Das geschah 2012 in Plieningen Eine Schule und kein Ende

Von Simone Bürkle 

Es gibt Themen, die passen nicht in ein Jahr. Dazu gehört die Hohenheimer Gartenbauschule, die wieder nicht gebaut wird, oder eine Kita, die mal sein darf und mal nicht.

Seit Jahren wird über einen Neubau für die Gartenbauschule Hohenheim gesprochen, so auch 2012. Geschehen ist bislang nichts – außer, dass die Gewächshäuser inzwischen ebenfalls saniert werden müssten. Foto: dpa
Seit Jahren wird über einen Neubau für die Gartenbauschule Hohenheim gesprochen, so auch 2012. Geschehen ist bislang nichts – außer, dass die Gewächshäuser inzwischen ebenfalls saniert werden müssten.Foto: dpa

Plieningen - Seit Jahren sind die Unterrichtsräume der Staatsschule für Gartenbau und Landwirtschaft im Bezirk verteilt. Ob sich daran etwas ändert, ist fraglich – trotz einer Machbarkeitsstudie, die Anfang des Jahres öffentlich wird, streiten die Stadt und das Land sich weiter darum, wer einen Neubau für die 900 Schüler bezahlen soll. Das Gezerre nervt den damaligen Uni-Rektor Hans-Peter Liebig so, dass er im Februar vorschlägt, die Schule lieber aufzulösen, statt weiter zu streiten.

Im August kommt wieder Bewegung in die Angelegenheit. Die Grünen im Gemeinderat und im Landtag fordern, dass ein neues Gebäude errichtet werden soll. Doch es tut sich weiter nichts.

Im Gegenteil: im Oktober berichtet der Schulleiter Rudolf Eichin, dass drei der sieben Gewächshäuser der Schule geschlossen werden mussten. Der Grund: Sie stellen ein Sicherheitsrisiko dar, weil niemand die Sanierungskosten in Höhe von 1,5 Millionen Euro bezahlen will. Ein Ende des Themas ist nicht abzusehen.

Kindergarten darf erst nicht bauen und dann vielleicht doch

Der private Anbieter Minimax Kids aus Ostfildern will im Gewerbegebiet an der Dreifelderstraße eine Kita einrichten. Im März lehnt die Stadt dieses Ansinnen noch rigoros ab. Die Planung stehe dem Baurecht entgegen, für das Vorhaben müsste erst der Bebauungsplan geändert werden – und dies sei unwahrscheinlich, lässt die Verwaltung den Träger wissen.

Im November kommt dann die überraschende Wende. Weil so viele Betreuungsplätze fehlen, lenkt die Stadt ein und will nun doch den Bebauungsplan lockern. Damit sind die Aussichten für einen Kita-Bau im Gewerbegebiet deutlich besser geworden.

Die Zukunft der Körschtalschule ist ungewiss

Es ist eine schleichende Entwicklung, die gegen Ende des Jahres in einem Beschluss mündet – im November wird bekannt, dass die Stadtverwaltung etwa die Hälfte aller Werkrealschulen in Stuttgart schließen will. Den erst jüngst umetikettierten Hauptschulen gehen die Schüler aus, deshalb zieht die Verwaltung die Notbremse.

Auch die Körschtalschule ist betroffen. Spätestens zum Schuljahr 2013/2014 soll dort zum letzten Mal eine fünfte Klasse in der Werkrealschule gebildet werden. Die Schulleiterin Regine Hahn und ihr Lehrerkollegium sehen das allerdings nicht als Verlust, sondern vielmehr als Chance auf einen Neubeginn: Sie haben beantragt, dass ihre Einrichtung eine Gemeinschaftsschule werden soll. Zudem soll es künftig eine Ganztagsbetreuung geben.

„Gemeinschaftsschule ist für uns heute schon Realität“, sagt die Rektorin, die sich stark dafür engagiert, dass die Kinder im Bezirk auch künftig ein gutes schulisches Angebot erwartet.

Seit drei Jahren soll ein Campus-Bistro eröffnet werden

Schon seit 2010 trägt das Hohenheimer Campus-Bistro an der Fruwirthstraße den Namen Denkbar – ohne dass es freilich in dieser Zeit seinen Betrieb aufgenommen hätte. Eröffnet worden ist es nämlich bisher nicht. Der Grund waren Meinungsverschiedenheiten zwischen dem früheren Pächter, dem Universitätsbauamt und dem Landesamt für Vermögen und Bau, die sich über Monate hinzogen.

Seit diesem Frühjahr ist der Plieninger Carl-Christian Vetter Pächter des Lokals. Auch er musste sich zunächst mit dem Unibauamt und dem Land einigen, wie das Bistro künftig aussehen soll. Vetter versichert, das Projekt sei mittlerweile in der Umsetzung. Eröffnung soll nun Ende April 2013 sein.

  Artikel teilen
0 KommentareKommentar schreiben
Artikel kommentieren

Melden Sie sich jetzt an!
Um Artikel kommentieren zu können, ist eine Registrierung erforderlich. Sie müssen dabei Ihren Namen sowie eine gültige E-Mail-Adresse (wird nicht veröffentlicht) angeben. Bei Abgabe Ihrer Kommentare wird Ihr Name angezeigt. Alternativ können Sie sich mit Ihrem Facebook-Account anmelden.