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zum Thema
Stuttgart - Wie beschaulich war es doch früher: Da schoben putzige Pixelmännchen Schubkarren gepflasterte Wege entlang, drehten sich Windmühlen oder legten Handelsschiffe zu Zielen auf fernen Inseln ab. Die Spiele der Reihe "Anno" spielten stets in der Vergangenheit. Der ferne Orient oder Venedig waren unter anderem die Schauplätze. Ganz anders geht es beim Zukunftsspiel "Anno 2070" zu, das seit Donnerstag auf dem Markt ist: In nicht einmal 60 Jahren sind Ökosysteme gekippt und es wird mit harten Bandagen um Ressourcen gekämpft. Riesige Gebiete auf der Welt sind durch die eingetretene Klimakatastrophe überschwemmt.
Kaum eine andere deutsche PC-Spielreihe ist so bekannt wie "Anno". Dort ging es bisher stets darum, Inseln zu erobern sowie nach und nach eine Stadt und eine funktionierende Wirtschaft aufzubauen. Zum ersten Mal ist das Szenario nun in der Zukunft angesiedelt. Dort sieht sich die Menschheit mit Klimawandel und Umweltzerstörung konfrontiert. Die Folgen - steigende Meeresspiegel, Dürren und Überschwemmungen - sind zu einer wahren Bewährungsprobe geworden. Küstenregionen sind unter Wasser gesetzt, ehemals fruchtbare Regionen zu lebensfeindlichen Gebieten verkommen. Auf erschreckende Weise trifft das Spiel aktuell einen Nerv. Erst dieser Tagen hat der Weltklimarat vor genau solchen Schreckensszenarien wieder drastisch gewarnt.
Grafisch höchstes Niveau
Bei "Anno 2070" liegt die Zukunft in der Hand des Spielers. Zunächst steht er vor der Entscheidung, ob er Rohstoffe auf Kosten der Natur weiter ausbeuten will oder lieber auf nachhaltige Technologie wie Solar- und Windkraft setzt. Die Vor- und Nachteile beider Seiten werden dabei klar herausgestellt und haben einen großen Einfluss auf die Entwicklung der Umwelt und auf die Zufriedenheit der virtuellen Bevölkerung. Auch wenn es in den ersten Spielminuten ungewöhnlich wirkt, dass sich ein Computerspiel, das ja vornehmlich der Entspannung dienen soll, an ein so ernsthaftes Thema wie den Klimawandel herantraut - schlecht war die Entscheidung für die Neuerfindung und Verlegung des Spiels in die Zukunft nicht.
So bietet "Anno 2070" grafisch wieder höchstes Niveau. Bis ins kleinste Detail drehen sich Kräne, gehen Pixelfiguren ihrer Arbeit nach, fliegen futuristische Gleiter durch die Lüfte. Sogar unter Wasser darf man diesmal Rohstoffe abbauen. Das ist alles sehr hübsch anzusehen und gibt der Reihe neuen Schwung.. Der wahre Clou des Spiels liegt aber unter der Spieloberfläche. "Die Mechaniken stellen die Folgen der eigenen Handlungen klar dar und bringen dem Spieler damit das Thema Nachhaltigkeit näher.
Ohne erhobenen Zeigefinger
Die Entscheidungen der nächsten Jahre werden einen sehr großen Einfluss darauf haben, wie die Welt 2070 oder 2170 aussehen wird. Insofern hat sich das Wagnis gelohnt, sich einzelne Aspekte des zum Teil sehr abstrakten und komplexen Themas Klimawandel ins Spiel zu holen." So urteilt die Climate Media Factory über das Spiel, ein Entwicklungslabor der Hochschule für Film und Fernsehen Potsdam-Babelsberg und des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung.
Dass es nicht leicht war, ein solches Spiel gleichzeitig spannend und trotzdem nicht mit erhobenem Zeigefinger zu verwirklichen, erklärt Christopher Schmitz von Blue Byte, einem der Entwickler des Spiels: "Wir haben bewusst darauf geachtet, den Spieler bei jeder Aktion, die negative Auswirkungen auf die Ökobilanz seiner Insel erzeugt, zu bestrafen." Dabei stellten Technologien wie Offshore-Ölplattformen oder Atomkraftwerke Risiken dar, die den Spieler stark zurückwerfen können.


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oder "Blance richtig wahren"
Wie das läuft zeigt der Artikel und dessen Ergänzung durch eigentlichannospieler.
@ eigentlich Anno-Spieler
@ eigentlich Anno-Spieler: Danke für die Info! Guter Grund, das Spiel (erstmal) nicht zu kaufen!
Negativaspekte?!
Ich finde es ja schön und gut, dass hier so intensiv auf die Aspekte Klimawandel und Spielverlauf eingegangen wird. Dennoch bin ich der Meinung, dass zur Vollständigkeit eines Artikels, der ein solches Spiel dem Leser vorstellen soll auch Informationen über die Anwendungen außerhalb des Spiels gehören. Kongret handelt es sich hierbei um die vielen verschiedenen Zwänge, die der Hersteller Ubisoft dem Käufer auferlegt. Angefangen bei einer zwangsmäßigen Onlineregistrierung und einem Ubisoft-Account. Viel schlimmer als das ist jedoch, dass man mit einer Version des Spiels nur eine Installation durchführen kann, sprich es gibt nur eine Lizenz. Sollten in einem Haushalt mehrere Personen das Spiel an verschiedenen PCs nutzen wollen, werden hierzu entsprechend viele Versionen des Spiels benötigt. Das ist schon sehr dreist vom Hersteller. Während des Spiels wird, auch im "Offline-Modus" des Spiels, eine ständige Internetverbindung zu Ubisoft und sogar zu sozialen Netzwerken hergestellt, die ohne Wissen des Spielers Daten überträgt. Verhindern lässt sich das ausschließlich, indem man den PC vollständig vom Internet trennt. Hierbei scheint "Datensicherheit" wohl ganz winzig klein geschrieben zu werden. Das fängt schon bei der Registrierung am Anfang an, bei der man, unter Anderem, Geburtstag, Wohnort, Alter und Geschlecht angeben muss. Wozu braucht Ubisoft diese Informationen? Ist es den Herstellern so wichtig jede Einzelheit über die Käufer zu wissen? Das Spiel an sich mag vielleicht toll sein, aber wie viel Lust hat man noch auf ein Spiel, wenn man davor eine mehrstündige Prozedur aus Update-Downloads und Dateneingabe hinter sich hat, nachder man sich fühlt, als hätte man gerade alles über sich preisgegeben?