Business-Campus Ehemalige Alcatel-Tochter verlässt Zuffenhausen

Von Werner Waldner und Bernd Zeyer 

Die Firma Alcatel-Lucent Enterprise (ALE) verlässt den Zuffenhäuser Standort und zieht nach Kornwestheim.

Die Firma Alcatel-Lucent selbst bleibt an der Lorenzstraße 10 ansässig. Foto: Bernd Zeyer
Die Firma Alcatel-Lucent selbst bleibt an der Lorenzstraße 10 ansässig. Foto: Bernd Zeyer

Zuffenhausen - Seit Herbst vergangenen Jahres gehen Alcatel-Lucent und Alcatel-Lucent Enterprise (ALE) getrennte Wege. ALE ist von einem chinesischen Investor übernommen worden und steht seitdem auf eigenen Füßen. Trotzdem ist ALE zunächst am Zuffenhäuser Standort an der Lorenzstraße geblieben. Das wird sich nun ändern, die Firma zieht auf das Salamander-Areal in Kornwestheim. Alles beim Alten hingegen bleibt beim ehemaligen Mutterkonzern. Auf Anfrage der Nord-Rundschau verlautete, die Firma Alcatel-Lucent werde auch weiterhin an der Lorenzstraße 10 in Zuffenhausen ansässig bleiben.

Im dritten Stock des Baus 6 an der Stammheimer Straße in Kornwestheim übernimmt ALE im September eine Fläche von rund 1800 Quadratmetern. Das Unternehmen kommt mit 60 bis 70 Mitarbeitern, insgesamt zählt es ungefähr 110 Beschäftigte. „Tendenz steigend“, sagt Alexandra Biebel, Pressesprecherin von ALE. Der Umzug nach Kornwestheim sei ein Baustein der Loslösung von der Mutter Alcatel-Lucent.

ALE ist mittlerweile eine eigenständige Firma

Obwohl man offiziell nichts mehr mit Alcatel-Lucent zu tun hat, wird Alcatel-Lucent Enterprise seinen Namen behalten. Es habe durchaus Überlegungen gegeben, ihn aufzugeben, um die Eigenständigkeit zu verdeutlichen, berichtet Alexandra Biebel. Aber zum einen ändert sich der Name nicht so leicht, zum anderen spielt die Entwicklung ALE in die Hände. Die Mutter Alcatel-Lucent selbst wird vom finnischen Nokia-Konzern übernommen und ihren Namen aufgeben müssen. Alcatel-Lucent Enterprise beschäftigt weltweit 2700 Menschen. Die Firmenzentrale befindet sich in Paris. Das Unternehmen bezeichnet sich selbst als „einen Weltmarktführer in Kommunikations- und Netzlösungen“. 830 000 Kunden würden betreut – und die reichten vom kleinen Unternehmen über den Mittelständler bis hin zum Konzern.

ALE vertreibt Telefonanlagen und Datennetze. „Unsere Vision ist es, die Welt auf ihrem Weg aus dem Zeitalter des Personal Computers in das Zeitalter der Personal Cloud zu begleiten, aus der persönliche Inhalte und Anwendungen von beliebigen Endgeräten über beliebige Netze abgerufen werden können“, heißt es bei ALE. In Kornwestheim wird ALE auch ein Trainingszentrum einrichten. Das Unternehmen geht davon aus, dass täglich 20 bis 40 Besucher zu den Schulungen und Seminaren nach Kornwestheim kommen werden.

Der neue Standort sei im Sinne der Beschäftigten bewusst im nördlichen Bereich von Stuttgart gesucht worden, sagt Alexandra Biebel. Schon jetzt sei die Firma durch den Bahnhof Neuwirtshaus gut ans S-Bahn-Netz angeschlossen. Daran wird sich nichts ändern. Was man allerdings vermissen werde, das sei die Alcatel-Kantine, so Biebel. Eine Kantine gibt’s seit der Schließung von Lurchis Lunchhouse auf dem Salamander-Areal nicht mehr. Langsam aber müsste es sich wieder lohnen, ziehen doch immer mehr Unternehmen in die einstigen Fabrikationsstätten und Büros von Salamander. Noch sind in den riesigen Bürogebäuden Flächen frei, sagt Stefanie Wackerbarth, bei der Immovation AG für die Vermarktung des Salamander-Areals zuständig.

Im September will die Immovation AG mit der Vermarktung der Wohnungen im Neubau an der Stammheimer Straße starten. Baubeginn für das Haus, das im Erdgeschoss einen Lebensmittelmarkt und in den Obergeschossen 70 Wohnungen aufnehmen wird, ist für den Jahreswechsel vorgesehen.

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