Carsharing in Stuttgart Das Auto auf Abruf

Rainer Klüting, 13.02.2013 14:15 Uhr

Stuttgart - Er ist männlich, 25 bis 45 Jahre alt, überdurchschnittlich gebildet, nutzt öffentliche Verkehrsmittel und lebt in „urbanen Milieus“. Er eigne sich perfekt als „Trendsetter für die neue vernetzte Mobilität“, meinen die Forscher des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung in Karlsruhe. Der Trendsetter, den sie da charakterisieren, findet in Stuttgart ein besonders förderliches Biotop. Es handelt sich nämlich um den typischen Kunden eines Carsharing-Unternehmens. In Stuttgart kann dieser Trendsetter zwischen vier sehr unterschiedlichen Anbietern wählen.

Der Klassiker Stadtmobil ist seit 1992 auf dem Markt. Wer in den Innenstadtbezirken West, Süd oder Ost wohnt, hat es nie weit bis zur nächsten Stadtmobil-Station. Und wer ein wenig planen kann, ist bis weit ins Stuttgarter Umland hinein versorgt und kann Kooperationsangebote in anderen Städten nutzen. Es gibt Fahrzeuge für fast alle Zwecke und Zubehör vom Dachgepäckträger bis zum Kindersitz. Dauerkunden wählen den Tarif Classic, wer sich weniger binden will und eine VVS-Card hat, den Tarif VVS-Card.

Auch der Konkurrent Bahn bietet mit seinem Flinkster-Angebot eine Auswahl unterschiedlicher Fahrzeugtypen, richtet sich aber schwerpunktmäßig – wenn auch nicht nur – an Kurznutzer. Flinkster-Kunden sind bundesweit mobil, zumal auch Kooperationen mit Autovermietungen und Carsharing-Unternehmen (nicht mit Stadtmobil) existieren. Das Netz der Stationen kommt aber bei Weitem nicht an das von Stadtmobil heran. Flinkster bietet einen bundesweiten Tarif für Spontannutzer und einen Lokaltarif für Vielfahrer.

Ein besonders breites Angebot an Fahrzeugtypen bieten die Autonetzer, die erst seit zwei Jahren existieren und ebenfalls in vielen Städten aktiv sind. Besonders stolz sind sie darauf, dass sie ihre Flotte, anders als die Konkurrenten, nicht einmal eigens eingekauft haben. Die Autonetzer versammeln Privatmenschen, die ihr Auto teilen wollen, und vermitteln die Angebote an Autosuchende. Dabei kümmert sich die Zentrale um korrekte Bezahlung, um Vertrags- und Versicherungsfragen und macht Vorschläge für den Preis. Doch am Ende entsteht immer ein Vertrag zwischen Besitzer und Mieter.

Seit kurzem kooperiert Daimler mit Autonetzer. Der Konzern weitet seine Mobilitätsdienste zurzeit deutlich aus. Zu den neuen Angeboten gehört auch Car2go. Im Internet anmelden, Mitgliedskarte abholen und einen beliebigen Mitnehm-Smart belegen, der am Straßenrand steht – fertig. Steht am Straßenrand keiner, kann man den nächsten per Internet oder Smartphone suchen. Wer mit der begrenzten Reichweite der Elektro-Smarts und maximaler Mietzeit von 48 Stunden auskommt, bekommt ein unübertroffen flexibles Angebot für die Fahrt zu zweit. Konkurrenzlos die Möglichkeit, das Auto nach Gebrauch irgendwo auf öffentlicher Parkfläche stehenzulassen. Nur wenn der Ladestand der Batterie niedrig ist, muss die Fahrt an einer Ladestation enden.

Die Stuttgarter Carsharing-Modelle in einem ausführlichen Vergleich finden Sie hier.

Wann lohnt sich welches Angebot? Ein Vergleich anhand dreier Beispiele: