Datenschutz im Internet Der Weg zum sicheren Profil
Steffen Haubner, 10.04.2010 11:04 Uhr
 Foto: dpa
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Berlin - Weit mehr als 3000 Freunde hat die Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner bei Facebook. Nun droht sie, wie berichtet, Facebook-Chef Mark Zuckerberg in einem offenen Brief mit der Kündigung ihrer Mitgliedschaft. Anlass sind die Pläne des Unternehmens, sich in seinen Datenschutzrichtlinien das Recht einzuräumen, persönliche Daten ungefragt weiterzugeben.

Zwar schloss das Unternehmen eine massenhafte Nutzung zu kommerziellen Zwecken mittlerweile aus. Gerd Billen vom Bundesverband Verbraucherzentrale überzeugt das jedoch nicht: "Momentan können wir den Nutzern nur raten, den geplanten Änderungen zu widersprechen und sich gemeinsam mit ihren Freunden einen neuen Anbieter zu suchen, wenn ihnen der Schutz ihrer persönlichen Daten wichtig ist." Den Verbraucherschützern ist vor allem ein Dorn im Auge, dass jeder, der ein Facebook-Konto anlegt, der Weiterverwertung seiner Daten pauschal zustimmt. Wer nicht einverstanden sei, müsse durch Widerspruch im Einzelfall viel Zeit und Mühe aufwenden, um sich zu schützen.

Genau festlegen, wer was zu sehen bekommt


Wer Facebook weiterhin nutzen möchte, sollte diese Mühe nicht scheuen. Dazu ruft man zunächst mit einem Klick auf "Konto" oben rechts in der Menüleiste die Seite "Privatsphäre-Einstellungen" auf. In den "Profilinformationen" lässt sich genau festlegen, wer was zu sehen bekommt. Ein Klick auf das Schlosssymbol auf der rechten Seite zeigt die vorhandenen Optionen an. Hier sollte grundsätzlich "Nur Freunde" eingestellt sein.

Mindestens ebenso wichtig ist die Seite "Kontaktinformationen". Hier lässt sich unter anderem festlegen, wer Telefonnummer und Adresse sehen darf. Wer solche Informationen der Allgemeinheit zugänglich macht, öffnet Betrügern Tür und Tor. Nur die Optionen "Mich als Freund/-in hinzufügen" und "Mir eine Nachricht schicken" sollten für alle geöffnet bleiben.

Klick man das Eingabefenster für eigene Beiträge an (beschriftet mit "Was machst du gerade?"), erscheint rechts darunter ein weiteres nützliches Werkzeug in Form eines Schlosssymbols. Ein Klick darauf bietet die Standardoptionen "Alle", "Nur Freunde" oder "Freunde von Freunden". Unter "Benutzerdefiniert" lassen sich die Adressaten einzeln auswählen oder einzelne Kontakte ausschließen, die den Beitrag nicht sehen sollen.

Um solche Differenzierungen zu vereinfachen, kann man alle Kontakte in Gruppen wie "Kollegen" oder "Familie" einteilen. Das funktioniert über die "Freunde"-Seite (linke Menüleiste). Über die Schaltfläche "Liste erstellen" kann man einen Gruppennamen vergeben und einzelne Kontakte dieser Gruppe zuordnen. Von nun an kann man beim Eingeben eigener Beiträge mit einem Klick auf das erwähnte Schlosssymbol "Benutzerdefiniert" und die Option "Bestimmte Personen" wählen und den Namen der Gruppe eintippen.

Unterschätztes Datenleck


Ein von vielen Facebook-Nutzern unterschätztes Datenleck stellen Anwendungen wie Onlinespiele und Spaßumfragen dar. Um sie zu nutzen, muss man meist dem Zugriff auf die persönlichen Daten zustimmen. Was genau damit geschieht, erfährt man nicht. Einen Überblick kann man sich über die "Anwendungs-Einstellungen" verschaffen, die man direkt über das "Konto"-Menü erreicht. Über "Zeige" oben rechts lassen sich alle Anwendungen aufrufen und erteilte Zustimmungen widerrufen.

Fragwürdig ist auch die Praxis, im Nutzerprofil enthaltene Informationen über Suchmaschinen zugänglich zu machen. In den "Privatsphäre-Einstellungen" sollte man deshalb unter "Suchen" und "Öffentliche Suchergebnisse" den Haken im rechten Kästchen deaktivieren. Danach wird das persönliche Facebook-Profil nicht mehr über Google & Co. gefunden.
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