Cannstatter Volksfest Taxifahrer bestreiken Wasen

Von dpa/era 

Im Streit um Taxi-Stellplätze beim Stuttgarter Volksfest auf dem Cannstatter Wasen wollen die Fahrer streiken. Am Donnerstag soll um 14.30 Uhr ein Konvoi von dem Gelände aus zum Stuttgarter Rathaus fahren.

Zu wenig Taxen für zu viele Wasenbesucher: für das Problem gibt es noch keine Lösung. Foto: lichtgut/Max Kovalenko
Zu wenig Taxen für zu viele Wasenbesucher: für das Problem gibt es noch keine Lösung.Foto: lichtgut/Max Kovalenko

Stuttgart - Im Streit um Taxi-Stellplätze beim Stuttgarter Volksfest auf dem Cannstatter Wasen wollen die Fahrer streiken. Um 14.30 Uhr sammeln sich die Taxifahrer in der Benzstraße, sie fahren anschließend im Konvoi zum Stuttgarter Rathaus. Von dieser Demonstration ist auch der Taxiverkehr zum und vom Wasen betroffen – dies bestätigte der Vorstandsvorsitzende der Taxi-Auto-Zentrale, Murat Arslan, der StZ. „Das Volksfest wird nicht von uns angefahren.“

Laut Arslan sind die Taxifahrer verärgert, weil die Stadt beispielsweise am Einkaufszentrum Gerber Taxiplätze fernab von dessen Haupteingang einrichtet. „Uns reicht es, die Stadt unterstützt uns nicht“, sagte Arslan.

Die Taxi-Zentrale vermittelt fast alle Fahrten in der Landeshauptstadt. Ihr sind rund 750 Fahrzeuge angeschlossen. Die Taxifahrer monieren die Lage des Taxistandes in einer Seitenstraße. Die Stadtverwaltung und die Veranstalter von in.Stuttgart beklagen besonders am Wochenende regelmäßig Engpässe.

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4 Kommentare Kommentar schreiben

Taxifahren : um es etwas provokant auszudrücken, wer in ein Taxi steigt ist selber Schuld, oder hat zuviel Geld. Aber manchmal geht es schon nicht ohne einen ortskundigen Fahrer. Wenn ich hier einige Kommentare lese, kommen mir Tränen vor Mitleid, mit dem armen Taxigewerbe. Gegen die Taxifahrer selbst will ich ja gar nichts sagen, die haben es zum Teil nicht einfach. Aber das Taxigewerbe verhält sich wie frühere Staatsbetriebe. Wenn das Geld nicht, oder angeblich nicht reicht, werden eben die Preise erhöht, so einfach ist das. Das möchte ich bei mir auch können. Vielleicht muß sich das Taxigewerbe auch mal an die Gegebenheiten anpassen und auch mal schrumpfen. Es können nicht alle überleben und es werden ja immer mehr. Andere Branchen müssen bei Überkapazität auch abbauen und sich anpassen. Zu welchen Zeiten sind denn die vielen Taxis ausgelastet? Wenn ich dann so durch die Städte laufe und das sind einige, dann drängeln sich die Taxischlangen dicht an dicht. Am besten noch jede Busspur und jedes freie Plätzchen zustellen. Das natürlich alle 2000 Taxis am Wasen stehen wollen, kann ich ja nun verstehen, geht aber nicht. Deshalb wird der Taxidienst Uber auch wachsen und ich denke recht schnell, auch wenn sich die Behörden noch querstellen. Das mag sich für einige hart anhören, aber ich kann doch kein Gewerbe von Generation zu Generation weiter vererben und Bestandsschutz fordern.

