Christlich-muslimische Familie
Eine Taufe mit Imam
Nicole Höfle,
01.06.2010 17:33 Uhr
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Familienexperiment: Hüda Tuzlu und seine Frau Barbara wollen, dass ihre Kinder Rebekka und Gabriel im Christentum und im Islam gleichermaßen zu Hause sind. Foto: Heiss
""Unsere Kinder haben Zeit,
ihren eigenen Weg zu finden."
"
Barbara Fricker-Tuzlu, Katholikin und Pädagogin
Bevor gegessen werden darf, wartet aber ein Ausflug in drei Sprachen und zwei Religionen. "Bismillah-rahmanir-rahim": Hüda Tuzlu spricht einen Auszug aus dem täglichen Gebet der Muslime auf Arabisch, die Rede ist von Allah, dem Allerbarmer, dem Barmherzigen. Dann ist es an den Kindern, ein christliches Tischgebet zu sprechen, für die gedeckte Tafel zu danken und Amen zu sagen. Was folgt, ist ein "Guten Appetit" - in Deutsch und Türkisch.
Der kleine Ausschnitt aus dem Familienalltag zeigt, worum sich Barbara und Hüda Tuzlu bemühen: um Ausgewogenheit und religiöse Toleranz. Und es zeigt die Grundhaltung der Eltern, die sich beide als gemäßigt gläubig bezeichnen. "Für uns sind Gott und Allah identisch", sagt Barbara Fricker-Tuzlu. Auch das zentrale Bücherregal der Familie im lichtdurchfluteten Wohnzimmer setzt keine Prioritäten. Neben dem Koran für Kinder steht die Kinderbibel, neben den arabischen Suren finden sich die biblischen Psalmen in Einheitsübersetzung. Was die Tuzlus suchen, sind Gemeinsamkeiten zwischen den Religionen. Eine dieser Brücken ist der Erzengel Gabriel, der im Christentum Maria die unbefleckte Empfängnis verkündet und der im Islam Mohammed die Koranverse überbringt - und der den Tuzlus deshalb als passender Name für ihren inzwischen zehn Jahre alten Sohn erschien.
Bei ihrer Hochzeit im Jahr 1998 ließen die deutsche Kunstpädagogin und der türkischstämmige Ingenieur die Religion noch außen vor und beschränkten sich auf das Standesamt. Mit den Kindern begann das Bemühen der Eltern, zwei Religionen zu vermitteln. Schon kurz nach Gabriels Geburt riefen die Tuzlus einen Imam, der dem Neugeborenen das islamische Glaubensbekenntnis ins rechte Ohr flüsterte. Später folgte die katholische Taufe des Jungen, die noch sehr traditionell ablief. Aber schon bei Rebekkas Taufe drei Jahre später schaffte es das christlich-islamische Ehepaar, einen Imam zum katholischen Gottesdienst zu holen. Die schon angegrauten Fotos von damals zeigen einen fülligen katholischen Priester und einen hochgewachsenen Imam mit der Familie am Taufbecken.
Auf den islamischen Initiationsritus folgte ein christlicher
"Ich habe damals den Religionsattaché im türkischen Konsulat angerufen und ihn gefragt, ob ein Imam an einer Taufe mitwirken kann", erzählt der 44-jährige Hüda Tuzlu. Am Telefon entstand eine Pause großer Überraschung, dann folgte die Zusage, dass sich ein türkischer Geistlicher melden werde. Weil auch der katholische Priester offen war, durfte der hinzugerufene Imam einen Koranvers im Taufgottesdienst rezitieren. Barbara Fricker-Tuzlu schwärmt noch heute von der Feier: "Der Gesang des Imams in der katholischen Kirche war ein besonderes Erlebnis."
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Das hört sich schön an, doch ...
Oberflächlich hört sich das sehr schön an, wie man 2 unterschiedliche Religionen wie das Christentum und den Islam einfach so verschmelzen kann. Doch wenn man ein bisschen an der Oberfläche kratzt, dann sieht das schon ganz anders aus! Wenn es um Religion geht, darf man nicht einfach nur die Oberfläche betrachten. Dank des Zweiten Vatikanischen Konzils haben viele Christen, vor allem Katholiken, die Vorstellung, dass vor allem die monotheistischen Religionen, den selben Gott haben, und man es gar nichts mehr wirklich bedeutet ob man jetzt nun Christ, Jude oder Moselm ist. Das ist jedoch falsch! Was tut die Familie Tuzlu ihren Kindern an? Sie stifftet ersteinmal Verwirrung! Während im Christentum Jesus als der Sohn Gottes gesehen wird, und als Teil der Dreifaltigkeit, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist; sieht der Islam das nicht so! Der Islam kennt die Dreifaltigkeit nicht, auch nicht einen Sohn Gottes, und Jesus ist für den praktizierenden Moslem nur ein Prophet und ein Diener Allahs! Was sollen also nun die Kinder glauben, dass Jesus Gottes Sohn ist oder ein Diener Allahs? Beide Religionen sind Missionierungsreligionen! Die wichtigeste Aufgabe des Moselm ist, laut des Al Twhid, Nichtmoselms zu bekehren! Auch Jesus sagt, dass man als Christ in die Welt hinausgehen soll, und das Wort Gottes verbreiten. Sollte Frau Fricker-Tzuzlu ihren Kindern wirklich den christlichen bzw. den katholischen Glauben beibringen, dann muss sie sich irgendwann die Frage gefallen lassen, warum denn der Papa keine Erlösung findet und in den Himmel kommt, denn schliesslich sagt Jesus, dass wer ihn nicht kennt findet weder Erlösung, noch kommt er in den Himmel. Vor allem Johannes 6:53 besagt, dass nur der in Erlösung findet der von Seinem (Jesus) Fleisch isst und Blut trinkt, dh nur wer an der Eucharestiefeier teilnimmt, findet Erlösung und kommt in den Himmel. Wie soll man das den Kindern erklären? Eine andere Schwierigkeit liegt auch dabei, dass man mit diesem multireligiösem Leben auch mit dem spirituellen Leben der Kinder spielt. Es wurden die Mischehen zwischen katholischen und evangelischen Partnern erwähnt. Viele Kinder, die aus solchen Mischehen kommen, sind nicht mit einem wirklichen Glauben aufgewachsen. Sie sind ein leichtes Opfer der Sekularisierung unserer Welt, und lassen eher ihren Glauben links liegen, als dass sie ihn ausleben. Wenn dies bereits in Familien passiert, in der beide Elternteile zwar Christen sind, aber je einer anderen Konfession angehören, wie schlimm wird dass dann in Familien sein, wie bei den Tzuzlus? Deshalb ist es generell besser, wenn man die Kinder in einem Glauben aufwachsen lässt und dann eben richtig, um ihnen einen religösen Halt zu vermitteln. Diakon Alex