Bundespräsident Horst Köhler
Funkstille auf Schloss Bellevue
Armin Käfer,
17.03.2010 07:40 Uhr
|
|
Bild 1 von 3 |
|
Bundespräsident Hortst Köhler ist seit Beginn seiner seiner zweiten Amtszeit blass geblieben. Foto: dpa
""Das laute Schweigen des Bundespräsidenten seit der Amtsübernahme der schwarz-gelben Regierung ist schon auffallend""
Grünen-Vorsitzende Clauda Roth
Zu den staatsbürgerlichen Verdiensten der Frau Marjan zählt unter anderem, dass sie den Glanz ihrer Prominenz bevorzugt auf FDP-Politiker abstrahlen lässt und bei liberalen Fundraising-Dinnern ein gerngesehener Gast ist. Aber deshalb bekommt sie das Abzeichen nicht. Der Bundespräsident würdigt mit dem Orden ihr Engagement für notleidende Kinder. Frau Marjan freut sich und hofft, "dass es viele Gelegenheiten gibt, ihn zu tragen". Und als Horst Köhler fragt, ob er ihr das Ehrenzeichen anheften dürfe, zur Probe vielleicht die kleine dezente Spange? Da entscheidet sich die Schauspielerin prompt für die pompöse Version: eine handtellergroße Seidenschleife mit emailliertem Malteserkreuz. Marjan meint: "Wenn schon, denn schon."
Das sind die angenehmen Termine im Alltag eines Staatsoberhaupts. Über einen Mangel an solchen kann sich Köhler gerade nicht beklagen. Am Montagabend besichtigt er David Chipperfields Rekonstruktion des Neuen Museums im Zentrum Berlins. Tags darauf eröffnet er eine Ausstellung, die die "Schätze des Aga-Khan-Museums" zeigt. Zwischendurch muss er auch mal arbeiten. Er verabschiedet den Verfassungsgerichtspräsidenten in den Ruhestand und überreicht dessen Nachfolger die Ernennungsurkunde. Bei diesem Anlass ist immerhin zu erfahren, was ein Schwerpunkt der zweiten Amtszeit Köhlers werden soll: "die Erhaltung und Verbesserung der Vitalität unserer Demokratie". Mehr hat er nicht verraten.
Von "Super-Horst" zur schlaffen Karikatur
Es ist still geworden um den ersten Mann im Staate, der im vergangenen Juni wiedergewählt worden ist. Der "Spiegel" lästert, Horst Köhler sei ein "Präsident ohne Worte". Und die Zeitung mit den größten Buchstaben fragt: "Wo ist eigentlich Super-Horst?" Sie selbst hatte Köhler diesen Titel einst verliehen. Jetzt druckt das Blatt eine schmähende Karikatur, die ihn als erschlafften Supermann zeigt, der Pantoffeln trägt und sich in einem Sessel ausruht.
Seite
1
2
3
Weitere Artikel


23 Mal Stuttgart – wir stellen Ihnen alle 23 Stadtbezirke vor >>


Bundespräsident
Funkstille ? Gut - das zeigt mir mal wieder, daß der Staat keinen Bundespräsidenten braucht! Kostet nur Geld - also abschaffen! Diesen Job kann jemand -bei Bedarf- auch nebenberuflich ausüben! Die Ministerernennungen können im Wechsel von Ministerpräsidenten oder Alterspräsidenten im Bundestag gemacht werden. Staatsbesuche soll derjenige empfangen der mit dem Gast eh zu tun hat! Und Klugredner (Besserwisser), die in die Regierungsgeschäfte reinreden, hat Deutschland sowieso mehr als genug; siehe die vielen Kommentatoren zur aktuellen Politik! Der Mob weiss alles besser , keiner kann denen etwas Recht machen! Also ändern.....!
trübe Aussichten
Richard von Weizäcker hatte seinerzeit die Größe, den regierenden Politikern und insbesondere einem selbstgefälligen Helmut Kohl die eigene "Machtversessenheit und Machtvergessenheit" vorzuhalten - und zu mehr Verantwortung im Amt zu mahnen. Solche Worte wären angesichts des taktierenden Hinhaltens und der "Sandkastenspiele" der Regierenden heute wieder mehr als angebracht. Offensichtlich fehlt Herrn Köhler aber die Größe und Unabhängigkeit eines Richard von Weizäcker. Merkel und Westerwelle wußten vermutlich sehr genau, warum sie die schwarz-gelbe Ära mit der Nominierung von Horst Köhler - und nicht Wolfgang Schäuble - einleiteten. Ein unsicherer Präsident, eine defensive Kanzerlin, ein überdrehter Außenminister - trostloser könnte das Tabeau angesichts der politischen Großwetterlage kaum sein.