Bundesliga-Kolumne Ein umgenähter Bettvorleger macht Karriere

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Der verletzte Dortmunder Fußballprofi Pierre-Emerick Aubameyang sorgt diesmal nicht als Torjäger, sondern aufgrund seines gewagten Outfits als „Bibo aus Gabun“ für Heiterkeit.

Pierre-Emerick Aubameyang überrascht mal wieder mit einem kuriosen Outfit. Foto: Sport1/Twitter
Pierre-Emerick Aubameyang überrascht mal wieder mit einem kuriosen Outfit.Foto: Sport1/Twitter

Dortmund - Hartgesottene Fußballfans haben in Sachen Herrenmode über die Jahre ja schon einiges weggesteckt – erinnert sei hier nur kurz an das karierte Sakko des Beinahe-Bundestrainers Uli Stielike, an Klaus „Schlappi“ Schlappners albernen Pepitahut oder die pelztragende Beckenbauer-Netzer-Breitner-Generation der 1970er Jahre. Hinzu gesellt sich nun der „Bibo aus Gabun“, der sich am Samstag erstmals in freier Wildbahn, nämlich beim Dortmunder 1:0 über Hannover 96 auf der Tribüne des Stadions zeigte.

„Entweder du hast den Style – oder du hast ihn nicht. Und Auba hat ihn“, urteilte der BVB-Trainer Thomas Tuchel nach Schlusspfiff etwas bemüht lächelnd über das exzentrische Outfit seines verletzten Torjägers Pierre-Emerick Aubameyang. Tatsächlich sah der modebewusste Westafrikaner mit seinem türkisfarbenen Basecap und den farblich abgestimmten Sneakers zum weißen Trainingsanzug und Felljacke samt opulentem Kunstpelzkragen der Marke Felsenpingiun in westeuropäischen Augen aus, als hätte er den Abpfiff des Karnevals verschlafen.

 

Während Tuchel seine Meinung ja nicht ganz unbefangen kundtun kann – immerhin möchte er den mit 20 Treffern weiterhin besten Torjäger der Liga bei Laune halten –, steht objektiv fest, dass der „Aubabär“ in einer an sportlicher Spannung lahmenden Liga eindeutig der Hingucker des Spieltages war. Klar ist in Zeiten sozialer Netzwerke wie Facebook und Twitter auch, dass derjenige nicht lange um Hohn und Spott bitten muss, der sich in Modefragen ein bisschen weiter aus dem Fenster lehnt.

Neven Subotic fühlt sich an einen „toten Vogel“ erinnert

Dabei zählte die Wechselempfehlung zu einem der beiden Mailänder Clubs und damit in die Modemetropole Norditaliens zu den harmloseren Kommentaren. Oder die Frage, welchem Eisbären er das Outfit denn beim Pokern abgeknöpft habe. An seinem schrillen Outfit zeige sich, das schrieben einige übereifrige Ereiferer, dass Aubameyang längst die Bodenhaftung verloren habe. Dabei ist spätestens seit der Novelle des Schweizers Gottfried Keller klar, dass Kleider Leute machen. Während Neven Subotic ebenfalls schmunzelnd befand, sein Kollege sähe aus „wie ein toter Vogel“, machte der Comedian und Hannover-Fan Oliver Pocher im Vip-Raum schnell ein Foto mit Aubameyang – und schrieb später auf Twitter darunter: „Die Mischung aus Eisbär Knut und umgenähter Bettvorleger ist sensationell.“

 

Stimmt. Also ist es in erster Linie jammerschade, dass sich ein Ende der Verletzungspause von „PEA“ abzeichnet – die Folgen der Wadenprellung des Starstürmers sind nämlich allmählich verheilt: Also zeigt sich unser Paradiesvogel, wenn er nach Torerfolgen nicht gerade mal wieder ein Batman-Kostüm hervorkramt, fortan wie gewohnt in biederem Schwarz-Gelb.