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Zehn Zentimeter hohe Bordsteine, Wege, die bergauf oder bergab führen - für gesunde Fußgänger kein Problem, für Personen mit einer Gehhilfe oder Rollstuhlfahrer schon. Es sei denn, der Patient oder die Begleitperson beachtet einiges, sagt Dietmar Aufheimer bei seinem Vortrag beim Malteser Hilfsdienst in Kornwestheim. Er leitet das Reha-Team des Sanitätshauses Kächele. Nach dem Vortrag haben die Besucher selbst geübt.
Gehhilfen sind Gehstöcke, Gehböcke, Gehgestelle, Delta-Gehräder, Rollatoren. Doch nicht jede Hilfe eignet sich für jeden. Ein Gehstock, sagt Aufheimer, sei eine wackelige Sache. Der Benutzer müsse noch recht gut zu Fuß sein.
Bei einem Gehbock, einem Gestell mit vier Füßen, sollte die Person zumindest sicher stehen können. Er besitzt keine Räder. Der Patient stellt ihn vor sich und läuft einen Schritt. "Das strengt an und man bewegt sich nur langsam und nicht weit fort", sagt Aufheimer. Ähnlich ist das Gehgestell. Ein Delta-Gehrad mit drei Rädern sei zwar wendig. Es kippt aber leicht, wenn es sich schneller vorwärts bewegt als der Benutzer.
Deshalb, sagt Aufheimer, werden Rollatoren seit Jahren immer beliebter. Die Gehwagen haben vier Räder. Sie wiegen bis zu 15 Kilogramm und lassen sich zusammenklappen. Das Vorurteil, man sehe damit behindert aus, gebe es längst nicht mehr. Zur Standardausstattung gehören ein Tablett, auf dem die Nutzer etwas abstellen können, eine Halterung für den Gehstock oder Regenschirm und ein Korb für Einkäufe oder Handtaschen. Doch Vorsicht ist geboten: Handtaschen seien eine leichte Beute für Diebe, warnt Aufheimer. Zusätzlich kann man sich auf den Rollator setzen. "Die Sitzfläche ist nur zum Aufruhen gedacht, nicht zum Umherfahren." Vorher, so erklärt der Experte, müsse auf jeden Fall die Feststellbremse angezogen werden.
Bei allen Rollatoren müssen die Bremsen und Höhe richtig eingestellt sein. "Der Patient soll aufrecht stehen, sich aufstützen und seinen Fuß durchschwingen können", sagt Aufheimer. Dann kommt er ohne Probleme einen hohen Bordstein hoch. An den Griffe ziehen, mit dem Fuß gegen ein Rad kicken und das Vorderteil schwingt hoch.
Die Bremsen spielen auch beim Rollstuhl eine wichtige Rolle. Wer sich oder jemanden rein- oder raussetzt, muss immer die Bremsen schließen, sagt Aufheimer. "Um auf einen Stuhl zu gelangen, stellt man den Rollstuhl daneben, klappt das Seitenteil weg und rutscht auf den Stuhl." Dasselbe gilt für die Toilette.
Beim Transport muss ein Rollstuhl immer am Rahmen festgehalten werden. "Nie an der Armlehne oder Beinstütze greifen. Rollstühle bestehen aus viel Kunststoff und brechen leicht auseinander", sagt Aufheimer. Zudem sollte man den Rollstuhl bei Treppen Stufe für Stufe bewegen, nie frei tragen. Das schadet dem Rücken.
Den Rollstuhl benutzt man bei Borsteinen und anderen Hindernissen wie einen Rollator. Eine niedrige Barriere schafft der Patient aus eigener Kraft. Patienten sollten möglichst viel selbst machen, sagt Aufheimer. Das hält sie fit und beweglich. "Die Begleitperson zieht an den Griffen und kickt gegen ein Rad." Alternativ zieht sie den Rollstuhl rückwärts auf den Gehweg. "Geben Sie dem Patienten Bescheid, bevor sie ihn kippen." Schaff" ich das? So lautet die Frage bei Anhöhen, sagt Aufheimer. Beim Runterfahren lehnt man den Körper nach hinten, um nicht zu kippen, beim Hochrollen nach vorne.
Krankenkassen bezahlen Gehhilfen und Rollstühle. Für Rollatoren erhält ein Sanitätshaus 75 Euro plus Mehrwertsteuer von der Kasse. Wie bei Medikamenten müssen die Patienten zehn Prozent Eigenanteil zahlen, mindestens aber fünf, maximal zehn Euro. Sofern man keine Extras wünsche, sagt Aufheimer, oder gar einen Leichtgewicht-Rollator. Sie werden auch Pflasterporsche genannt, weil sie nur halb so viel wiegen wie andere Rollatoren. Der Patient muss für die Differenz zum Verkaufspreis selbst aufkommen.
Von günstigen Gehhilfen aus Supermärkten oder Billigangeboten aus dem Internet rät Aufheimer ab. Sie besitzen oft keine Hilfsmittelnummer. "Ein Hilfsmittel ohne die Nummer ist keine Kassenleistung." Außerdem dürfen Sanitätshäuser solche Geräte nicht reparieren. Und die Beratung fehlt.
"Ketten wie Lidl dürfen Hilfsmittel verkaufen, wenn sie die dafür benötigten Medizinproduktberater haben", sagt Aufheimer. Im Supermarkt arbeiten aber Verkäufer, die nicht beraten dürfen. Eine Beratung sei aber das A und O. Damit ein hoher Bordstein nicht zum Hindernis wird.


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