Stuttgart - Der Daimler-Vorstand hat im Jahr 2009 insgesamt 10,6 (Vorjahr: 14,9) Millionen Euro erhalten. Dieser Betrag setzt sich aus Grundgehalt und Jahresbonus sowie dem Wert einer aktienorientierten Vergütung, die längerfristig ausgelegt ist, zusammen (siehe Tabelle unten). In Form von geldwerten Vorteilen kommen zu dieser Summe noch 1,2 Millionen Euro für Dienstwagen und Aufwendungen für Sicherheitsleistungen hinzu. Die so berechnete Gesamtvergütung des Vorstands beträgt damit 11,8 (Vorjahr: 16,6) Millionen Euro. Der Betrag verteilt sich auf insgesamt sieben Vorstandsmitglieder. Die Bestellung von Personalchef Günther Fleig endete am 8. April 2009; Wilfried Porth trat unmittelbar seine Nachfolge an. Rüdiger Grube schied zum 30. April aus, weil er zum Vorstandsvorsitzenden der Bahn bestellt worden war.
Spitzenverdiener ist naturgemäß der Vorstandsvorsitzende Dieter Zetsche, der für 2009 auf 4,3 Millionen Euro (ohne geldwerten Vorteil) kam. Für das vorangegangene Jahr hatte Zetsche noch 4,8 Millionen Euro erhalten; für 2007 sogar 10,2 Millionen Euro. Der Daimler-Aufsichtsrat überprüft nach den Angaben im Geschäftsbericht für jedes anstehende Geschäftsjahr auf Basis eines Wettbewerbsvergleichs die Systematik und die Höhe der Vergütung. Auffällig ist, dass die variable Vergütung im Jahr 2009 trotz des Absturzes in die Verlustzone gestiegen ist; im Fall von Dieter Zetsche auf 689.000 (Vorjahr: 494.000) Euro.
Aktionäre müssen auf Dividende verzichten
Der Jahresbonus orientiert sich vor allem am Ergebnis vor Zinsen und Steuern, das bei Daimler im vorigen Jahr mit 1,5 Milliarden Euro negativ war. Für 2008 hatte noch ein Überschuss von 2,7 Milliarden Euro zu Buche gestanden. Daimler erklärt die Diskrepanz mit einer Änderung: So sei im Jahr 2009 zusätzlich dem sogenannten Free Cash Flow aus dem Industriegeschäft besondere Bedeutung beigemessen worden. Hierbei handelt es sich um die Finanzmittel, die nach Abzug der Ausgaben frei zur Verfügung stehen.
Insgesamt schmälert der Daimler-Verlust die Vergütung. Daneben verzichten die Topmanager seit Mai vorigen Jahres auf 15 Prozent ihres Grundgehalts. Die Regelung gilt bis Ende Juni. Grund für den Verzicht sind die finanziellen Einbußen für die Daimler-Beschäftigten, die aufgrund von Kurzarbeit und Arbeitszeitverkürzung nicht auf ihre sonst üblichen Bezüge kommen. Die Belegschaft erhält zudem für 2009 lediglich eine Prämie von 500 Euro pro Mitarbeiter; ein Jahr zuvor waren die Mitarbeiter noch mit jeweils 1900 Euro am Erfolg beteiligt. Ganz leer gehen die Aktionäre aus, die auf eine Dividende verzichten müssen. Einen geringfügigen Beitrag leistet auch der Aufsichtsrat.
Wie aus dem Geschäftsbericht weiter hervorgeht, wird es im Daimler-Aufsichtsrat zu einer Änderung kommen. Der Finanzvorstand des Versicherungskonzerns Allianz, Paul Achleitner, soll für Arnaud Lagardère in das Kontrollgremium rücken. Gewählt werden soll der 53-jährige Achleitner, der bereits in den Aufsichtsräten von RWE und Bayer sitzt, auf der Hauptversammlung am 14. April in Berlin. Lagardère gehört dem Aufsichtsrat seit 2005 an. In diesem Jahr hätte er wiedergewählt werden müssen. Zur Erklärung heißt es nur, Lagardère stehe auf eigenen Wunsch nicht mehr zur Verfügung. 2010 peilt Daimler einen Gewinn vor Zinsen und Steuern von mehr als 2,3 Milliarden Euro an. Im ersten Quartal könnte es nach den Angaben aufgrund der Probleme beim Airbus A400M zu Sonderbelastungen kommen. Hersteller des Militärtransporters ist die EADS, an der Daimler beteiligt ist.
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