Champions League Gelingt dem VfB das Unmögliche?
Heiko Hinrichsen, 25.02.2010 13:51 Uhr
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Cacau schoss im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League gegen den FC Barcelona das Tor für den VfB. Foto: Baumann
Cacau schoss im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League gegen den FC Barcelona das Tor für den VfB. Foto: Baumann
""Vor dem Spiel lagen die Chancen aufs Weiterkommen bei 10:90 – jetzt bei 20:80." "
Alexander Hleb über die Aussichten für das Rückspiel

Stuttgart - Wie gut, dass Erwin Staudt ein Mensch ist, der ein Auge fürs Detail besitzt. Also hat der VfB-Chef seinen "alten Freund Joan", den Barça-Präsidenten Joan Laporta, wie den Sportdirektor Trixi Beguiristain samt Führungsstab auf dem offiziellen Bankett mit allerlei kulinarischen Köstlichkeiten verwöhnt. "Aber richtig Eindruck", erzählte Erwin Staudt von dem Treffen, "haben wir mit den Menükarten gemacht: Die waren auf Katalanisch - und nicht auf Spanisch.

"Es spricht für die sportliche Entwicklung des Vereins für Bewegungsspiele, dass die Stuttgarter beim Rendezvous mit dem FC Barcelona, dem aktuell besten Club der Welt, letztlich nicht nur bei Tisch, sondern auch auf dem Fußballplatz zu gefallen wussten. War Barça im Oktober 2007 beim letzten Gastspiel in der Königsklasse noch zu einem soliden 2:0 gekommen, mussten sich die Stars diesmal in Stuttgart mit einem 1:1 begnügen. Und wer das Spiel gesehen hat, weiß, dass mit etwas Glück sogar mehr als das Remis drin gewesen wäre.

Wenige Teams punkten gegen Barcelona


"Es hat doch vor der Partie kaum einer erwartet, dass wir im zweiten Spiel noch eine Chance auf das Weiterkommen haben", sagte der VfB-Innenverteidiger Serdar Tasci, der wie die Kollegen zu Recht stolz auf das Geleistete sein durfte. Schließlich war das 1:1 gegen den spanischen Meister und Pokalsieger nach Toren von Cacau (25.) und Zlatan Ibrahimovic (52.) zwar einerseits dem über weite Strecken müden und uninspirierten Auftritt der Barça-Stars geschuldet - doch es war auch das Ergebnis einer ganz starken VfB-Leistung.

"Es gibt nicht viele Teams, die gegen Barcelona punkten", sagte daher der zufriedene VfB-Coach Christian Gross - und sein Barça-Trainerkollege Josep Guardiola gab dem Schweizer Recht: "Der VfB besitzt eine Mannschaft, die uns das Leben sehr schwer gemacht hat. Deshalb sind bei uns einige Dinge nicht gut gelaufen - und somit ist für die Stuttgarter im Rückspiel am 17. März noch alles drin."

Es ist allerdings längst erwiesen, dass "Pep" Guardiola, der 39 Jahre junge Erfolgscoach, ein höflicher Mensch ist - und er deshalb dem VfB Möglichkeiten für das Erreichen des Viertelfinales einräumt. Doch in Wahrheit rechnet keiner bei Barça ernsthaft mit einem Scheitern. Obwohl die sonst so imposante Heimbilanz im 98.787 Besucher fassenden Camp Nou bereits in der Vorrunde dieser Champions-League-Runde eine Schramme abbekommen hatte, als man gegen den russischen Meister Rubin Kazan mit 1:2 verlor.

Der VfB will das Unmögliche versuchen


Also geben sich Teile der VfB-Belegschaft durchaus selbstbewusst: "Die großen Namen in Ehren, aber wir wollen weiterkommen", sagte der erneut emsige und zweikampfstarke Christian Träsch, während Sami Khedira, Träschs ebenfalls glänzend aufspielender Nebenmann im defensiven Mittelfeld, ergänzte: "Wir wollen im Rückspiel kein Sparringspartner sein."

