CDU-Kreisparteitag Thomas Bopp räumt seinen Platz im CDU-Vorstand

Von Thomas Braun 

Vor dem Kreisparteitag ist die Stimmung angespannt: Die CDU ist tief getroffen vom Machtverlust im Stuttgarter Rathaus. Thomas Bopp gibt nach StZ-Informationen seinen Posten als Stellvertreter des Kreischefs Stefan Kaufmann ab.

  Foto: Achim Zweygarth
 Foto: Achim Zweygarth

Stuttgart - Vor dem Kreisparteitag am Samstag ist die Stimmung bei den Stuttgarter Christdemokraten angespannt. Die Partei ist tief getroffen durch die Niederlage bei der OB-Wahl und den damit verbundenen Machtverlust im Stuttgarter Rathaus. Für den Kreisvorsitzenden Stefan Kaufmann, der als Wahlkampfmanager des mit seiner Bewerbung gescheiterten OB-Kandidaten Sebastian Turner innerparteilich viel Kritik einstecken musste, dürfte der Parteitag im Degerlocher Straßenbahner-Waldheim freilich keine Folgen haben. Gegenkandidaten für die Spitzenposition sind jedenfalls nicht in Sicht.

Um die drei Stellvertreterposten dagegen gibt es Gerangel. Zwar will Regionalpräsident Thomas Bopp nach StZ-Informationen nicht mehr als Parteivize kandidieren. Doch sowohl die Bundestagsabgeordnete Karin Maag als auch die Stadträtin Iris Ripsam bekommen es mit Gegenkandidaten zu tun. Aus Parteikreisen heißt es, dass sich sowohl der Bezirksvorsitzende der CDU Stuttgart-Ost, Karl-Christian Haussmann, wie auch die Vizechefin der Degerlocher Parteigliederung und Kaufmann-Anhängerin Nicole Porsch bewerben werden. Nicht antreten wird dagegen der Vorsitzende der Bezirksgruppe Bad Cannstatt, Roland Schmid, der von Parteifreunden im Vorfeld ins Gespräch gebracht worden war. Fest steht auch, dass der bisherige Pressesprecher des Kreisverbandes, Hendrik Warda, nicht mehr zur Verfügung steht. Stattdessen bewirbt sich der Kaufmann-Vertraute Oliver Conrad um das Sprecheramt. Der Schatzmeister der Kreis-CDU, Dieter Maier, gibt nach einem finanziell aufwendigen Wahlkampf sein Amt ebenfalls auf und auch bei den Beisitzern gibt es Veränderungen.

Junge Union fordert Aufarbeitung der OB-Wahl

Neben den Neuwahlen des Kreisvorstands wollen die Delegierten auch eine Reihe von Anträgen behandeln – darunter auch solche, die eine Aufarbeitung des Ergebnisses der OB-Wahl zum Ziel haben. So schlägt etwa die Parteinachwuchsorganisation Junge Union (JU) nach StZ-Recherchen vor, sich auf nicht öffentlichen Regionalkonferenzen kritisch mit dem Kandidatenfindungsprozess sowie der Wahlkampfstrategie zu befassen. Die Partei müsse „nach der schmerzlichsten Niederlage“ in der Geschichte der Stuttgarter CDU auch Selbstkritik üben, fordern die Jungunionisten. Ein weiterer Antrag sieht vor, die Bezirksgruppen stärker als bisher in die Arbeit des Kreisvorstands einzubinden.

Unterdessen formiert sich an der Basis eine Gruppe um die Bezirkschefs von Stuttgart-Ost, Haussmann, und Markus Bott (Feuerbach) sowie den JU-Vorsitzenden Benjamin Völkel. die sich für eine Erneuerung der Partei stark macht. Auch Ernst Strohmaier, Sprecher der CDU im Bezirksbeirat Stuttgart-Ost, sowie sein Sohn, der Vize-JU-Chef Norbert Strohmaier, zählen dazu. Die CDU habe bei der OB-Wahl in Stadtbezirken mit einem hohen Arbeitnehmeranteil vergleichsweise gut abgeschnitten, so ihre Wahlanalyse. Um dieses Wählerklientel müsse man sich verstärkt kümmern. „Da können wir das Erbe der SPD antreten“, meint etwa Karl-Christian Haussmann. Und JU-Chef Völkel betont: „Eine Erneuerung der Partei setzt auch Führungskraft voraus.“ Die Parole des CDU-Landeschefs Thomas Strobl und des Kreisvorsitzenden Kaufmann, die CDU müsse wieder das großstädtische Lebensgefühl treffen, ist den Reformern zu verschwommen.

