Cascada fährt zum ESC nach Malmö Deutschland hat gewählt

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Endlich wieder eine Abstimmung! Dass dann nicht zwingend die musikalisch Besten gewinnen, muss man laut StZ-Redakteur Jan Ulrich Welke billigend in Kauf nehmen. Nach Malmö fährt die Sängerin Cascada mit ihrer Disco-Pop-Nummer „Glorious“.

Mit ihrem Lied „Glorious“ hat sich Cascada gegen elf Konkurrenten durch
Mit ihrem Lied „Glorious“ hat sich Cascada gegen elf Konkurrenten durchMit ihrem Song „Glorious“ hat sich Cascada gegen die Konkurrenten durchgesetzt. Foto: dpa 34 Bilder
Mit ihrem Lied „Glorious“ hat sich Cascada gegen elf Konkurrenten durch Mit ihrem Lied „Glorious“ hat sich Cascada gegen elf Konkurrenten durchMit ihrem Song „Glorious“ hat sich Cascada gegen die Konkurrenten durchgesetzt.Foto: dpa

Hannover - Malmö scheint eine recht begehrenswerte Stadt zu sein. Die Öresund-Brücke, die Dänemark und Schweden verbindet, gilt als die größte Sehenswürdigkeit der drittgrößten Stadt Schwedens, ließ sich am Donnerstagabend von der zwischen despektierlich und nassforsch changierenden Moderatorin Anke Engelke lernen. Sie hatte das Vergnügen, in Hannover den deutschen Vorentscheid zu jener Frage auszurichten, wer Deutschland bei der diesjährigen Auflage des Eurovision Song Contests repräsentieren darf.

Anke Engelke beantwortet zunächst alle Fragen rund um den Vorentscheid. Fast jedenfalls. Die wichtigste, wer für die Vorauswahl der Aspirantentitel verantwortlich zeichnete, blieb erwartungsgemäß unbeantwortet. Was schade war, denn gerne hätte man dazu etwas gehört. Wer zum Beispiel den allzu braven Finn Martin vorgeschlagen hat – wegen seiner musikalischen Qualität kann er wohl kaum ausgewählt worden sein.

Die alle schonmal nicht

Die Band Mobilé dürfte allenfalls wegen der hübschen Bassbalaleika und dem Banjo dabei gewesen sein, gewiss nicht wegen ihres extrem unspektakulären Songs. Und die Revivalpopper Blitzkids mit ihrer dünn gesungenen Nummer? Gewiss auch nicht, sie waren ebenso enttäuschend wie die infantile Betty Dittrich mit ihrem auf den fantastischen Titel hörenden Song „Lalala“. Und Ben Ivory mit seiner unentschiedenen Indie-Nummer? Oder die Sängerin Saint Lu, die wie die neue Aretha Franklin angepriesen wurde? Oder die unglaublich mittelmäßig singende Mia Dikow? Echte Priester (!) womöglich, die mit der Sopranistin Mojca Erdmann den international ansprechenden Titel „Meerstern, sei gegrüßt“ intonierten?

Sie alle auch nicht. Oder aber schließlich die auch optisch mit ihrem gästehandtuchbreiten Minirock ein Kontrastprogramm zu den Geistlichen bietende Cascada, die vor dem Schmettern ihrer unspektakulären Disconummer treudeutsch versicherte, wie sehr sie doch dieses schöne unsrige Land liebe. Ja doch, genau sie!

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5 KommentareKommentar schreiben

Die sogenannte 'Fachjury': Der Beitrag von Cascada hätte von vorneherein disqualifiziert werden müssen, zu offensichtlich sind die Parallelen zu dem Siegersong 2012. Aber das Schlimmste ist, dass dieser dreiste Betrug auch noch von der angeblich „fachkundigen“ Jury mit 8 fetten Punkten honoriert wurde! Bei dieser homogenen Zusammensetzung der angeblich „fachkundigen“ Jury war es leider auch vor Beginn der Stimmenabgabe klar, dass so kreative und hervorragende Live-Musiker wie z.B. LaBrassBanda keine Chancen hatten. A pro pos 'neutrale' Fachjury: mindestens zwei Mitglieder gehören dem gleichen Musiklabel wie Cascada an (Roman Lob, Anna Loos). Wundert sich da noch jemand über diese Entscheidung? Wir können nur hoffen, dass noch rechtzeitig wegen Plagiatsvorwürfen ermittelt wird. Wir machen uns ja sonst gegenüber dem internationalen Publikum lächerlich, wenn wir mit einer peinlichen Euphoria-Kopie an den Start gehen …

Cover des Siegertitels von 2012: Leider ist diese Nummer von Cascada wirklich nur eine schlechte Kopie des letztjährigen Siegertitels. Gut, wenns wenigtens dem Geschmack der Mehrheit entspräche wäre es Ok. Unglaublich das der Sieg nur durch die unkompetente Jury zustande kommt, die LaBrassBanda nur 1 Punkt vergibt!!! Und das obwohl die leicht bekleidete Sängerin von Cascada erhebliche Problem mit der Intonation hatte; wie kann man nur die wählen???

Muahahah 'gästehandtuchbreiter Minirock...': das ist gut, Herr Welke. Endlich ein bisschen Zynismus zum Thema deutsche Musik und Grand Prix. Darauf habe ich schon lange gewartet. Auf der anderen Seite muß man heute froh sein, dass dieser musikalische Mainstream und diese Pipifakmusik hierzulande so fröhliche Urständ feiert. Denn wie sollte man sich sonst davon absetzen können und sich seine Rechfertigung holen, warum man bei so einem Schund lieberals Hörer und Zuschauer lieber gleich Reißaus nimmt.

nicht euer Ernst: Liebe StZ; ich bin sicherlich kein besonderer Fan von Cascada, aber bei ca. 30 Mio. verkauften Tonträgern weltweit würde ich nicht gerade von nur 'eingefleischten Dancebeatfreunden' sprechen (aber man lernt ja nie aus).

Malmöööö: Was für eine singende Wuchtbrumme! Die Walküre aus deutschen Landen. Wundervoll!

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