Bundesversammlung
Eine Regierung wird vorgeführt
Armin Käfer, Thomas Maron und Katja Bauer,
30.06.2010 22:45 Uhr
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Joachim Gauck gratuliert Christian Wulff zu seiner Wahl. Foto: dpa
So werden an diesem Tag mit einfachen Kreuzen auf Stimmzetteln die Themen verhandelt, die in den vergangenen Wochen die politische Bühne beherrscht haben. Wie weit die Folgen dieser Wochen reichen werden, das kann zu diesem Zeitpunkt keiner wissen. Und auch der Bundestagspräsident hat das Debakel nicht geahnt, als er am Morgen die Versammlung mit einer Rede eröffnet hat, die genau demjenigen galt, wegen dem sich hier alle versammelt haben: Horst Köhler. Der ist nicht anwesend. Vor einem Jahr hatte er hier einen Triumph erlebt. Nun liest ihm Lammert die Leviten. "Niemand von uns steht unter Denkmalschutz." Das gelte auch für den ersten Mann im Staate. Kritik müsse er erdulden.
Lammert provoziert einen unbeabsichtigten Zwischenfall, als er auf die Debatten der vergangenen Wochen zu sprechen kommt. Es gebe ja auch Demokratien, in denen die Spitze des Staates mit einem König besetzt und damit dem "Ehrgeiz der Parteien" entzogen sei, sagt Lammert. Dieser Abend jedenfalls wird zu einem zwischen Ehrgeiz und Verzweiflung. Die Parteien sind nicht nur mit einem neuen Präsidenten beschäftigt, sondern vor allem mit sich selbst. Käseglockengleich wölbt sich die Reichstagskuppel über der Kaste der Politiker. Darunter wird um ein Amt gerungen und viel mehr noch um die Macht. Und draußen, vor dem Reichstag steht das Volk, um dessen Präsidenten es geht. Der Deutsche ist ja ein ausgesprochener Fanmeilenroutinier, deshalb steht wie selbstverständlich eine Menschentraube vor einer Großleinwand am Westportal. Man diskutiert sommerträge vor sich hin, die einzige Emotion, die sich ab und an Bahn bricht, ist der Frust: "Da drin", sagt Stefanie Krämer aus Olpe, "geht es um Kalkül und nicht um den besten Kandidaten für das Land."
Ist das nun Politikverdrossenheit? Drinnen jedenfalls, unter der Glocke, ist die Politik das einzige, was zählt. Doch letztlich straft die vor der Tür kritisierte repräsentative Demokratie ihre Kritiker an diesem Mittwochnachmittag Lügen: Sie entpuppt sich als unkalkulierbar.
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Weder Grüne noch SPD haben Gauck instrumentalisiert, es war die SPRINGER-PRESSE...
...die ihn auf das Podium gestellt hat. SPD und Grüne sind dann sehr bereitwillig mit ins Boot gesprungen, um der Berliner Koalition mit Hilfe von Bild und Welt - aber auch des beispringenden Spiegel - eine Niederlage zu bereiten. Diese "Leid"-Medien haben durch ihr Engangement für Gauck auch die CDU-Wahlmänner und -frauen beeinflusst, die dann vermutlich mit Friede Springer gegen deren Freundin Merkel Wulff 2 x das Vertrauen absprachen. Doch nachher wills wieder keiner gewesen sein, so ist das in unserer Repbulik. Großkotzen und danach Schwanzeinziehen - preußisch-deutsche Tugenden.
Gauck
Allein die Tatsache, dass Gauck sich von spd/grün als Kandidat instrumentalisieren ließ, entlarvt ihn als charakterlosen Dummkopf.
ARD sendet falsche jubelbilder
ARD sendet falsche Jubelbilder: http://taz.de/1/leben/medien/artikel/1/falsche-jubelbilder/