| Zeitungsgruppe Stuttgart |Sonntag, 12. Februar 2012
Stuttgart 21
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Bürgerentscheid OB Schuster kritisiert Palmer

Jörg Nauke, vom 10.09.2010 07:05 Uhr
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Wolfgang Schuster wehrt sich gegen diverse Anschuldigungen. Foto: Steinert
Wolfgang Schuster wehrt sich gegen diverse Anschuldigungen. Foto: Steinert
Stuttgart - Stuttgarts Oberbürgermeister Wolfgang Schuster (CDU) wehrt sich zwei Wochen nach einer Rede seines Tübinger Amtskollegen Boris Palmer (Grüne) während der 40. Demonstration von Stuttgart 21-Gegnern gegen Anschuldigungen. Palmer, 2004 Gegenkandidat von Schuster bei der OB-Wahl, hatte diesem "Wortbruch und Machtmissbrauch" vorgeworfen. Er habe sich nicht an die Vereinbarung gehalten, sich bei Mehrkosten für Stuttgart 21 für einen Bürgerentscheid starkzumachen. Palmer sagte am Donnerstag, ihm liege der Brief nicht vor.



Schuster teilt mit, er habe gezögert, den Brief zu schreiben, sei aber von Kollegen ermuntert worden. Darin erinnert er an das Gespräch nach dem ersten Wahlgang 2004, in dem Palmer seinen Rückzug ankündigte und Schuster anbot, für diverse Zugeständnisse dessen Wahl zu empfehlen. Eine Forderung bezog sich auf einen Bürgerentscheid. Beiden sei bekannt gewesen, dass der Entscheid über eine Finanzierungsfrage nicht möglich sei, so Schuster. Man habe "über eine Formulierung diskutiert, zu der ich selbstverständlich heute noch stehe". Die Behauptung, er habe Wortbruch begangen, entbehre jeder Grundlage. "Ich finde es befremdlich, dass Sie mich wiederholt in dieser Weise diffamieren", so Schuster.

"Vorwürfe gehen ins Leere"


Auch der Vorwurf des Machtmissbrauchs gehe ins Leere. Die Unterschriftensammlung für ein Bürgerbegehren habe 2007 erst nach dem Abschluss der Finanzierungsverhandlungen begonnen. Die Initiatoren hätten gewusst, "dass das Bürgerbegehren rechtswidrig war". Er habe sich an die Beschlüsse des Gemeinderats gehalten. Schuster meinte, es könne sein, "dass in Tübingen eine andere Rechtsordnung herrscht" und Palmer an Beschlüsse des Gemeinderats sowie an rechtsverbindliche Verträge nicht gebunden wäre.

"Unser freiheitlich demokratisches Gemeinwesen wird künftig nicht mehr zum Wohle aller, vor allem auch von Minderheiten funktionieren, wenn diejenigen recht bekommen, die am lautesten mit Trillerpfeifen auf der Straße demonstrieren. Deshalb habe ich ein grundsätzlich anderes Verständnis von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit wie Sie", betonte Schuster. Er wisse, dass Tübinger Bürger von Palmer enttäuscht seien, habe aber "weder Lust noch Zeit", sich in die Angelegenheiten von Tübingen einzumischen, weil dies "ungehörig und unfair" wäre.

Streit über Kostensteigerung


Palmer hat mehrfach betont, er sei sich mit Schuster 2004 einig gewesen, dass 120 Millionen Euro jene "erheblichen Mehrkosten" wären, die den Stuttgarter OB veranlassen hätten müssen, einen Bürgerentscheid herbeizuführen. Der Betrag basiert auf einer angeblichen Kostensteigerung von 360 Millionen Euro, die die SPD-Kandidatin Ute Kumpf vor der OB-Wahl öffentlich gemacht hatte; die Stadt hätte ein Drittel bezahlen müssen. Im Streitgespräch mit Kumpf nannte Schuster nach der Vereinbarung mit Palmer eine Milliarde Euro als Schallgrenze.

