Daimler-Betriebsrat Erich Klemm wiedergewählt
dpa, 16.03.2010 11:51 Uhr
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Stuttgart - Erich Klemm ist im größten Pkw-Werk des Autobauers Daimler in Sindelfingen erneut zum Betriebsrat gewählt worden. Damit hat der 55-Jährige auch die erste Hürde genommen, um seinen Posten als Vorsitzender des Daimler-Gesamtbetriebsrats für weitere vier Jahre zu behalten. Die IG Metall gewann nach dem vorläufigen Ergebnis 44 von 55 Betriebsratsmandaten in dem Werk, wie eine Betriebsratssprecherin am Montagabend mitteilte. Die neu gewählten Arbeitnehmervertreter wollen am 22. März ihren Vorsitzenden küren.

Sollten sie Klemm wieder zu ihrem Chef machen, zieht er auch erneut in den Gesamtbetriebsrat ein. Beim ersten Treffen dieses Gremiums am 20. und 21. April soll dann der Vorsitzende gewählt werden.

Klemm ist seit 1978 Betriebsrat und seit 1989 Betriebsratschef im Werk seiner Geburtsstadt Sindelfingen. Seit 1999 ist der gelernte Maschinenschlosser Gesamtbetriebsratschef und damit auch stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender des Autobauers.

Klemm gehört außerdem neben dem Personalvorstand von Daimler zum harten Kern der Verhandler, wenn im wichtigen Bezirk Baden- Württemberg um die neuen Tarifverträge für die Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie gerungen wird. Die vergangenen Monate waren für den mächtigen Betriebsratschef allerdings nicht leicht.

Klemm konnte nicht verhindern, dass die Produktion der C-Klasse künftig von Sindelfingen in die USA verlagert wird. Dafür trotzte der 55-Jährige dem Vorstand aber das Versprechen ab, bis 2020 in Sindelfingen auf betriebsbedingte Kündigungen zu verzichten.
Kommentare (2)
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MRZ
17
Frank Passau, 00:20 Uhr

Mogelpackung

Und bei schlechter Auftragslage ist der ganze Kündigungsschutz hinfällig! Es stellt sich auch die Frage, wie sinnvoll die Arbeitszeitverkürzung im Entwicklungsbereich ist, wenn angeblich eine Innovationsinitiative gestartet werden soll. Klemm fehlt der Überblick, deswegen hat er im Aufsichtsrat allen Fehlentscheidungen von Mitsubishi bis Chrysler zugestimmt. Ganz zu Schweigen von den Erhöhungen der Bezüge für seinen Männerfreund Schrempp, und seinen eigenen Aufsichtsratsbezügen.

MRZ
16
Micha, 13:29 Uhr

Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen ist eine Mogelpackung

Es wird immer wieder so dargestellt, daß durch die 2020-Vereinbarung niemand seinen Arbeitsplatz verliert, was aber eine glatte Lüge ist. Durch die Verlagerung der C-Klasse in die USA werden Arbeitsplätze in der Sindelfinger Produktion vernichtet. Die betroffenen Daimler-Angestellten werden einen anderen Job machen müssen, den bisher konzernfremde Mitarbeiter besetzt haben. Die Fremdarbeitskräfte dürfen zukünftig zu Hause bleiben, da ihre eigene Firma sie mangels Aufträgen nicht mehr weiterbeschäftigen kann. Wo wurde da auch nur ein einziger Arbeitsplatz erhalten? Die Verluste sind am Ende die gleichen, das einzige was verhandelt wurde ist, wer gehen darf. In der Presse wird es immer so dargestellt, als wenn es gar keine Entlassungen geben wird (bis 2020). Dies gilt aber nur für Daimler-Mitarbeiter. Die Bauernopfer werden verschwiegen...