Ist in drei Wochen also nur ein mittleres Wunder nötig, um beim ruhmreichen FCB zu bestehen? Ein Tor, soviel ist bereits klar, wird der VfB schießen müssen, will er die Sensation, den Einzug in die Runde der besten acht Teams in Europa, tatsächlich schaffen. "Wir versuchen das Unmögliche", gibt der VfB-Trainer bereits die Richtung vor, obwohl diverse Fakten trotz des "engagierten, energischen und kraftvollen Auftritts meiner Mannschaft" (Christian Gross) nach wie vor für den haushohen Favoriten sprechen. So kam Barça im Hinspiel auf 70 Prozent Ballbesitz, was dem VfB einen sehr laufintensiven Auftritt abverlangte.

Die Chancen aufs Weiterkommen liegen bei 20:80


Es kommt dem Titelverteidiger der Champions League also gelegen, dass das Spielfeld im Camp Nou mit 68 Meter Breite und 105 Meter Länge die maximal erlaubten Ausmaße besitzt. "Zu Hause hat Barça den nötigen Platz zum Kombinieren. Da wird es ganz schwer für uns", sagte Alexander Hleb, der erstmals unter Christian Gross die kompletten 90 Minuten auf dem Feld stand - und ein gutes Spiel machte.

Doch der Weißrusse blieb skeptisch: "Vor dem Spiel lagen unsere Chancen aufs Weiterkommen bei 10:90 - jetzt bei 20:80", sagte der 28-Jährige, während Jens Lehmann die vergebene Siegchance wurmte: "Durch das Gegentor sind unsere Aussichten für das Rückspiel um einiges schlechter geworden." Christian Gross, der im Vorjahr mit dem FC Basel in Barcelona 1:1 spielte, will aber nicht vorzeitig aufgeben: "Barça ist keine Mannschaft, die auf ein 0:0 spielt. Vielleicht liegt darin unsere große Chance."
Kommentare (9)
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FEB
25
Kusi, 16:36 Uhr

@stefan

sorry, stefan, aber ich kann das nachvollziehen! wenn man einen verein nun gar nicht mag, gönnt man diesem verein doch auch nicht das schwarze unter den fingernägeln - ergo auch keinen internationalen erfolg... geht mir bei bayern und dem hsv so (naja, auch 'n bißchen bei schalke), den anderen teams (wie leverkusen und bremen) gönne ich das eher... aber diese diskussion gibt es so lange wie es fußball gibt, da wird es immer zwei meinungen geben, insofern bringt es nichts, jemanden da bekehren zu wollen...

FEB
25
Stefan, 13:33 Uhr

Fehlentscheidungen

Also ich sehe es ähnlich wie mein Vorredner, falls das 2 .Tor für Stuttgart fällt dann wäre Barcelona sicher nach dem ersten Treffer auf dem Tempo geblieben und dass Spiel wäre warscheinlich trotzdem Unentschieden ausgegangen. Aber eine Fehlentscheidung vom Schiri wars trotzdem( zumindest bei der Situation mit Gebhart). Ich denke jeder hier( außer der aus der Klappse frisch entlassene KSC Fan Micha) freut sich für den VFB und den Deutschen Fußball. @ Micha Wie kann man so bekloppt sein und einer Ausländischen Manschaft die Daumen Drücken??????? Icj bin absoluter Anti Bayern Fan, aber wenn München in der Champ League spielt dann drück ich auch denen die Daumen.

FEB
25
Stuggi, 13:27 Uhr

@ OhNo

... sogar die sehr patriotischen spanischen Zeitungen haben sich im übertragenen Sinn beim Schiedsrichter bedankt, das will was heissen! Aber seis drum. Im Rückspiel nochmal Vollgas geben und mit etwas Glück ziehen wir ins Viertelfinale ein. 1893% VfB

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