ist die Entwicklung“, sagt sie.