Daimler-Finanztochter Erneut Proteste gegen Umbau
Harry Pretzlaff, 31.07.2010 14:40 Uhr
Bereits vor einem Monat protestierten rund 100 Beschäftigte gegen den Umbau der Daimler-Finanztochter Financial Services. Foto: dpa
Bereits vor einem Monat protestierten rund 100 Beschäftigte gegen den Umbau der Daimler-Finanztochter Financial Services. Foto: dpa
Stuttgart - Daimler-Mitarbeiter haben am Freitag vor der Mercedes-Benz-Bank auf dem Stuttgarter Pragsattel erneut gegen den geplanten Umbau der Finanzsparte protestiert. Mit Trillerpfeifen, Drucklufthupen und Transparenten demonstrierten zwischen 450 und 500 Beschäftigte aus ganz Deutschland gegen die im Mai angekündigte einschneidende Neuausrichtung.

Anschließend fand eine Betriebsversammlung statt, auf der die Mitarbeiter über den Stand der Verhandlungen informiert wurden. "Wir warten immer noch auf entscheidende Informationen", sagte Gerd De Rose, der Betriebsratsvorsitzende der Daimler-Tochter Financial Services, nach dem Treffen. Es sei immer noch nicht klar, wie viele Mitarbeiter künftig welche Aufgaben an den einzelnen Standorten übernehmen sollen. Der Betriebsratsvorsitzende bezeichnete den Umbau als "Abbauprogramm". Er warf der Unternehmensleitung vor, dass sie einen "sozialen Kahlschlag" und die Einführung von Billigjobs ohne Tarifbindung plane.

Daimler will die Zentrale der Finanzsparte von Berlin nach Stuttgart verlagern. Zugleich sollen bestimmte Arbeiten, die heute auf mehrere deutsche Standorte verteilt sind, in einem neuen Servicecenter in Brandenburg gebündelt werden. Nach Angaben des Unternehmens würden dadurch 250 Stellen verloren gehen.

Der Betriebsrat befürchtet jedoch, dass viel mehr Mitarbeiter ihren Job aufgeben müssten. Damit verliere das Unternehmen wichtige Leistungsträger. Nach Angaben der Arbeitnehmerseite würden durch den Umbau etwa 1300 von 2400 Beschäftigten umziehen müssen. Viele Mitarbeiter könnten dies jedoch nicht, meint Betriebsratschef Gerd De Rose. Dies gelte etwa für alleinerziehende Mütter, die ihr soziales Netzwerk zur Betreuung der Kinder benötigen, oder Ehefrauen, die mithelfen, das Eigenheim abzuzahlen. Der Frauenanteil in der Belegschaft liegt nach Angaben des Betriebsrats bei 54 Prozent.
Kommentare (11)
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AUG
23
weiterer Bank Mitarbeiter, 09:22 Uhr

Geschmacklos

Und den Frühstückskorb, der ein Zeichen der Ankerkennung für herausragende Leistung und gleichzeitig ein persönliches Dankeschön darstellt, weiter zu geben ist nicht Geschmacklos?

AUG
13
Bank Mitarbeiter aus Düsseldorf, 22:42 Uhr

Bank Mitarbeiter bitte organisiert Euch!!!!!!

ich freue mich darauf, dass sich die Mitarbeiter gewerkschaftlich organisieren und hoffentlich den Laden mal lahm legen. Vielleicht werden die da oben dann wach. 'Bitte liebe Kollegen' organisiert Euch. Düsseldorf hat es Euch vorgemacht und ist bereits mit 68 % organisiert. Wir müssen nur an einem Strang ziehen, damit auch Herr Entenmann und Herr Zetsche begreifen, dass man veranwortungsvoll und mit sozialer Verantwortung mit seinen Mitarbeitern umgehen sollte, sonst legen die nämlich den Laden noch vor dem Umzug still. Die Kündigungswelle rollt jetzt schon an, wie soll das noch 2 Jahre gut gehen? Es reicht eben kein Profit von 300 Mio. EUR, es sollten doch besser 600 Mio. EUR sein. Wir machen ja einen so tollen Job, dass sich der Vorstand sogar mit einem Frühstückskorb bedankt!! Wir haben jedenfalls den Frühstückskorb (oder nennen wir es Henkersmahlzeit) an die Düsseldorfer Tafel gespendet. Wir Düsseldorfer sind auch jeden Fall bei der nächsten DEMO dabei!

AUG
10
DFS Mitarbeiterin, 13:17 Uhr

Verantwortungsloses Vorgehen der Unternehmensleitung

Ich kann dem vorher genannten Kommentar nur zustimmen. Die ganze Sache ist sozial nicht zu verantworten. Unter dem Deckmantel der Wirtschaftlichkeit versucht die Unternehmensleitung Mitarbeiter loszuwerden. Koste es was es wolle. Allein die Berater, die diese "Umstrukturierung" mitkonzipiert haben, haben mehere Millionen Euro gekostet. Die einzigen, die durch diese Maßnahme gut wegkommen werden, werden die Führungskräfte des mittleren Managements sein: bei Wegfall ihrer Stellen, werden sie horrende Abfindungen oder irgendwelche Scheinberater-Verträge bekommen. Wie bereits zu NMM Zeiten.

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