Daimler Keine Angst vor den neuen Grenzwerten

Von mih 

Für Daimler-Chef Zetsche ist der E-Klasse-Motor eine sichere Basis für das Erreichen der künftig schärferen Grenzwerte. Für die Zukunft setzt er auf den Plug-in-Hybrid – und auch auf die Brennstoffzelle.

Daimler hält an der Brennstoffzelle fest; 2018 kommt ein Serienmodell auf den Markt. Foto: dpa
Daimler hält an der Brennstoffzelle fest; 2018 kommt ein Serienmodell auf den Markt.Foto: dpa

Daimler-Chef Dieter Zetsche ist optimistisch, dass das Unternehmen die neuen Abgasgrenzwerte, die künftig auch auf der Straße gemessen werden sollen, einhalten kann. Der EU-Kompromiss sieht vor, dass ab 2017 bei neuen Autos die Straßenmesswerte um den Faktor 2,1 über den Laborwerten von 80 Milligramm Stickoxid pro Kilometer liegen dürfen; 2020 sinkt die Grenze auf den Faktor 1,5. „Die neuen Grenzwerte sind sehr herausfordernd“, sagte Zetsche. Sie machen nach seinen Worten aber den Einsatz von Dieselmotoren nicht unmöglich, was zeitweise zur Debatte gestanden habe.

Sichere Basis

Ein intern OM 654 genannter Dieselmotor, den Daimler jetzt zum Beispiel in der neuen E-Klasse einsetzt, erreicht nach Zetsches Worten bei CO2 (Kohlendioxid) und NOX (Stickoxid) Bestwerte. Den Motor bezeichnete er als eine sehr sichere Basis für die weitere Entwicklung. „Wir werden die neuen Stufen erfüllen, im Zweifel sogar früher“, sagte Zetsche. Der VW-Skandal um manipulierte Abgaswerte hat sich nach Zetsches Worten bisher nicht auf Daimler ausgewirkt. „Wir sehen keine Veränderung der Nachfrage“ sagte er.

Bedeckt hielt sich Zetsche beim Thema Kaufprämien und Elektroautos. Er habe nie eine Prämie gefordert, sagte der Daimler-Chef, sondern nur darauf hingewiesen, dass das Ziel der Bundesregierung – eine Million E-Autos bis 2020 – ohne Prämie nicht zu erreichen sei. Er bestritt nicht, dass Elektroautos aufgrund ihrer Probleme mit den Batterien (Preis, Reichweite, Ladezeit) Nachteile haben, verwies aber auf die Anstrengungen der Hersteller. Nach seinen Angaben hat die Industrie in den zurückliegenden drei, vier Jahren 14 Milliarden Euro in die E-Mobilität investiert.

Plug-in-Hybrid

Von einem Einstieg der Industrie in die Produktion von Batteriezellen, den zum Beispiel Gewerkschafter und Politiker fordern, hält Zetsche nichts. Daimler ist erst Ende 2015 aus der Produktion ausgestiegen, weil wegen Überkapazitäten am Markt keine rentable Fertigung möglich war. Einen Wiedereinstieg zu einem späteren Zeitpunkt auf der Grundlage neuer Batterien an Stelle der üblichen Lithium-Ionen-Batterien schließt er nicht aus. Daimler setzt massiv auf Autos mit Plug-in-Hybrid, also mit Verbrennungsmotor und Elektroantrieb. Im Jahr 2017 sollen zehn Plug-in-Hybrid-Modelle auf dem Markt sein. Zetsche nennt das Konzept „die Erfolgstechnologie der nächsten Dekade“. Auch die Brennstoffzelle entwickelt Daimler weiter. 2018 soll ein Auto in vierstelligen Stückzahlen auf den Markt kommen.