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Burgstallviertel Die Vision: Wohnen am Waldrand
Heike Armbruster, 11.02.2012 14:00 Uhr
Der Bauhof soll langfristig umziehen Foto: privat
Der Bauhof soll langfristig umziehen Foto: privat

S-Süd - Der zweite Schritt des Rahmenplans stößt nicht überall auf Zustimmung. Schritt zwei, das ist das langfristige Ziel für die Entwicklung des Burgstallviertels und sieht vor, das Gebiet zwischen Südheimer Platz und Waldfriedhof zum Wohngebiet umzuwandeln. Einzige Ausnahme bleibt das Areal um das Schützenhaus. Die Bezirksbeiräte begrüßten in ihrer jüngsten Sitzung diese Vision fast durchgängig. Mit zwei Enthaltungen aus den Reihen der CDU stimmten sie dafür, diese Leitlinie für künftige Änderungen des Planungsrechts einzuführen. Dem muss nun der Ausschuss für Umwelt und Technik des Gemeinderats zustimmen, vorgesehen ist dies in der Sitzung am 14. Februar.

Verlierer dieser Entwicklung ist das Autohaus Kloz in der Burgstallstraße. Dort hatte man darauf gehofft, die Werkstatt sogar um einen Ausstellungsraum für den Neuwagenverkauf erweitern zu können. Dafür hatte Geschäftsführer Eberhard Gauß im Bezirksbeirat geworben, jedoch vergeblich. Nicht nur, dass aus der Erweiterung nichts wird, der Rahmenplan sieht langfristig überhaupt keine gewerbliche Nutzung im Burgstallviertel vor. Allerdings, versicherten die Bezirksbeiräte, gelte für das Autohaus in seiner jetzigen Form Bestandsschutz.

Erweiterung generiert zu viel Verkehr

Bezirksvorsteher Rupert Kellermann betonte, er erachte die Werkstatt des Autohauses als wichtig für die Nahversorgung. Wenn der Bezirksbeirat sich jedoch für die Weiterentwicklung des Betriebs einsetze, obwohl dies schon vor Jahren ausgeschlossen worden sei, mache dies das Gremium beim Bürger unglaubwürdig. Grünen-Fraktionssprecher Wolfgang Jaworek lehnte die Erweiterung des Autohauses ab, weil dadurch neuer Verkehr im Burgstallviertel erzeugt werde.

Neben den Erweiterungswünschen des Autohauses ist die Stuttgarter Wohnungs- und Städtebaugesellschaft (SWSG) daran interessiert, eine Fläche im Burgstallviertel zu entwickeln: das Gebiet, auf dem die Wohnhäuser Burgstallstraße 75 bis 81 stehen. Der SWSG kommt entgegen, dass die Dinkelacker-Schwabenbräu GmbH ihre an den Wohnblock angrenzenden Lagerflächen verkaufen möchte. Aufgrund der Nähe zum Waldrand sind diese Lagerflächen nicht mehr eigenständig bebaubar. Der Abstand zwischen Wohnhäusern und Wald muss eigentlich 30 Meter betragen.

Gebiet hat sich bereits stark verändert

„Es geht darum, die planungsrechtlichen Voraussetzungen für einen weiteren Strukturwandel zu schaffen“, erläuterte Rainer Dörr den Entwurf des Amts für Stadtplanung und -erneuerung. Dörr stellte die Pläne im Bezirksbeirat vor. Damit trage die Stadt auch den bisherigen Veränderungen in dem Gebiet Rechnung, das mit dem Bau des Heslacher Tunnels und der Verlagerung der B 14 viel vom Bundesstraßencharakter verloren habe.

Der Rahmenplan ist in drei Schritte unterteilt. Schritt eins ist der Neubau von Wohnungen an der Burgstallstraße 75 bis 81 sowie der Neubau einer Kindertagesstätte in der Burgstallstraße 93. Schritt zwei sieht die Verlagerung des Autohauses sowie des Bauhofs vor. Doch auch für den Bauhof gibt es bisher keinen anderen Standort. Der dritte Schritt befasst sich mit der Neuordnung der Grundstücke an der Bachwiesenstraße. Falls möglich, sollen die Gebäude am Waldrand abgerissen und die Gebäude an der Bachwiesenstraße neu geordnet werden. Der Waldrand soll durch neue Fußwege besser zugänglich sein.

Ein neuer Rahmenplan für das Viertel ist notwendig geworden, weil der einzig gültige Bebauungsplan noch aus dem Jahr 1937 stammt. Dieser entspricht längst nicht mehr der tatsächlichen Bebauung in dem Quartier. Das liegt daran, dass das Gebiet nach einem im Jahr 1962 beschlossenen Bebauungsplan entwickelt wurde. Dieser war aber nicht gültig, weil er nichtöffentlich verabschiedet worden war. Aufgrund der vielen konkurrierenden Interessen in dem Gebiet forderte der Bezirksbeirat die Verwaltung im Dezember 2010 dazu auf, einen Rahmenplan für das Burgstallviertel zu erarbeiten.

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