Bürgertreff in Waiblingen Auftakt für arbeitsreiches Jahr

Von Annette Clauß 

Etwas mehr Gelassenheit und Zufriedenheit wäre trotz aller Herausforderungen kein Fehler – das hat der Oberbürgermeister Andreas Hesky am Mittwochabend beim bestens besuchten Bürgertreff, dem Neujahrsempfang der Stadt Waiblingen, anklingen lassen.

Schlange stehen  beim Bürgertreff: der Ghibellinensaal war  voll besetzt. Foto: Stoppel
Schlange stehen beim Bürgertreff: der Ghibellinensaal war voll besetzt.Foto: Stoppel

Waiblingen - Die einen wünschen viel Erfolg für das Jahr 2016, „außer bei der Windenergie“, die anderen drohen anonym mit Liebesentzug bei der nächsten Wahl, weil ihrer Ansicht nach „die Bürger zur Kasse gebeten werden und die Flüchtlinge alles bekommen“: ein kleiner Auszug aus den Schreiben diverser Bürger, die dieser Tage im Briefkasten des Waiblinger Oberbürgermeisters gelandet sind.

Ein bisschen mehr Gelassenheit und Zufriedenheit wäre trotz aller Herausforderungen kein Fehler, das hat Andreas Hesky am Mittwochabend beim bestens besuchten Bürgertreff, dem Neujahrsempfang der Stadt, anklingen lassen. Den Bürgertreff bezeichnete er als „Kraftquell“, der Mut und Zuversicht für das neue Jahr geben solle. Das kann nicht schaden. Wird doch laut Hesky in den sozialen Netzwerken der Eindruck erweckt, es herrsche „Not und Elend, soweit das Auge reicht“.

Integration „eine der schwierigsten Aufgaben“

Natürlich gehe die Ankunft von 750 Flüchtlingen nicht spurlos an einer Stadt vorbei, natürlich sei die Integration dieser Menschen „eine der schwierigsten Aufgaben“, so Hesky. Trotzdem sei er überzeugt: „unser Land und unsere Stadt werden erstarkt aus der Flüchtlingskrise hervorgehen“. Mit den größten Beifall hat der OB indes für seine Aussage bekommen, der Staat müsse „denjenigen klar machen, die nicht bereit sind, sich zu integrieren, die meinen, eine Parallelgesellschaft aufbauen oder unser Wertesystem missachten zu können, dass sie entweder bei uns keine Zukunft haben oder aber man ihnen mit der notwendigen Deutlichkeit gegenüber tritt“.

In jedem Fall wird das Jahr 2016 ein fleißiges werden. Ganz oben auf der Agenda steht die Schaffung neuen Wohnraums, denn während man sich bis vor kurzem noch um schwindende Einwohnerzahlen sorgte, hat Waiblingen mit derzeit mehr als 55 000 Menschen plötzlich mehr Einwohner als je zuvor. Bei der Vergabe von Wohnraum dürfe es „keine bevorzugte Behandlung einer Personengruppe geben“, betonte der Oberbürgermeister.

„Grenzenloses Vertrauen in die heimische Wirtschaft“

„Angenehm“ sei die finanzielle Lage der Stadt Waiblingen, sagte Hesky, der in punkto Gewerbesteuer eine „Rekordsumme von mehr als 55 Millionen Euro“ für 2015 verkündete und sagte, er habe „ „grenzenloses Vertrauen in unsere heimische Wirtschaft“. Für die „exportorientierten Unternehmen“ der Stadt wünscht sich Hesky eine andere Verkehrssituation. Er sei froh, dass der Bund die Nord-Ost-Tangente erneut prüfe, sagte Hesky, was den Fellbacher OB Christoph Palm im Publikum kaum gefreut haben dürfte.

Nachdem Hesky dem langjährigen Gemeinderat Wilfried Jasper die silberne Verdienstplakette angeheftet hatte, griff er traditionsgemäß zum mit Trollinger gefüllten Weiß’schen Becher aus dem Jahr 1652 und leerte, unter Beifall und Pfiffen, den Humpen in einem Zug: ein Prosit auf 2016.