Cannstatter Wasen Circusfreunde demonstrieren gegen Wildtierverbot

Von Gerog Linsenmann 

Auf dem Cannstatter Wasen demonstriert ein Aktionsbündnis für „Tiere im Circus“ und sammelt Unterschriften gegen das vom Gemeinderat beschlossene Verbot.

Die „Circusfreunde Deutschland“ und das Aktionsbündnis „Tiere gehören in den Circus“ haben gegen das drohende Wildtierverbot in Stuttgart demonstriert. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko 6 Bilder
Die „Circusfreunde Deutschland“ und das Aktionsbündnis „Tiere gehören in den Circus“ haben gegen das drohende Wildtierverbot in Stuttgart demonstriert. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Stuttgart - Die Kundgebung der Stuttgarter Sektion der „Circusfreunde Deutschland“ und des Aktionsbündnisses „Tiere gehören in den Circus“, dem sich auch der Verband deutscher Circusunternehme e. V. anschloss, war punktgenau gesetzt: direkt vor der Eingangsfront und vor Beginn der Nachmittagsvorstellung des aktuell auf dem Cannstatter Wasen gastierenden Circus Krone. In dieser Konstellation war es ein Leichtes, vom herbeiströmenden Publikum am laufenden Band Unterschriften gegen das vom Gemeinderat beschlossene Wildtierverbot für in Stuttgart auftretende Circusse zu sammeln, das ab 2018 wirksam wird. „Das lassen wir uns nicht gefallen“, tönte per Megafon Bernhard Eisel von den hiesigen Circusfreunden. Das lokale Verbot sei „gesetzwidrig“ und müsse „fallen wie andere in anderen Städten auch schon“. Den Akteuren war auch daran gelegen, ihren Argumenten Gehör zu verschaffen. Über die ausliegenden Druckerzeugnisse, aber auch in Gesprächen mit Interessierten.

Über die Kundgebung freute sich nicht zuletzt der Circus Krone

Nach Meinung von Ulf Körber, ebenfalls von den hiesigen Circusfreunden, werde „von der Tierrechtsbewegung Tierquälerei konstruiert, um auch weitergehende Ziele zu verfolgen“. Für Körber steht fest: „Wenn die Bedingungen für tiergerechte Haltung gegeben sind, wenn der Mensch Partner des Tieres ist und wenn die tiermedizinischen Vorschriften eingehalten werden, dann spricht nichts gegen Tiere im Circus.“ Und dann gelte: „Die Menschen können selber entscheiden, ob sie in den Circus gehen oder nicht. Alles andere ist eine Bevormundung.“

Für Firmian Schwarz, Besucher aus Reutlingen und „bekennender Sympathisant“ der Kundgebung, ist „diese Art von Circus ein großartiges Stück Kultur, das wir uns nicht kaputtmachen lassen sollten. Ich demonstriere hier mit, damit meine Enkel das auch noch erleben können“, sagt der 43-Jährige.

Über die Kundgebung freute sich nicht zuletzt der gastierende Circus Krone: „Das ist für uns eine sehr willkommene Unterstützung“, sagte die Pressesprecherin Susanne Matzenau vor Ort, „und wenn das hier auch eine Abstimmung mit den Füßen ist, dann fällt sie offensichtlich sehr deutlich zu unseren Gunsten aus.“