Daimler-Tochtergesellschaften Daimler-Prämie macht Ärger

hap/dapd, 22.02.2012 15:52 Uhr

Stuttgart - Einige Mitarbeiter von Daimler-Tochtergesellschaften machen im Internet ihrem Unmut Luft, dass sie nicht am Rekordergebnis des Konzerns beteiligt werden. „Wenn Daimler kränkelt, müssen plötzlich alle Töchter zur Genesung von Daimler beitragen. Dann sind wir wieder eine große Familie“, schreibt etwa ein Mitarbeiter der Daimler-Tochter Evobus im Daimler-Blog. Der Stuttgarter Autokonzern zahlt für 2011 eine Ergebnisbeteiligung von 4100 Euro. Diese erhalten 125 000 Tarifmitarbeiter der Daimler AG in Deutschland.

Bei etlichen Tochtergesellschaften, wie dem Busbauer Evobus oder der Tuningtocher AMG, gibt es eigene Regelungen zur Ergebnisbeteiligung. Ein Unternehmenssprecher begründete dies damit, dass auf diese Weise der Geschäftsentwicklung in unterschiedlichen Märkten berücksichtigt werde. Die Evobus-Mitarbeiter befürchten, dass sie leer ausgehen, weil das Geschäft mit Bussen im vergangenen Jahr schlecht lief, während der Gewinn im Geschäft mit Personenwagen und Lastwagen kräftig gestiegen ist. Umgekehrt fuhren die Mitarbeiter von Evobus in der Autokrise 2008/09 indes besser als die Beschäftigten der Daimler AG. Evobus erzielte 2008 einen Absatzrekord. Die Mitarbeiter erhielten eine Ergebnisbeteiligung von 2100 Euro und zudem einen Extrabeitrag zur Altersversorgung. Die Daimler-Mitarbeiter erhielten damals 1900 Euro. Für das Jahr 2009 gab es 657 Euro bei Evobus plus Beitrag zur Altersversorgung und 500 Euro bei Daimler. Noch besser als die Daimler-Mitarbeiter fahren in diesem Jahr die Beschäftigten der Tochter AMG, die bis zu 5300 Euro erhalten, wie zu hören ist.

Im Daimler-Blog äußert sich auch die Sprecherin des Gesamtbetriebsrats. Eine einheitliche Regelung für alle Unternehmensteile sei aus Sicht des Betriebsrates wünschenswert. Der Gesamtbetriebsrat habe den Vorstand mehrfach aufgefordert, gemeinsam über die Möglichkeiten einer konzernweiten Angleichung der Prämien nachzudenken. Bis jetzt sei der Vorstand nicht darauf eingegangen. hap/dapd

 
 
Kommentare (4)
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FEB
22
bekien, 20:33 Uhr

hier schweigt der Künstler!

Oder sollte man doch die Meinung sagen? Hier liebt es der Zetsche nicht, wenn er von Bekien liest! Oder etwa doch? So viele die schliefen, sind auf gestanden und wecken die, die immer noch schlafen! Schlafwagengesellschaften liebt der Boss!

FEB
22
STefan, 18:47 Uhr

Blanke Verhöhnung

Ein weiterer 'Gläubiger' der in den Krisenjahren draufgezahlt hat und das bis jetzt nicht angemessen belohnt wurde war der einfache Postbote, die Putzfrau, der Koch und was weiss ich wer. Der, der einer regulären Beschäftigung nachging, nie eine Prämie gekriegt hat in der Krise aber brav seine Steuergelder spendieren durfte für die Abwrackprämie. Sicherlich hat Daimler als Premiumhersteller nicht sehr stark von der Abwrackprämie profitiert, die Industrie aber schon. Gestern kurz vor dem Scheitern und heute schon wieder Rekordprämien an die Mitarbeiter ausschütten. Das ist ein Schlag ins Gesicht des einfachen Steuerzahlers, der diese Subventionsprogramme tragen musste. Shame on you Autoindustrie!!!

FEB
22
Breuer Oskar, 18:36 Uhr

Kann ich verstehen

Ohne jetzt eine 'Neiddebatte' führen zu wollen, muß ich sagen, dass ich die Angehörigen von Daimler-Töchtern verstehen kann. Und: auch Leiharbeiter haben zum Daimler-Ergebnis beigetragen und gehen leer aus, oder bekommen die vielleicht was? Ich finde, noch deutlicher kann man es nicht zeigen, dass es bei zwei vergleichbaren Beschäftigungen - und dies auch noch beim selben Arbeitgeber!-eben doch verschiedene 'Klassen' von Arbeitnehmern gibt; der Unterschied besteht nicht zwangsläufig in der Art der Berufsausbildung, ob einer viel oder wenig gelernt hat, sondern darin, ob er bei der falschen oder eben bei der richtigen Firma beschäftigt ist.

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