@ Friedemann Reichert, - Streiks sind kein Zeitvertreib und keine Laune: Streiks sind notwendig, wenn die Existenz des Berufslebens und die damit kippende finanzielle Sicherheit schwindet und somit eine Bedrohung darstellt. Denken Sie wirklich, hier handelt es sich nur um eine moderne Einstellung? Wenn das Mass aller guten Dinge mal überläuft, die Politik das Problem missachtet und mehr als der Durchschnitt auf der Strecke bleibt, dann ist ein Streik unabwendbar. Piloten, Lokführer oder Taxifahrer haben weis Gott keine Traumjobs. Schon allein die Gefahren, denen sie ausgesetzt sind, weil gespart wird an Knopf und Kante, werden von den Firmen ignoriert. Mehrarbeit durch Überstunden, Personalmangel und die Pflicht, Zeitpläne für die Kunden einzuhalten, sind belastend. Wenn dann noch der Fiskus mit der Steuer zuschlägt, hat es sich recht schnell mal gut verdient. Da steht der Nettolohn in keiner Relation zu der geleisteten Arbeit. Ich bin gewiss nicht für den Hammer ins Eck werfen mein lieber Herr Reichert, ganz und gar nicht, aber die Arbeitgeber Einstellungen lassen leider in vielen Berufssparten (Erzieherinnen, Müllmänner, Einzelhandel, Zeitarbeitsunternehmen etc.) einfach privat nicht mehr zur Ruhe kommen. Das Mitgefühl für die Angestellten fehlt und auf dem Tripp "mir doch scheißegal, der Umsatz muss stimmen und die Kassen klingeln" steuer ich mit der Unzufriedenheit der Mitarbeiter automatisch irgend wann die Kollegen auf die Straße. Ich finde es bewundernswert, wenn sich Menschen dadurch bemerkbar machen und somit dem Arbeitgeber signalisieren "Nicht mit uns!". Gemotzt wurde schon früher vom Volk. Das muss aber leider ignoriert werden, denn keiner von denen spendet freiwillig auf dem Arbeiter seinem Girokonto. Sie etwa? Viel schöner fände ich es, wenn die Arbeitgeber es von alleine erkennen und vor allem einsehen würden und so einen Streik abwenden könnten. Dafür zu sorgen, dass die Mitarbeiter sich wohl fühlen, ist schon immer Aufgabe eines Arbeitgebers gewesen. Dann benötigt er halt eine Keule mit dem Streik. Zeit zum Aufwachen und zur Einsicht hat er dann immer. Jeder Streik hat bis jetzt etwas bewegt und das ist gut so. Ihnen noch einen herrlichen Tag wünscht das Motzkigele

Taxifahrer bestreiken Wasen: Herr Reichert, Sie haben ja vollkommen Recht, wenn sie schreiben, dass Streiks modern und zeitgemäß sind. Absolut unverständlich, wenn Sie dem Taxigewerbe ein Streikrecht verbieten wollen. Offensichtlich haben Sie wenig Wissen über das Taxigewerbe, deshalb möchte ich Sie kurz darüber informieren. 1. 1928 wurde die Taxi-Auto-Zentrale Stuttgart eG. gegründet. Seit der Gründung bis zum heutigen Tag streikten die Taxifahrer nicht auch nur für eine Sekunde. 2. Die Taxifahrer streiken deshalb, weil sie als Prügelknaben herhalten müssen für etwas, das sie nicht zu verantworten haben. Sie streiken deshalb weil in den vergangenen Jahren die Standplätze verringert wurden und die Zu- und Abfahrten durch Straßensperren verwehrt werden und die Schuld dafür auf sie übertragen wird. 3. Sie unterstellen den Taxifahrer Unfreundlichkeit und mangelhaften Service. Vielleicht sollten Sie einen Prozentualen Vergleich mit den 2.000 Stuttgarter Taxifahrern und dem Betrieb in dem Sie arbeiten machen. Ich bin davon überzeugt, dass es prozentual keinen Unterschied gibt oder evtl. sogar negativ für Sie ausgeht. 4. Wenn Sie der Meinung sind, dass die Taxifahrer kaum Deutsch können, so kann das nicht den Taxifahrer angehängt werden, sondern dem A.f.ö.O. wo die Prüfungen abgelegt werden muss. 5. Dass Taxifahrer angeblich Umwege fahren zeigt, dass Sie kaum Ahnung vom Gewerbe haben. Fakt ist, je schneller ich wieder zum nächsten Fahrgast komme, desto schneller kann ich die Uhr wieder neu einschalten. Für die Grundgebühr muss ich keine Leistung erbringen und wenn ich diese Grundgebühr durch Fahren rein

Streiks in der Luft, auf der Schiene und auf der Straße: Streiks sind einfach modern und zeitgemäß geworden. Und offenbar ein Zeichen unserer Zeit. Jeder, der etwas von sich hält, streikt heute. Natürlich nicht mehr um der Sache wegen, sondern weil man heute halt streikt. Und jetzt auch die Taxifahrer. Nur sollten sich die Streikenden auch mal überlegen: Streiks sind nicht Lösungen, Streiks zerstören Vertrauen und verändern Meinungen, wenn es Alternativen gibt. Und um auf den Taxi-Streik zurückzukommen: Kunden haben kein Verständnis für streikende Taxifahrer, die häufig unfreundlich sind, denen Servicegedanken fremd sind, die sich nicht anschnallen, die kaum deutsch sprechen, die absichtlich Umwege fahren um Gebühren zu maximieren und für die selbstverständlich keine Straßenverkehrsordnung zählt. Vielleicht ist "Uber" doch keine so schlechte alternative Idee.

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