Parteichef Kaufmann wehrt sich gegen pauschale Kritik

Parteichef Kaufmann erhofft sich vom Parteitag ein Signal der Geschlossenheit. „Ich halte eine pauschale Kritik am Auswahlverfahren für den OB-Kandidaten und an der Wahlkampfstrategie für ungerechtfertigt“, erklärte er. Man müsse auch über Fehler reden. Vor allem aber gehe es darum, die CDU von einer Mitgliederpartei zu einer „Aktionspartei“ zu machen. Dazu gehörten neben neuen Kommunikationsformen auch die richtigen Köpfe, vor allem aber die inhaltliche Profilierung der Partei.

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17 KommentareKommentar schreiben

Was ist mit der CDU los?: Wo sind sie geblieben, die starken Charaktere der CDU? Sie sind Geschichte! Der letzte mit Charakter räumt aus eben diesem Grund das Feld. Frühere Generationen von CDU-Politikern waren Idealisten, die für die Verwirklichung ihrer Ideale in die Partei eingetreten sind. Darum waren sie stur, starrköpfig und und bei manchen unbeliebt, denn sie haben sich gegen alles gewehrt, was zu weit weg von ihren Idealen geführt hat. Während das bei der CDU-Basis vielleicht immer noch der Fall ist, kann man sich beim politischen Führungspersonal des Eindrucks nicht erwehren, dass Ideale und Charakter stark in den Hintergrund getreten sind zugunsten von Mitregieren und an der Macht sein. Deswegen bekommt die Partei auch kein Bein mehr auf den Boden, weil kein Mensch mehr sagen kann, wofür sie eigentlich steht. Oder kann irgend jemand sagen, wer in der CDU für christliche Werte (nicht für Frömmigkeit), für soziales Engagement oder für soziale Marktwirtschaft steht? Ich kann niemand erkennen. Und ich wage mal die Prognose, dass die CDU der SPD und der FDP auf dem Weg in die Bedeutungslosigkeit folgen wird, wenn sie es nicht schafft, fähige Charakterköpfe statt stromlinienförmiger Weicheier für eine politische Karriere zu gewinnen. So kam ja nicht zuletzt Manfred Rommel zu seinem Amt als Oberbürgermeister! Solange die CDU von den fähigsten Klünglern und nicht von den fähigsten Köpfen repräsentiert wird, wird sich am desaströsen Erscheinungsbild der Partei vermutlich nicht viel ändern. Der Erfolg der Grünen beruht einzig und allei auf ihren Idealen und Charakteren! Das sollte sich die CDU zum Vorbild nehmen. Wie sagte schon Lothar Späth: 'Everybodys Darling ist auch erverybodys A....loch!' Man kann nicht jeden als Wähler gewinnen - aber man kann auch den Rest der Wähler noch verlieren!

Filzus Schwarzus: Thomas Bopp - tritt der nicht sonst als 'Regional-Präsident' und als Gesundbeter des Milliardengrabs Tiefbahnhöfle auf?!

Zwischenruf.....: C D U muss vom VERFASSUNGSSCHUTZ beobachtet werden. Anderst kriegt man diese loser nicht mehr in Griff.

Hatte da die CDU die Finger im Spiel?: Eine mumifizierte, gut erhaltene Fledermaus haben Stuttgarter beim Frühstück in einer Packung Weizenvollkornflakes entdeckt. Eine Überprüfung beim Chemischen und Veterinäruntersuchungsamt Stuttgart (CVUA) ergab, dass die Fledermaus in einer Sommernacht in die geöffnete Schachtel auf einem Küchenbord geklettert sein muss. Anzeige Diese wurde zur tödlichen Falle für das Tier, weil die Innentüte zu glatt und der Ausgang von Papplaschen versperrt war. Dass die Haus- oder Zwergfledermaus zunächst noch gelebt haben muss, beweisen zwischen den Flakes gefundene Fledermaus-Kotbröckchen. «So etwas ist mir noch nie passiert. Das ist wirklich sehr selten», sagte Jörg Stürmer, Fachtierarzt für Lebensmittelhygiene beim CVUA am Freitag.

' „Da können wir das Erbe der SPD antreten“, meint etwa Karl-Christian Haussmann': Ich lach mich schlapp! Das Erbe der SPD, die Partei, die gerade ihren Weg in die Bedeutungslosigkeit in Stuttgart angetreten hat? - Wenn die CDU sich mit Leuten wie Haussmann 'erneuern' will, muss man sich keine Sorgen machen. Und das es keine Alternative zu Kaufmann gibt, lässt tief blicken - in den Abgrund in den die CDU langsam versinkt :-).

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