Bürgermeisterwahlen in Salach und Dürnau Lutz und Buchmaier hören auf

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Unterm Weihnachtsbaum kann man manchmal auf ganz neue Gedanken kommen. So ging es offenbar zwei Bürgermeistern im Kreis. Die Gemeinderäte sind jetzt ziemlich ratlos.

Die Bürger in Salach und Dürnau müssen neue Bürgermeister wählen. Foto: dpa
Die Bürger in Salach und Dürnau müssen neue Bürgermeister wählen.Foto: dpa

Salach/Dürnau - Die Gemeinden Salach und Dürnau müssen sich nach neuen Bürgermeistern umsehen. Er wolle sich nach 16 Jahren beruflich neu orientieren, erklärte der Salacher Rathauschef Bernd Lutz (Freie Wähler) am Dienstagabend gegenüber seinem Gemeinderat. Er werde daher bei der Wahl am 10. April nicht antreten. Noch überraschender ist der Abschied von Friedrich Buchmaier in Dürnau. Seine Amtszeit läuft eigentlich erst in zwei Jahren aus. Dennoch verschickte er am Mittwoch eine Erklärung, in der er sein Ausscheiden zum 31. August 2016 ankündigt. „Ich möchte mich nunmehr Dingen widmen, die vielleicht bisher zu kurz kamen“, heißt es darin. Buchmaier, der in diesem Jahr 60 wird, war 30 Jahre lang im Amt.

Nachdenken unterm Weihnachtsbaum

Es war die Stille der Weihnachtstage, die Buchmaier zum Nachdenken nutzte. „Nach reiflicher Überlegung stehe für ihn fest: Das Amt des Bürgermeisters sei ein abwechslungsreicher und spannender Teil seines Lebens, „aber eben nur ein Teil“. Nun sei es an der Zeit, „andere persönliche Schwerpunkte zu setzen“. Konkreter äußerte er sich nicht. Wegen einer akuten Lungenentzündung war er am Mittwoch nicht zu erreichen.

Auch Lutz, der sich vor acht Jahren in einem Wahlkrimi gegen einen CDU-Bewerber durchgesetzt hatte, erklärte, er habe unter dem Weihnachtsbaum über seine Zukunft nachgedacht. „Nächste Woche werde ich 48 Jahre alt. Da habe ich noch einmal die Chance, etwas Neues anzufangen“, erklärte er nun. Um was es sich dabei handeln könnte, stehe noch nicht ganz fest. „Ich werde es auf mich zukommen lassen.“

Das Burn-out ist überstanden

Vor vier Jahren hatte sich Lutz wegen eines Burn-out-Syndroms in einer Fachklinik behandeln lassen und war für mehrere Wochen krankgeschrieben. Seither hatte er wieder vital und frisch gewirkt. Seine Entscheidung habe nichts zu tun mit dem damaligen Erschöpfungszustand, versicherte Lutz. So traf die Ankündigung auch den Gemeinderat überraschend. „Wir waren alle niedergeschlagen“, sagte der SPD-Fraktionschef Werner Staudenmayer. Den Fraktionen bleibt nur wenig Zeit, um nach geeigneten Kandidaten zu suchen. Salach hat knapp 8000 Einwohner.

Auch in Dürnau herrschte Totenstille, als Buchmaier zu Wochenbeginn in nichtöffentlicher Sitzung den Gemeinderat informierte. „Das kam für uns alle total unerwartet“, sagt der ehrenamtliche Bürgermeister-Stellvertreter Friedrich Allmendinger. Bis dahin hatten alle fest damit gerechnet, dass Buchmaier bis zum Ende seiner Amtsperiode im Jahr 2018 weitermachen und sich vielleicht sogar noch einmal zur Wahl stellen würde. Bei seiner letzten Wiederwahl 2008 war er in der 2000-Seelen-Gemeinde auf 97,8 Prozent gekommen. Buchmaier sei immer mit ganzem Herzen Bürgermeister gewesen, so Allmendinger. Im Gemeinderat wirke er ausgleichend, sei locker im Umgang mit den Bürgern und habe alle Hausaufgaben stets erledigt. „Die Gemeinde steht gut da.“

Und was macht Günter Riebort?

Die Dürnauer müssen nun außer der Reihe eine Bürgermeisterwahl organisieren, die noch vor den Sommerferien stattfindet. Ein solcher Wahltermin ist auch in Hohenstadt geplant, dort findet die dritte und voraussichtlich letzte Bürgermeisterwahl im Kreis in diesem Jahr statt. Der Amtsinhaber Günter Riebort will Ende des Monats bekanntgeben, ob er wieder antritt. Die Hohenstädter müssen also hoffen, dass er über Weihnachten nicht zu viel Zeit zum Nachdenken hatte.

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