Nachdem im Juli 2007 beschlossen worden war, die Stadt mit 87 Millionen Euro zusätzlich zu belasten, sagte Palmer, dies sei nicht genug für einen Bürgerentscheid. Anders sehe es aus, rechne man den Verzicht auf 212 Millionen Zinsertrag hinzu. Dass Einnahmenverluste nicht anders wirkten als Mehrkosten, nur eben anders hießen, sei im Vertrag nicht definiert gewesen.
Kommentare (57)
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SEP
11
22:23 Uhr, geschrieben von Interessierter
Welche Ehre?
Herr Siber und Tatsachen beschäftigen sich mit meinen Aussagen. Herr Siber. Man gerne diskutieren. Nur diese genannten Protagonisten sind unglaubwürdig! Kritisches Betrachten ist bei mir etwas positives. Bei Stuttgart 21 ist nicht alles Gold was glänzt. Betrachter wie die ganzen sogenannten Experten der Projektgegner, bestärken mich immer mehr das Stuttgart 21 der große Wurf ist und werden wird! Bei Aussagen der Gutachter schüttle ich den Kopf! Holzhey! Ich habe mir doch tatsächlich die Mühe gemacht, alles zu lesen! Am meisten geärgert hat mich dabei die Diskrepanz zwischen Y-Trasse und Rheintalstrecke! Die Rheintalstrecke ist ein schwieriges Pflaster, aber wenn die Bevölkerung bei Zeiten (!!!) sich einbringt, dann dauert das, und verteuert die Strecke! Dieses S21 vorzuwerfen ist perfide und daneben! Vieregg & Rössler! Die Rolle beim Transrapid wird in meinen Augen überbewertet (an den Zahlen zweifele ich zwischenzeitlich massiv) - das hat der Mittelfranke Beckstein politisch begraben. Die Rolle bei der zweiten Münchner Stammstrecke (S-Bahn) ist bizarr! Man könnte versuchen die vorgelegten Zahlen wissenschaftlich zu betrachten! Nur wenn dann Aussagen wie Nebenstrecke kommen, dann zeigt mir das die absolut keine Ahnung haben! Natürlich ist durch die ICE-Trasse München - Nürnberg die Strecke S-UL zur Nebenstrecke geworden! Aber auch deswegen weil der Streckenverlauf den modernen Anforderungen nie mehr gerecht werden kann! Und die zusätzliche Aussage mit der Neigetechnik - das ist vergleichbar mit der Breuer-Aussage über die Peanuts! Wann wird die Wahlkampfaussage vom letzten Jahr kassiert? Das Grün die NBS gut findet? Weil das war offensichtlich gezielt und bewusst eine Fehlinformation? So interpretiere ich die Herren, die in München residieren! Tatsachen? Volksentscheide? Sie meinen dieses einzigartige Konstrukt, das sich die SPD ausgedacht haben will? Die landesweite Volksbeteiligung geht anders - ja da hätte sich die Grüne Landtagsfraktion auch schon früher einbringen können! Aber nein - diesmal lässt man die SPD bei dem aussichtslosen Unterfangen machen! 900 Mio. Schadenersatz? Wieso Schadenersatz? Ich gehe davon aus, das dieser Betrag auf die 1,3 Mrd. oben darauf kommen! Sie wissen schon - der Landeszuschuss! Wenn das Land Verträge brechen soll, dann kann man das Geld nicht mehr ungeschehen machen! Ich glaube das die Drechsler-Zahlen nicht die NBS einschließen - Herr Wölfe hat ja noch nicht 'abgeschworen'! Herr Siber! Den Fehler, den Ihre Parteifreunde gemacht haben ist, das diese alle Brücken zu K21 eingerissen haben. Wenn die NBS nicht darstellbar sein soll, wieso tut man sich dann K21 an? Ohne Flughafen/Messe hätte in meinen Augen weder S21 noch NBS Sinn gemacht! Jetzt macht es absolut Sinn - und zwar nur in Kombination! Und wenn man den Bahnknoten Stuttgart für den Schienenverkehr nutzbar machen will - dann muss man spätestens in Feuerbach/Zuffenhausen damit anfangen! Das Gleisvorfeld ist nicht nur ein ökologisches Desaster - es ist auch ein schlimmeres Nadelöhr wie Geislingen-Amstetten! Unauflösbar! Wir werden sehen!
SEP
11
10:44 Uhr, geschrieben von Karl Heinz Siber
@ tatsachen
Es ist zwecklos, mit dem verbohrten Interessierter diskutieren zu wollen. Er reagiert auf die Namen Holzhey und Vieregg & Rössler wie ein Pawlowscher Hund (oder ein gereizter Stier). Das war schon immer so. Aus irgend welchen Gründen (die er nie auch nur andeutet) sind diese Gutachter seine Lieblingsfeinde. Nicht dass er sich die Mühe machen würde, ihnen sachliche Fehler nachzuweisen, so viel Ehre will er ihnen nicht erweisen. Diese Gutachter sind für Interessierter einfach von vornherein induskutabel. Wen das initeressiert? Das weiß ich auch nicht.
SEP
10
23:01 Uhr, geschrieben von tatsachen
@Interessierter
Vielen Dank für ihre sehr fundierte mit Zahlen und Quellnachweisen hinterlegte Arbeit. War ja sicher eine richtig lange Zeit die sie da beim Tippen verbracht haben. Was wollten sie uns eigentlich damit sagen? Ich freue mich auf die Nachreichung der Zahlen zu ihren Anschuldigungen. Wo ist konkret die NBS schlecht gerechnet, was ist falsch? Wie weit sind Ausbau und Planung der Magistrale ausserhalb Stgt - Ulm? Der TGV endet derzeit in Stuttgart. Bei S21 kann er nicht reinfahren. Volksentscheide werden von der Landesregierung per Gesetz seit 2008 erschwert. Wie kommen sie auf 900 Mio. EURO Schadenersatz? He. Dechsler spricht von 1,3 Milliarden und nennt Details? Zitate aus dem SMA-Papier wären nicht nötig gewesen, hätte man dieses nicht geheimgehalten. Wer sind d i e Grünen und d i e Kommunisten in Stuttgart? Sind das d i e Gegner von d e r S21 Mafia? Gibt es d i e Deutschen, d i e Russen, d i e Nazis, d i e Polen, d i e Türken? Welche Werbemittel meinen sie denn? Für S21 wurden 2,4 Millionen Euro bereit gestellt. Von wem? Vom Steuerzahler. Wer ist das? Sie, ich, wir alle. Sie sehen ihre langen Aufschriebe kann man nicht kurz beantworten. Oder man sagt, lass den schreiben, ist doch egal, liest ja eh keiner. Ich würde mich über einen sachlichen Austausch in den Kommentaren sehr freuen, werde aber in Zukunft mir nicht mehr die Mühe machen unsachliche Angriffe zu beantworten. Schönes Wochenende.
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