David Groenewold Viele wollten einer dieser Freunde sein

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Noch ist nicht geklärt, ob die Gefälligkeiten des Filmmanagers David Groenewold an den Bundespräsidenten justiziabel sind.

David Groenewold machte sein Abitur auf der Eliteschule Salem. Foto: dapd
David Groenewold machte sein Abitur auf der Eliteschule Salem.Foto: dapd

Berlin - Normalerweise wäre David Groenewold in diesen Tagen in Berlin, schließlich ist Berlinale. Man würde ihm bei wichtigen Empfängen während der Filmfestspiele begegnen. Man erinnert sich sehr gut an die Auftritte: ein junger Mann mit blonden Haaren und oft leicht geröteten Wangen, Typ großer Junge, ausgestattet mit gewinnendem Selbstbewusstsein, breit lächelnd, ein Mann für Lokalrunden, aber die gehobenen Stils. Doch diesmal ist er zu Hause geblieben, wie er am vergangenen Wochenende der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ sagte, der er darüber hinaus keine Fragen beantworten mochte. Dabei hätte man viele Fragen an David Groenewold. Er ist ungewollt zu einer der zentralen Figuren in der nun seit zwei Monaten währenden Affäre um den amtierenden Bundespräsidenten Christian Wulff geworden.

Groenewold ist ein Sohn aus gutem Hause, machte Abitur in Salem und studierte an der London School of Economics. Als junger Unternehmer wurde Groenewold mit der Geschäftsidee der German Film Production (GFP) schnell erfolgreich – ein Medienfonds, der lieber deutsche Produktionen finanzierte, statt Geld nach Hollywood zu pumpen. Wobei es ihm nie einfach nur ums Geld ging. Zu den Filmen, an denen er als Produzent oder Co-Produzent beteiligt war, gehörten unter vielen anderen „Der Rote Kakadu“, „Die Welle“ und „Elementarteilchen“.

Es war 2003, als Christian Wulff und David Groenewold sich kennenlernten – da produzierte die Firma den Film „Das Wunder von Lengede“. Die beiden Männer seien Freunde geworden, berichten Wulffs ehemalige Weggefährten aus Hannover unter der Hand – und sicher sah der eine auch das Potenzial des jeweils anderen, das in der Zukunft nützlich sein könnte.

Die Frage ist nun, ob aus einer Freundschaft heraus Gefälligkeiten entstanden, die justiziabel sind. Es ist allerdings bisher unklar, ob die Staatsanwaltschaft Hannover vor allem die Vorwürfe im Zusammenhang mit Groenewold im Blick hat, wenn sie vom Verdacht der Vorteilsannahme und Vorteilsgewährung gegen den Bundespräsidenten spricht.

Zeitliche Zusammenhänge könnten ausschlaggebend werden

Der junge Unternehmer geriet vor Wochen zum ersten Mal in die Schlagzeilen, als bekannt wurde, dass er dem Ehepaar Wulff das Upgrade einer Hotelsuite in München bezahlt hatte, wo die beiden zum Oktoberfest eingeladen waren. Dann wurde bekannt, dass Groenewold auch die Kosten für einen gemeinsamen Hotelaufenthalt und eine Ferienwohnung auf Sylt für die Wulffs bezahlte – der Bundespräsident allerdings sagt, er habe die verauslagten Kosten anschließend in bar erstattet.

Juristisch interessant könnte nun die zeitliche Nähe sein, in der die Landesregierung Niedersachsen einer Firma Groenewolds, der Waterfall Production GmbH, eine Landesbürgschaft von vier Millionen Euro zusagte. Die Zusage, die nach Medienberichten bis zum Jahr 2009 gültig war, wurde nie in Anspruch genommen. Bei der Firma handelte es sich den Aussagen eines der Geschäftsführer zufolge um eine Briefkastenfirma.

Es ist nicht lange her, da war David Groenewold auf Du und Du mit der sich in den Nullerjahren neu formierenden Berliner Gesellschaft. Wenn er bei der Berlinale seinen „Abend unter Freunden“ im noblen Club im 19. Stock des Axel-Springer-Hochhauses feierte, dann wollten viele einer dieser Freunde sein. Diesmal ist David Groenewold zu Hause geblieben.